{14A-2421} Morpheme und Sprechsilben bei Ableitungen mit Affixen
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Die vielen Fälle, bei denen es keinen Konflikt zwischen Morphemgrenzen und Grenzen der Sprechsilben geben kann, wurden oben nicht betrachtet (Beispiel magluto |mag+luto| [mʌg'lu:.tɔʔ], kausap |ka+usap| [kʌ'ʔu:.sʌp]).
{14A-2422} Verwendung des Bindestriches in der filipinischen Orthografie
Der Bindestrich (gitlịng) hat in der filipinischen Orthografie zwei unterschiedliche Funktionen.
Phonologische Funktion des Bindestriches
Der Konsonant Po [ ʔ ] wird in der
filipinischen Orthografie nicht als Buchstabe dargestellt. Po kann am
Silbenbeginn im Wortinneren stehen. Wenn die vorangehende Silbe mit Vokal endet,
besteht keine Gefahr einer falschen Silbentrennung [1a]. Endet die vorangehende Silbe
mit einem Konsonanten, so wird regelmäßig ein Bindestrich gesetzt, der anzeigt, dass
ein Po zwischen dem Endkonsonanten und dem Vokal steht. Damit ist deutlich, dass
der Endkonsonant noch zur ersten Silbe gehört, dass also die Silbengrenze hinter ihm
liegt [1b 2a].
Morphologische Funktion des Bindestriches
In bestimmten Fällen wird in zusammengesetzten Wörter ein Bindestrich gesetzt, um die
morphologische Struktur des Wortes deutlicher hervortreten zu lassen [3-5].
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{14A-2521} Beispiele zu Lautänderungen bei auf -ng endenden Präfixen
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Anmerkung zu [6]: Bei einigen mit ng- anlautenden Stämmen ist nicht mit
Sicherheit zu entscheiden, ob das Präfix mang- (mit Weglassung des Stammanlautes)
oder ma- (ohne Weglassung des Stammanlautes) verwendet wird, Beispiel
manganib
|mang+nganib| oder |ma+nganib|.
Anmerkung zu [13 14] Einige Bildungen auch mit pang-
(Beispiel panglabạ,
panglakad, pangrạdyo).
Für Adjektive und Substantive mit instrumentaler Bedeutung werden in einer Anzahl von Fällen die Formen mit und ohne Weglassung des Stammanlautes gleichberechtigt nebeneinander verwendet. Besonders häufig ist dies bei Präfix pan- und Stammanlaut s oder t (Beispiel panumbạs - pantumbạs).
Vergleicht man die Regeln der obenstehenden Tabelle mit entsprechenden Lautfolgen in Stammwörtern, so sind einige Abweichungen zu beobachten:
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{14A-2541
} Wortauslaut
[ h ]
(1) Wir betrachten das Hinzufügen eines [ h ] am Phrasenende als eine Lautänderung. Dementsprechend betrachten wir alle Einzelwörter ohne [ h ] und fügen bei Transkriptionen von Phrasen das [ h ] am phonologischen Phrasenende hinzu.
(2) Zusätzlich haben wir untersucht, ob ein Wortauslaut [ h ] vorkommt, wenn das Wort nicht am Phrasenende steht. Es kann davon ausgegangen werden, dass ein Wortauslaut [ h ] nicht vorliegt, wenn nach diesem Wort die rin Form des Kurzwortes din verwendet werden kann. Eine Zählung in unserem Werkstatt-Korpus ergab (Kurzwortkombinationen wie ko rin oder na rin wurden nicht gezählt), dass in den betrachteten Fällen nur selten ein Wortauslaut [ h ] vorkommt. Eingeschlossen wurden die Fälle, in denen das vor din/rin stehende Wort auf Po [ ʔ ] endet (Beispiel [hɪn'di: rɪn] statt [hɪn'dɪʔ dɪn]), da vermutet werden kann, dass dann Po [ ʔ ] entfällt {14-2.5.3}.
| din | rin | ||
| ..a din | 1 | ..a rin | 16 |
| ..e din | 0 | ..e rin | 1 |
| ..i din | 4 | ..i rin | 19 |
| ..o din | 0 | ..o rin | 10 |
| ..u din | 0 | ..u rin | 0 |
| Gesamt din | 5 | Gesamt rin | 46 |
(3) Bei {
Schachter 1972 p. 23} wird der Sachverhalt umgekehrt beschrieben.
