{13A-2321} Sätze ohne Subjekt: Allgemeine Aussagen
|
{13A-2322} Sätze ohne Subjekt: Sätze mit Passivverben, die kein Subjekt erfordern
|
{13A-2323} Sätze ohne Subjekt: Ausrufe, Grußformeln, allgemeine Aufforderungen u.Ä.
|
{13A-2324} Umgangssprachliches Weglassen des Subjektes
Die Beispiele sind einem Text im Boak-Tagalog Dialekt entnommen.
|
{13A-2331} Ankündigungssätze von direkter Rede
|
{13A-241 Θ} Objunkte und Adjunkte als Bestandteile von Prädikat und Subjekt
"Weiterhin machen wir die Annahme, dass andere Phrasen (hauptsächlich Objunkte und Adjunkte) Bestandteil von Prädikat und Subjekt sind."
Bisher haben wir diese Aussage nicht begründet, wir haben hier nachzuholen, warum Objunkte und Adjunkte Prädikat und Subjekt zugeordnet und damit deren Bestandteil sind. Dazu betrachten wir eine alternative Satzform, in dem auch diese Phrasen gleichberechtigt neben Prädikat und Subjekt stehen:
| [1] | {P-P} {P-S} {P-C} {P-A} {P-../I} |
Für eine solche Satzform [1] spricht, dass sie gut die zeitliche Abfolge der Phrasen im filipinischen Satz wiedergibt, in dem regelmäßig Bestimmungswörter und andere Wörter abwechseln. Trotzdem sprechen gewichtige Tatsachen gegen diese Satzform:
Daraus folgern wir, dass Satzbau [1] keine gute Beschreibung des Satzes in der filipinischen Sprache ist.
{13A-242
} Filipinischer Regelsatz
Unsere Darstellung des filipinischen Satzes stimmt recht gut überein mit der bei
{
Himmelmann 1987 p. 76} und {
Aganan 1999 p. 73 ff.}.
Der filipinische Regelsatz mit seiner Struktur
{P-P} {P-S} {P-../I}
unterscheidet sich vollständig vom Regelsatz der indoeuropäischen Sprachen, dessen Satzbau schematisch wie folgt wiedergegeben werden kann
{Verb}
{Argumente} {Periphere Phrasen}
wobei eines der Argumente häufig als Subjekt bezeichnet wird, während der Begriff des
Prädikates nicht erforderlich ist. Da die philippinische Linguistik die filipinische
Sprache häufig mit dem Englischen vergleicht, verdient diese Bemerkung besondere
Beachtung {
Paz 2003 p. 73 ff.}.
{13A-411 Θ} Erläuterungen und Beispiele zu Merkmale der Lexeme
Wie die folgende Übersicht zeigt, können Merkmale in der filipinischen Sprache bestimmte Werte annehmen, aber auch unbestimmt bleiben.
| Merkmal | Eigentümer | Werte | Unbestimmt | |
| Fokus | V | /f.. | /f0 | {7-3} |
| Bestimmtheit | N | ja nein | häufig | {2-3} |
| Tempus | V | /A /E /F | /N | {7-6.2} |
| D | /A /F | in der Regel | {10-1} | |
| Person | PP PD | /1 /2 /3 | niemals | {6-4.1} {6-4.2} |
| Numerus | N | /S /P | häufig | {6-3.2} |
| PP | /S /P | niemals | {6-4.1} | |
| Geschlecht | N | M F | nahezu stets | {6-3.1} |
| Personenname | N | ja | häufig | {6-6.3} |
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Wir betrachten den Pluralartikel mga nicht als Lexem des Lexikons, da er während der 'select-merge-move' Prozesses durch andere Pluralanzeigen ersetzt werden kann {13A-422 Θ [2b 3b]}.
