1A Anhang zu Grundzüge der filipinischen Syntax
(Datei 1A/2)

{1A-521 Θ}   Kasus und Deklination in der filipinischen Sprache

(1) In der linguistischen Literatur über Filipino werden häufig Begriffe wie Nominativ, Genitiv, Dativ oder Lokativ verwendet. Bei der Verwendung dieser Bezeichnungen kann angenommen werden, dass es in der filipinischen Sprache eine Art Deklination oder Kasuskonzept gibt. Allgemein wird in der Linguistik der Begriff Kasus 'for inflectional languages that have declension' verwendet. In der Tat besitzt Filipino ein solches Schema, das eine wichtige Eigenschaft eines Kasuskonzeptes besitzt, nämlich 'die verschiedenen syntaktischen Rollen ... im Satz zu kennzeichnen' (dieses Zitat aus { Duden Gr} besitzt noch eine wichtige Auslassung). Vereinfacht kann dieses Schema wie folgt dargesellt werden:

KasusPhraseEntsprechung

ANG-AY-KasusANG-PhraseSubjektNominativ
AY-PhrasePrädikatNominativ
NG-KasusNG-PhraseObjunktGenitiv, Akkusativ, Ergativ
SA-KasusSA-PhraseAdjunktDativ, Lokativ
-NG/NA-Kasus-NG/NA-PhraseSubjunktNominativ, 'appellation Appositional' { Lopez 1941 p. 37}
?-Kasus?-PhraseDisjunkt??

(2) Es erwachsen jedoch erhebliche Probleme, dieses Schema mit einer Deklination ähnlich der in indogermanischen Sprachen zu identifizieren. Der Begriff 'declension' bezieht sich auf Nomina, und das vollständige Zitat aus dem { Duden Gr} lautet: 'die verschiedenen syntaktischen Rollen des Substantivs im Satz zu kennzeichnen'. Ein Kasuskonzept unter dieser Definition setzt also das eindeutige Vorhandensein von Nomina voraus. Dazu im Gegensatz steht die Wortartenproblematik der filipinischen Sprache, die dies zweifelhaft macht {15-5}. Ein Ansatz, dieses Problem zu lösen, ist, die Definition der Deklination wesentlich abzuändern und auf alle Inhaltswörter bzw. -phrasen auszudehnen. Eine weitere Folge der Wortartenproblematik ist, dass in der filipinischen Sprache Prädikat nicht mit Verb und Subjekt nicht mit Substantiv gleichgesetzt werden können (wenn man nicht alle Subjekte zu Substantiven macht), was ein Kasuskonzept analog zu indogermanischen Sprachen weiter erschwert.

Eine weitere Problematik zeigt sich im Begriff Nominativ. Die filipinische Sprache macht deutliche Unterschiede zwischen Prädikat und Subjekt. Der Subjekt-Nominativ zeigt nicht nur die syntaktische Funktion sondern auch eine semantische Bestimmtheit an; letztere besitzt der Prädikat-Nominativ nicht {2-3}. Es ist also zweifelhaft, ob man in der filipinischen Sprache von einem Nominativ sprechen kann.

Der Begriff Deklination impliziert das Vorhandensein von Paradigmen. Nun sind in der filipinischen Sprache wichtige Gruppen von Inhaltsphrasen auf Prädikat, Subjekt und Subjunkt beschränkt, da sie nicht oder nur ausnahmsweise als Objunkte, Adjunkte oder Disjunkte verwendet werden können (z.B. Verben mit globaler Wirkung).

Außer den Pronomen zeigen keine filipinischen Nomina eine morphologische Form von Kasusdeklination, sofern man von den Bestimmungswörtern absieht. Wenn man ein Kasussystem in der filipinischen Sprache anwenden will, hat man sich an diesen Bestimmungswörtern zu orientieren.

Problematisch sind die mit und ohne Ligatur angeschlossenen Phrasen, ein -NG/NA-Kasus passt schlecht in ein Kasuskonzept. Zu diesen Subjunkten gehören Attribute von Substantiven, Argumente und andere Attribute von Verbphrasen. Wir lassen offen, wie diese Phrasen in ein Kasuskonzept eingefügt werden können (so wird bei { Lopez 1941 p. 37} eine 'appellation Appositional' für mit Ligatur angeschlossene Phrasen eingeführt). Noch schwieriger erscheint uns die Einordnung der Disjunktphrasen in ein Kasuskonzept. Eine Gruppe davon sind Nominalphrasen, die eigentlich besonders gut in ein Kasuskonzept passen sollten.