Alle Wörter, die nicht auf einen anderen Konsonanten auslauten, besitzen einen
Auslaut [ h ], der in der Phrasenmitte entfällt.
{
Aganan 1999 p. 3} folgt diesem Ansatz.
(4) Nach auf Vokal auslautenden Stämmen werden die Suffixe
-han und -hin verwendet {15-3.3}.
Es liegt nahe, dies in Zusammenhang mit dem Vorhandensein eines Endlautes
[ h ] des Wortes ohne Suffix zu sehen. Folgerichtig
betrachten {
Aganan 1999 p. 19} die Bildung der Suffixe
-nan und -nin als Lautänderungen (pagpapalịt, Beispiel
sala - kasalanan
[kʌ.sʌ'la:.nʌn].
{14A-271
} Behandlung der
Buchstabenkombination <ng> in philippinischen Wörterbüchern
Traditionell wird in den Philippininen die Buchstabenkombination
<ng> bei alphabetischer Anordnung wie ein Buchstabe
behandelt. Ältere Wörterbücher (z.B. L. J.
English {
LJE}) sind hier konsequent. Sowohl am Wortanfang
wie auch innerhalb des Wortes wird dies streng durchgeführt. Die Reihenfolge ist also
<nunot - nga - obalo> und <panyo
- pangit - paod>. Leider ist der UP Diksiyonaryo
{
UPD} hier inkonsequent. Bei <ng> am
Wortanfang wird die traditionelle Methode beibehalten, also
<nunot - nga - obalo>. Ein <ng>
im Inneren eines Wortes wird jedoch als zwei getrennte Buchstaben betrachtet, also
<pandiwa - pangit - panig>.
{14A-272
} Buchstabieren und Alphabet
In philippinischen Grammatibüchern und im Schulunterricht nehmen Buchstabieren und
Alphabet einen breiten Raum ein (in dem Grammatikbuch
{
Santiago Bal 2003} werden diesem Thema 63 von insgesamt 287
Seiten gewidmet). Es gibt einen Regierungserlass aus dem Jahr 1987, der ein
offizielles Alphabet vorschreibt {
Santiago Bal 2003
p. 49 ff.}. Wir halten dieses Alphabet weder für sachlich richtig noch der
filipinischen Sprache angemessen.
Bei {
Romero 2004 v. 1 p. 7} und bei
{
Alcantara 2006 p. 15} werden filipinische Alphabete dargestellt,
die bezüglich der Buchstabennamen unserem Vorschlag sehr ähnlich sind.
{23-14.1} Betrachtungen zur filipinischen Sprache: "Über englische, Tagalog und Filipino Alphabete"
{14A-501} Phonologie und Transkription
Wir möchten hier deutlich machen, dass Transkriptionen phonologische Tatbestände nur dokumentieren. Diese Tatbestände existieren bereits unabhängig von einer Transkription.
Diese Bemerkung erscheint uns notwendig, weil wir philippinische Bücher gefunden haben, in denen phonologische Phänomene unter dem Thema Transkriptionen behandelt werden.
{14A-502} Silbengrenzen bei Lehnwörtern
In der filipinischen Orthografie werden bei filipinischen Wörtern Silbengrenzen regelmäßig durch einen Bindestrich angezeigt, wenn die Silbentrennung nicht den orthografischen Erwarungen ohne Bindestrich entspricht (Beispiel <pang-abay> [pʌŋ'ʔa:.baɪ]) {14A-2422}. Diese Regel könnte ohne Probleme auf orthografisch angepassten Lehnwörter ausgedehnt werden, was zu Schreibungen wie <le-tse-plan> [lɛ.tsɛ'plʌn] führen würde.
{14A-511} Internationales Phonetisches Alphabet IPA
Wir verwenden das Internationale Phonetische Alphabet (IPA), das leider in den Philippinen kaum bekannt ist. Für Internetkommunikation besitzen die Zeichen des IPA Unicodes, die dargestellt werden können, wenn der Benutzer eine Schriftart besitzt, die diese Unicodes unterstützt. Dazu gehören: 'Arial Unicode MS' [paŋ'ʔa:.baɪ], 'Lucida Sans Unicode' [paŋ'ʔa:.baɪ], 'Lucida Grande' [paŋ'ʔa:.baɪ] 'TITUS Cyberbit Basic' [paŋ'ʔa:.baɪ], 'Code 2000' [paŋ'ʔa:.baɪ], 'MV Boli' [paŋ'ʔa:.baɪ], 'MS Mincho' [paŋ'ʔa:.baɪ].
