In den vorigen Abschnitten wurde die Phonologie der filipinischen Wortstämme betrachtet. Von diesen Wortstämmen werden andere Wörter abgeleitet und bilden dann eine Wortfamilie. Diese Bildungen werden im Kapitel Morphologie behandelt {15-2}. Hier betrachten wir einige phonologische Auswirkungen der Wortbildung. Affigierung ist das wichtigste Werkzeug der filipinischen Sprache zur Bildung von abgeleiteten Worten.
Die größte Zahl der Affixe (Übersicht in {15-3.1}) sind Präfixe, von denen wiederum der größte Teil auf einen Vokal endet und daher eine eigene Silbe bildet. Nur einige Präfixsilben enden auf [ g ] und [ ŋ ]; letztere werden in Abschnitt {14-2.5.2} betrachtet. Weit überwiegend ist / a / der Vokal der Präfixsilben, seltener kommt / i / vor; / o u e / werden nicht zur Bildung von Präfixen verwendet. Der häufige Gebrauch der auf / a / endenden Präfixsilben verstärkt die Vokalhäufigkeit der filipinischen Sprache und die Dominanz des Vokales / a /.
Hinzu kommen zwei Suffixe / -in / und / -an / und zwei Infixe / -in- / und / -um- /. Diese Suffixe und Infixe sind Morpheme, die keine eigenen Silben bilden. Alle Affixe werden zur Wortbildung (Derivation) verwendet mit Ausnahme des Infixes / -in- /, das ausschließlich ein Flexionsaffix ist.
Die in den vorigen Abschnitten {14-2.3..} dargestellten Silben sind Sprechsilben (pantịg na panalitạ); nach ihnen wird beim Sprechen gegliedert. Morpheme (morfem) sind die kleinsten bedeutungstragenden Einheiten einer Sprache, sie können aus einer oder mehreren Sprachsilben (pantịg na pangwika) bestehen. Werden zu einem Wort Affixe hinzugefügt, können folgende Situationen bezüglich Sprech- und Sprachsilben entstehen {14A-2421}:
Unter Lautänderungen (pagbabago ng tunọg) verstehen wir Änderungen von Lauten gegenüber der Lautung des Einzelwortes bzw. des Wortstammes. Diese werden häufig durch die Verwendung der Einzelwörter in phonologischen Phrasen veranlasst. In der Schriftsprache (Orthografie und Standardlautung) werden Lautänderungen in der Regel nur vorgenommen, wenn sie die Einzelwörter betreffen. So können obligatorische Lautänderungen, die durch die Struktur der phonologischen Phrase bestimmt sind, in der Schriftsprache fehlen. Die Umgangslautung weicht von der Standardlautung ab, wobei Verkürzungen häufig sind.
In der filipinischen Sprache kommen u.a. folgende Lautänderungen vor
(etwa nach {
Aganan 1999 p. 17 ff.}):
Es ist naheliegend, dass durch Lautänderungen Lautkombinationen geschaffen werden, die auch innerhalb von Wortstämmen bevorzugt auftreten. Ähnlich werden Kombinationen vermieden, die in Wortstämmen selten sind. Trotzdem bestehen Unterschiede zwischen Lautkombinationen, die in Wortstämmen vorhanden sind, und denen, die durch Lautänderungen geschaffen werden.
Kommt der Konsonant [ d ] zwischen zwei Vokalen zu stehen, dann wird [ d ] häufig zu [ r ] geändert (Beispiel: dahan - marahan). Diese Änderung findet in der Schriftsprache nahezu regelmäßig statt, während in der Umgangssprache auch nicht geänderte Formen vorkommen (Beispiel: dami - marami mit [mʌ'ra:.mɪ] in Schrift- und Umgangssprache und [mʌ'da:.mɪ] nur in der Umgangssprache). Auch in der Schriftsprache gibt es eine größere Zahl Ausnahmen (Beispiele: daạn - padaạn und paraạn mit abweichender Bedeutung, damdạm - kadamdamin). Nach dem Präfix i- wird nur selten zu [ r ] geändert; interessant ist die Bildung daịng - idinaraịng, in der beide Formen vorkommen.
(1) Eine auf [ ŋ ] endende Silbe kann den Endlaut zu [ m ] ändern, wenn die folgende Silbe mit [ b ] oder [ p ] beginnt. Eine entsprechende Änderung in [ n ] kann stattfinden, wenn die folgende Silbe mit [ d l r s t ] beginnt.
Die auf -ng [ ŋ ] endenden Präfixe mang-, pang-, sang- und sing- unterliegen dieser Lautänderung, die regelmäßig in Schrift- und Umgangssprache vorgenommen wird. Zusätzlich kann der Anlaut des Stammes entfallen; dabei kann das ursprüngliche Affix auf zwei Sprechsilben verteilt werden.