Diese Schwierigkeiten zeigen, dass ein mögliches Kasuskonzept für die filipinische Sprache sehr weit von den Konzepten indogermanischer Sprachen entfernt ist; nach unserer Meinung zu weit. Deswegen verzichten wir auf Kasusbegriffe und Deklination. Dadurch entfällt für uns auch die Frage, ob Filipino eine 'inflectional language that has declension' ist. Unser Ansatz der Funktionsphrasen {1-6.1} erlaubt eine vollständige Beschreibung der filipinische Syntax und erscheint uns dieser Sprache angemessen.

(3) In diesem Zusammenhang zitieren wir { Bloomfield 1917} § 119: 'Although grammatical terms are necessarily and properly employed in different meanings when referring to different languages, the Tagalog constructions in question are so different from what is ordinarily understood by "cases" that the above terminology has been avoided in the following sections.'


{1A-611}   Häufigkeit der verschiedenen Funktionsphrasen

Mit Hilfe unseres Werkstatt-Korpus haben wir versucht, die Häufigkeit von Funktionsphrasen abzuschätzen. Da unser Suchprogramm nur Zeichenketten und keine grammatischen Merkmale finden kann, haben wir die Zahl der Bestimmungswörter usw. gezählt.

{M}  {A}  {PP}  {PD}
PhraseGesamt

Subjektang1814 si230ako(ng)228 ito(ng)2212493
Prädikatay, 'y621 ay si8ay ako0 ay ito0629
Prädikat ohne Bestimmungswort etwa  2000
Objunktng1414 ni274ko(ng)388 nito(ng)732149
Adjunktsa1717 kay60akin(g)140 dito(ng)301947
Subjunkt
Disjunkt
Suchprogramm ist nicht
für diese Zählung geeignet.

Die Zahlen zeigen keine unerwarteten Abweichungen und unterstützen die Annahme, dass ein Paradigma vorliegt.


{1A-612 }   Zuordnung von Phrasen (neben Subjekt und Prädikat)

(1) { Bloomfield 1917 § 119} unterscheidet vier Arten von 'Attributes':

Wir gehen von dem Bloomfield'schen Ansatz aus, den wir jedoch wie folgt modifizieren.

In § 120 unterscheidet Bloomfield zwischen 'loosely joined attributes', die etwa unseren unabhängigen Phrasen entsprechen, 'closely joined attributes', die etwa unsere Attribute sind, und 'enclitic attributes'. Wir zählen jedoch unabhängige Phrasen nicht zu den Attributen, da sie keine Phrasen ergänzen und wir den gesamten Satz nicht als Phrase betrachten {1-6.1 (3) Θ}.

(2) { Lopez 1941 p. 269 ff.} spricht von 'Enlargement by Apposition' (Subjunkt), 'by Attribution' (Objunkt), 'by the Locative' (Adjunkt) und 'Other Forms of Enlargement' (Präpositionen usw.).

(3) Bei { Aganan 1999 p. 81 f.} werden NG- und SA-Phrase zu einem Begriff Objekto zusammengefasst, der dann in die semantischen Begriffe tagaganap, layon, tagatanggap, ganapan, atbp. eingeteilt wird. Diese Einteilung findet sich im Abschnitt Pagpapalawak ng Panaguri ('Erweiterungen des Prädikates'). Wenn man sich auf die Bestandteile von Verbphrasen beschränkt, ist die Zusammenfassung von NG- und SA-Phrasen naheliegend.


{1A-631 Θ}   Funktions- und Inhaltsphrasen

"In der filipinischen Sprache besteht kein fester Zusammenhang zwischen syntaktischen Funktionen und morphologischen Wortarten. Die Einteilung in Funktions- und Inhaltsphrasen ist unser Ansatz, dieser wesentlichen Eigenschaft der filipinischen Sprache Rechnung zu tragen."