'The International Phonetic Alphabet is a phonetic alphabet used by linguists to accurately and uniquely represent each of the wide variety of sounds (phones or phonemes) the human vocal apparatus can produce. It is intended as a notational standard for the phonetic representation of all languages. Most of its symbols are taken from the Roman alphabet or derived from it, some are taken from the Greek alphabet, and some are apparently unrelated to any standard alphabet.
It was originally developed by British and French language teachers (led by Paul Passy) under the auspices of the International Phonetic Association, established in Paris in 1886 (both the organisation and the phonetic script are best known as IPA). The first official version of the alphabet appears in Passy (1888). The alphabet has undergone a number of revisions during its history, including some major ones codified by the IPA Kiel Convention (1989).
The sound-values of the consonants that are identical to those in the Latin alphabet in most cases correspond to usage in most European languages including English. [p], [b], [t], [d], [k], [g], [m], [n], [f], [v], [s], [h], [z], [l], [w]. The vowel symbols that are identical to those in the Latin alphabet ([a], [e], [i], [o], [u]) correspond roughly to the vowels of German, Spanish, or Italian. [i] is like the vowel in piece, [u] like the vowel in food, etc. Most of the other symbols that are shared with the Latin alphabet, like [j], [r], [c], and [y], correspond to sounds those letters represent in other languages. [j] has the sound value of English y in yoke (= German, Scandinavian or Dutch j); whereas [y] has the ancient Greek, Scandinavian, and Old English value of the letter (= Finnish y, German y or ü, French u, or Dutch uu.) The general principle is to use one symbol for one speech segment, avoiding letter combinations such as sh and th in English orthography.'
Referenzen:
Wikipedia-Enzyklopädie: Internationales Phonetisches Alphabet (in deutscher Sprache).
Wikipedia Encyclopedia: International Phonetic Alphabet (in englischer Sprache).
Einige US-Autoren sprechen von einem 'US IPA' und einem 'British IPA'. Unter 'British IPA' verstehen sie das IPA; mit 'US IPA' wird ein lokales US-System bezeichnet, das vom IPA abweicht. Einige philippinische Autoren verwenden Zeichen dieses US-Systemes.
Die Betonung wird im IPA angezeigt, indem vor die betonte Silbe das Zeichen ' (ähnlich Apostoph) für Hauptbetonung und , (ähnlich Komma) für Nebenbetonung gesetzt wird. Damit werden automatisch Silbengrenzen angezeigt; eine Silbengrenze ohne Betonungszeichen kann durch . (Punkt) verdeutlicht werden.
{14A-5311
} Orthografische Ergänzungen bei V.S.
Almario
In dem Buch Pag-unawa sa Ating Pagtula von V.S. Almario
{
Almario 2006} wird eine besondere Verwendung der orthografischen
Ergänzungen vorgenommen. Diese werden an allen Stellen angebracht, wo die filipinische
Sprache unterschiedliche Wörter besitzt, die ohne Ergänzungen gleich werden. So findet man
dort <lámang>, <pagbása> und
<kayâ>. Da diese Ergänzungen offenbar vorgenommen
werden, um Missverständnisse beim Lesen zu vermeiden (und nicht zur Darstellung der
Phonologie), wird die Darstellung <salitâng> gewählt,
was nicht der Phonologie [sʌ.lɪ'tʌŋ]
ohne Po
[ʔ] entspricht.
Da vermutlich beabsichtigt ist, diese orthografischen Ergänzungen allgemein einzuführen, könnten diese Bestandteil des allgemeinen Schriftbildes werden. Wenn sie allgemein eingeführt würden, stören sie nicht länger das gewohnte Schriftbild, sondern werden Teil davon. Allerdings wird die Frage der passenden orthografischen Ergänzungen in Wörter- und Lehrbüchern damit nicht gelöst, da sich die bei Almario vorgenommenen Ergänzungen nur auf unterschiedliche Wörter mit ansonsten gleicher Orthografie beschränken.
| Die filipinische Sprache von
Armin Möller
http://www.germanlipa.de/filipino/sy_tunog_2A.htm
23. April 2010 |