{13A-421 Θ} Merkmal Argumentstruktur
"Verben besitzen in der filipinischen Sprache das Merkmal Argumentstruktur. Damit wird festgelegt, welche wesentlichen Funktionsphrasen das Verb im Satz erwartet. Während der 'select-merge-move' Prozesse wird die dazugehörige Struktur der Funktionsphrasen gebildet."
Im Lexikon des Satzes hat das Verb das Merkmal Argumentstruktur [1-3]. Zusätzlich müssen die Lexeme, die die Argumente bilden, das Merkmal Funktion besitzen [4 5]. Dieser Prozess kann nur erfolgreich sein, wenn das Lexikon die richtige Anzahl Argumente liefert. Dabei besteht ein Toleranzbereich; semantisch nicht wichtige Lexeme können bereits im Lexikon fehlen und Lücken in der Phrasenstruktur hinterlassen [3|6]. In unserer Syntax verwenden wir den Begriff Argumentstruktur für Verben. Möglicherweise sollte er auf andere Wortarten ausgedehnt werden [7 8] {13-2.2.3}.
| ||||||||||||||||||||||||||||
Die Verwendung des Begriffes Argumente wirft in der filipinischen Sprache einige Fragen auf. Zunächst kann er sich im Lexikon nicht auf die Funktionsphrasen beziehen (diese sind dort nicht vorhanden), sonderen auf deren Inhaltsphrasen. Ist eines der Lexeme ein Verb mit mehrerer Argumenten, so ist es deutlich, dass die Argumente diesem Verb zugeordnet sind. In der Sprache der Syntax: Argumente, die Objunkte und Adjunkte werden, sind Bestandteil der Verbphrase. Nur das Argument Subjekt steht außerhalb. Werden Prädikat und Subjekt getauscht, so bleiben Objunkte und Argumente Bestandteil der Verbphrase, werden also Bestandteile des neuen Subjektes. Schwieriger ist die Betrachtung, wenn ein Verb nur ein Argument besitzt. Besitzt das Verb dieses Argument oder wird es von ihm besessen? Als Beispiel der Satz 'Der Hahn kräht.': Gehört der 'Hahn' zum 'Krähen' oder besitzt der 'Hahn' das 'Krähen'? In der Sprache der Syntax: Sowohl Prädikat und Subjekt enthalten eine Inhaltsphrase, die Besitzer des Argumentes in der anderen oder auch Argument der anderen sein kann. Nach einem Tausch von Prädikat und Subjekt in der filipinischen Sprache ist die Lage die gleiche; formal herrscht völlige Symmetrie. Diese Frage wird weniger theoretisch, wenn man verblose Sätze betrachtet (oder wenn man davon ausgeht, dass die filipinische Sprache keine Verben besitzt, und damit alle Sätze verblos werden). Eine Festlegung, dass die Inhaltsphrase des Prädikates stets der Besitzer des Argumentes ist, scheidet aus, da sie bei Verbphrasen oft nicht zutrifft.
{13A-422 Θ} Merkmal Plural
Substantive, Personalpronomen und Adjektive besitzen besondere Pluralanzeigen {6-3.2}. In der filipinischen Sprache muss der Plural nur einmal angezeigt werden [1a 2a 2b 3a 3b 4a]; es gibt jedoch auch Redundanz [2c 3c]. Bestimmte Sätze, die einem Kongruenzprinzip folgen, sind selten [1b] oder gar ungrammatikalisch [4b]; in unserem Werkstatt-Thersaurus haben wir sieben Sätze mit Satzmuster [3b] gefunden {9A-2211 [1-7]} und nur drei mit Satzmuster [3c] {9A-2211 [8-10]}. Die Sätze [2b 3b] sind Beispiele für Merkmalwanderung (das Substantiv ist im Plural, die Pluralanzeige erfolgt jedoch beim Adjektiv).
| |||||||||||||
| Die filipinische Sprache von Armin Möller http://www.germanlipa.de/filipino/sy_usap_1A.htm 22. April 2010 |