Wir sehen in unserem Ansatz folgende Vorzüge:


{1A-632}   Kombinationen von Funktions- und Inhaltsphrasen

"Die vorstehenden Prinzipien schließen nicht aus, dass bestimmte Kombinationen von Funktions- und Inhaltsphrasen nicht vorkommen."

Die Prozentangaben in nachfolgender Tabelle beziehen sich auf eine Analyse von 162 Phrasen aus unserem Werkstatt-Korpus.

NomenVerb
global
Verb
nicht global
AdjektivAdverb
{8-10 Θ} {6-7.6 Θ} {6-7.6 Θ} {9-5.1 Θ} {10-3.3 Θ}

Prädikat4 %17 %1 % 7 %selten
Subjekt14 %ja1 % janein
Objunkt18 %neinselten neinnein
Adjunkt12 %nein1 % neinnein
Subjunkt3 %nein1 % 11 %8 %
Disjunkt1 %neinnein nein1 %

{1A-633 }   Paradigma ang - ng - sa der Nominalphrasen

(1) Unsere Auffassung der dualen Identität der Phrasen wird in der Regel in der linguistischen Literatur nicht geteilt. Vielmehr herrschen dort Darstellungen vor, die die Nominalphrase in den Vordergrund stellen. Trotz Unterschieden zwischen verschiedenen Autoren kann vereinfachend gesagt werden, dass Nominalphrasen (bzw. 'determiner phrases') eine Art Paradigma bilden, das durch die Elemente ang - ng - sa gefüllt wird. Einige Autoren verbinden dies mit der Verwendung des Begriffes Kasus, eine Gruppe verwendet explizit den Begriff Kasus, eine andere Gruppe nur implizit, wenn sie die ang Phrase als Nominativ usw. bezeichnet. Häufig werden Begriffe wie Subjekt und Objekt mit diesen Phrasen verbunden, wobei stillschweigend vorausgesetzt werden muss, das Subjekte und Objekte Nominalphrasen sind. Stark vereinfacht können die verschiedenen Ansätze wie folgt zusammengefasst werden.

Nominalphrase

ang
ng
sa

Diese Betrachtungsweise trägt der Tatsache Rechnung, dass der Großteil aller mit ang, ng und sa gebildeten Phrasen ein Nomen als Kernwort besitzt (bzw. als Komplement einer 'determiner phrase'), und ist auf den ersten Blick eine gute Beschreibung für die filipinische Sprache. Hinzu kommt, dass Pronomen ein entsprechendes Paradigma besitzen {8A-402 Θ}

Wir teilen diese Auffassung nicht, da ein solches Paradigma für Nominalphrasen in zwei Richtungen "offen" ist. Einerseits sind einige Gruppen von ang Phrasen nicht a priori als Nominalphrasen anzusehen. Andererseits gibt es größere Gruppen von Phrasen, deren Kernwort ein Nomen ist, die jedoch in obiges Schema nicht passen. Wir möchten dies im Einzelnen darstellen und damit begründen, dass wir diese Modelle nicht zur Beschreibung der filipinischen Sprache geeignet betrachten.

(2) Phrasen mit ang, deren Kernwort kein Nomen ist.
Es handelt sich dabei offenbar nicht um ein paar Ausnahmen, sondern um ganze Gruppen von Phrasen. Wenn man von Autoren absieht, die diese Phrasen nicht näher betrachten, hat man einen bemerkenswerten Ausweg zu dem Problem gefunden. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, wird postuliert, dass das Kernwort einer ang Phrase stets zu einem Nomen werde. Diese Nominalisierung der ang Phrasen-Kernworte findet sich bereits bei Bloomfield und wird bei Aganan ebenfalls deutlich gemacht {2A-105 }. Bei keinem dieser Autoren wird eine Begründung dafür gegeben. Außer einer wenig einleuchtenden Erklärung, dass man das tun müsse, um das Paradigma zu "retten", haben auch wir nach gründlichem Studium unserer Beispielsätze keine solche Begründung gefunden. Andererseits betrachten wir die "Nominalisierungs"-Versuche ernsthafter Autoren als Beweis, dass es solche Phrasen gibt und dass deren Problem einer Lösung bedarf.

(3) Nominalphrasen als Prädikat.
Filipino ist eine Sprache, die kein Verb im Satz erfordert. Daher können Nomina bzw. Nominalphrasen das Prädikat bilden {2-4.2}. Dies ist also die erste Gruppe von Nominalphrasen, die in obigem Paradigma "keinen Platz findet". Um diesen Defekt zu beheben, könnte man das Wort ay, das einigen Prädikaten vorangestellt wird, in obiges Schema aufnehmen. Dies scheitert daran, dass die Mehrheit der ay Phrasen keine Nominalphrasen sind. Die überwiegende Zahl der Prädikate steht jedoch am Satzanfang und erhält kein Bestimmungswort, entsprechende Nominalphrasen besitzen also weder ang, ng noch sa.

(4) Nominalphrasen mit Ligatur.
Einige Gruppen von Nominalphrasen werden mit Hilfe einer Ligatur mit der übergeordneten Phrase verbunden, wobei Ligatur und ang - ng - sa einander ausschließen. Diese Ligaturphrasen (die wir Subjunkte nennen) können Attribute sein {8-7.4}, aber auch Argumente von Verben {6-7.4}. Auch hier ist die Aufnahme der Ligatur in das Paradigma keine Lösung des Problems, da die Mehrheit der Ligaturphrasen keine Nominalphrasen sind.

(5) Nominalphrasen ohne Bestimmungswort.
Weitere Gruppen von Nominalphrasen passen nicht in obiges Paradigma, weil sie weder ang, ng noch sa besitzen. Dazu gehören alle Existenzphrasen {4-3} und die Phrasen, die wir als disjunktive Nominalphrasen bezeichnen {5-3.1}.

(6) Bei { Bloomfield 1917} findet sich keine mit (1) vergleichbare Darstellung. Eine Art Paradigma wird bei { Lopez 1941 §80} für die 'Articles of the Proper Noun and the Common Noun' aufgestellt, das sich von (1) im Wesentlichen dadurch unterscheidet, dass ein 'Appositional' mit der -ng/na Ligatur hinzugefügt wird, der die in (4) erwähnten Konstruktionen erfasst. Vgl. Zuordnung von Phrasen {1A-612 }.

Vgl. Bemerkung {1-6.3 (5) Θ}.


{1A-634 }   "Case phrases"

Wir fanden bei { Kroeger 1991 p. 203} einen Hinweis auf eine Arbeit von G. Lamontagne und L. Trevis ('The syntax of adjacency', WCCFL 6:173-186, 1987): 'Another way of accounting for the initial position of the case-marker might be to assume that the case-marker is actually the head of a KP ("Case Phrase").' Die 'case-marker' entsprechen vermutlich unseren Bestimmungswörtern und die 'case phrases' unseren Funktionsphrasen.


{1A-7011 }   Bemerkungen zur Struktur der filipinischen Syntax bei L. Bloomfield

(1) Wir fassen aus dem Werk von L. Bloomfield { Bloomfield 1917} zusammen:

(2) Wir kommentieren die Bloomfield'schen Ansätze an folgenden Stellen:


{1A-7012 }   Bemerkungen zur Struktur der filipinischen Syntax bei N. Himmelmann

Wir fassen aus dem Werk von N. Himmelmann { Himmelmann 1987 p. 78} zusammen:

'Es gibt also fünf grundlegende morphosyntaktische Positionen im Tagalog: Prädikat (Markierung: Satzanfangstellung bzw. ay), attributives Gefüge (na), attributives Gefüge mit referentiellem Attribut (ng), Umstandsbestimmungen (im weitesten Sinne) (sa) und Prädikationsbasis. Letztere ist notwendig referentiell und wird deshalb immer durch eine ang-Phrase realisiert, ang aber markiert nicht Prädikationsbasen per se, sondern Referentialität. Die Beziehung zwischen Prädikat (P) und Prädikationsbasis (PB) ist eine simple Zuschreibung oder Gleichsetzung (X ist Y), wie sie im Nominal- oder Äquationalsatz der meisten Sprachen geläufig ist. Sie wird nicht segmental realisiert, sondern zum einen durch die Stellung (P vor PB), zum andern durch das Fehlen eines besonderen Markers gekennzeichnet; alle anderen morphosyntaktischen Relationen sind dagegen explizit (segmental) markiert. Zur Prädikatsphrase gehören alle mit dem prädikativen Kern verbundenen Elemente; d.h. alles, was mit durch ng, na oder sa dem Kern attribuiert wird. ... Jedes Vollwort ist potentiell Prädikat (wie es auch potentiell PB ist) und als Prädikat dann jeweils strikt einstellig.'

Wir sehen folgende prinzipiellen Übereinstimmungen mit unserer Darstellung:


{1A-7013 }   Bemerkungen zur Struktur der filipinischen Syntax bei P.R. Kroeger

Wir fassen aus dem Werk von P.R. Kroeger { Kroeger 1991} zusammen:


{1A-7014 }   Bemerkungen zur Struktur der filipinischen Syntax bei P. Schachter et F.T. Otanes

Die 'Tagalog Reference Grammar' von P. Schachter et F.T. Otanes { Schachter 1972} stellt weitgehend morphologische und semantische Gesichtspunkte in den Vordergrund (letztere oft im Vergleich zur englischen Sprache). Deshalb treten zwangsläufig syntaktische Strukturen etwas in den Hintergrund. Bezüglich dieser sind besonders zu erwähnen:

Im ersten Kapitel wird Bezug genommen auf den 'Manila dialect, as spoken by recent college graduates', vermutlich gilt dies für das gesamte Werk. Einige Beispiele sind etwas elitär und akademisch, während die Alltagssprache weniger im Mittelpunkt steht.


{1A-7015 }   Bemerkungen zur Struktur der filipinischen Syntax bei C. Lopez

Wir fassen aus dem Hauptwerk von C. Lopez { Lopez 1941} zusammen:


{1A-7016 }   Bemerkungen zur Struktur der filipinischen Syntax bei Sangguniang Gramatika der UP

Wir fassen aus dem Grammatikbuch der UP { Aganan 1999} zusammen:


{1A-702 }   Trennung von Syntax und Morphologie

"In unserem Ansatz nehmen wir eine Trennung von Syntax und Morphologie vor. Die Zusammenhänge zwischen Syntax und Morphologie sind nicht die Basis unseres Strukturmodells, sondern Ergebnisse unserer Analyse. Der Begriff Morphosyntax wird von uns nicht verwendet."

Bei dieser Vorgehensweise wollen wir keineswegs den morphosyntaktischen Ansatz der modernen Linguistik ignorieren. Vielmehr möchten wir versuchen, die Besonderheiten der filipinischen Sprache bezüglich Trennung und Zusammenhang von Morphologie und Syntax herausarbeiten zu können. Dazu folgende Zitate { Himmelmann 1987}:

'Das konkrete Wort erscheint dann immer mehr nur noch als zur Besetzung einer syntaktischen Position "zugerichtetes" Lexem und wird so zu einer Ebene zwischen den Extrempolen Lexem und Satz.' (p. 38)
'Das morphosyntaktische Verfahren erfordert, dass die Ausdrucksseite gegliedert ist, also für verschiedene Inhalte verschiedene Ausdrucksformen zur Verfügung stellt.' (p. 49)

Nach unserer Auffassung ist die filipinische Sprache einen besonderen Weg bei der 'Zurichtung' der Lexeme gegangen. Unserer Sprachregelung folgend, passt beinahe jede Inhaltsphrase zu jeder Funktionsphrase, ohne dass eine besondere 'Zurichtung' für die syntaktische Position vorgenommen wird. Andererseits finden bedeutende morphologische Veränderungen der Lexeme durch Affigierung statt, die jedoch nicht direkt in Zusammenhang mit der syntaktischen Position gesehen werden können. Nach unserer Analyse wird statt einer 'Zurichtung' der Lexeme in der filipinischen Sprache das System der Bestimmungswörter verwendet, um die syntaktische Position der Lexeme darzustellen. Die Verwendung dieser Bestimmungswörter betrachten wir als Bestandteil der filipinischen Syntax.


Die filipinische Sprache von Armin Möller   http://www.germanlipa.de/filipino/sy_ugnay_2A.htm
17. Dezember 2009 / 15. Oktober 2013

Syntax der filipinischen Sprache - Ende 1A Anhang Grundzüge (Datei 1A/2)

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