Lautänderung | Anlaut Stamm |
Anlaut Stamm entfällt? | ||
| Keine | mang- pang- sang- sing- |
g h k m n w y ŋ ʔ | Nein | gamọt
[gʌ'mɔt] -
manggamọt [mʌŋ.gʌ'mɔt] abay ['ʔa:.baɪ] - pang-abay [pʌŋ'ʔa:.baɪ] |
| Ja | kahoy
['ka:.hɔɪ] -
mangahoy [mʌ'ŋa:.hɔɪ] anạk [ʔʌ'nʌk] - manganạk [mʌ.ŋʌ'nʌk] | |||
| Zu [ m ] | mam- pam- sam- sim- |
b p | Nein | bahay ['ba:.haɪ] -
pambahay [pʌm'ba:.haɪ] pulạ [pʊ'lʌ] - pampulạ [pʌm.pʊ'lʌ] |
| Ja | bilị
[bɪ'lɪ] - pamilihan
[,pa:.mɪ'li:.hʌn] patạy [pʌ'taɪ] - mamatạy [mʌ.mʌ'taɪ] | |||
| Zu [ n ] | man- pan- san- sin- |
d l r s t | Nein | dila
['di:.lʌʔ] -
mandila [mʌn'di:.lʌʔ] sayạw [sʌ'jaʊ] - pansayạw [pʌn.sʌ'jaʊ] |
| Ja | sagọt
[sʌ'gɔt] -
managọt [mʌ.nʌ'gɔt] tiwala [tɪ'va:.lʌʔ] maniwala [mʌ.nɪ'va:.lʌʔ] | |||
| Weitere Beispiele {14A-2521}. | ||||
Wörter mit entfallenem und nicht entfallenem Anlaut des Stammes besitzen in der Regel gleiche Bedeutung (Beispiel: punas - pamunas und pampunas). Ein Wegfall des Endlautes des Präfixes findet vermutlich nicht statt, in diesen Fällen kann davon ausgegangen werden, dass die Präfixe pa- oder ma- verwendet werden (Beispiel mamanhịd |ma+manhid| und vermutlich nicht |* mang+manhid|).
(2) Im Fall von Silbendoppelung beruht die Doppelung auf den neuen Sprechsilben [1-4].
| |||||||||||||||||||||||||
(3) Die mit pang- gebildeten Ordinalzahlen dalawạ - pangalawạ [pʌ.ŋʌ.lʌ'vʌ] und tatlọ - pangatlọ [pʌ.ŋʌt'lɔ] folgen nicht obigen Regeln. Eine weitere Ausnahme sind Bildungen wie pangpasarạp {13-5.2.3 (2)}.
(4) Die Lautänderung kann auch durch ein nachfolgendes Wort verursacht werden, das auf ein auf [ ŋ ] endenden Wort folgt. In der Regel ist diese Endung durch eine -ng Ligatur entstanden. Beispiel ist isạng bahay, das [ʔɪ'sʌŋ 'ba:.haɪ] oder [ʔɪ'sʌm 'ba:.haɪ] gesprochen wird. In der Schriftsprache finden sich diese Lautänderungen in wenigen Eigennamen wie Muntịnlupa [mʊn,tɪn'lu:.pʌʔ].
In der Ableitung gampạn von
ganạp - (statt ganapan) wird
[ n ] zu [ m ]
vor [ p ].
(1) Der glottale Verschlusslaut Po [ ʔ ] am Ende betonter Silben kann entfallen, wobei der vorausgehende Vokal gedehnt wird. Diese Lautänderung findet in der Umgangssprache häufig statt, sie wird nie orthografisch abgebildet. Das nun auf langen Vokal auslautende Wort kann mit einem nachfolgenden Kurzwort verbunden werden. Beispiele sind hindị mit [hɪn'dɪʔ] oder [hɪn'di:], letzteres u.a. in der Verbindung [hɪn'di:.nʌ]. Ebenso in walạ na [vʌ'la:.nʌ] statt [vʌ'lʌʔ nʌ].
Bei weniger idiomatischen Ausdrücken wird diese Lautänderung nur selten vorgenommen. So bleiben z.B. in der Regel gawạ ko [gʌ'vʌʔ kɔ].
(2) Bei einem Hiatus beginnt dessen zweite Silbe mit Po [ ʔ ]. Umgangssprachlich kann Po entfallen und die beiden Vokale zu einem langen zusammengezogen werden. Dies gilt ebenfalls, wenn in einer phonologigen Phrase ein "Quasi"-Hiatus besteht. Beispiel für beides ist nasaạn na akọ? in Standardlautung [,na:.sʌ'ʔʌn nʌ ʔʌ'ko:h] und in Umgangslautung [,na:'sa:n 'na:.ko:h].
(1) In der letzten Silbe einer phonologischen Phrase konnen Lautänderungen stattfinden. Während am Nicht-Phrasenende alle Wörter kurze Vokale in der letzten Silbe besitzen, kann diese Silbe am Phrasenende zu einem langen Vokal gedehnt werden. Es hängt stark vom Sprecher ab und von der Sprechsituation, in welchem Umfang von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht wird. In Fragesätzen wird der entsprechende Vokal häufiger gedehnt als in Aussagesätzen. Unabhängig davon, sind vier Fälle zu unterscheiden.
|
(2) Regelmäßig wird in den Fällen [1 2] ein Vokalauslaut am
Ende der phonologischen Phrase vermieden,
indem diesen Silben ein [ h ] als Wortendlaut
zugefügt wird {14A-2541
}.
Der Vokal / o / kommt in der Regel nur in der letzten Silbe eines Wortstammes vor {14-2.3.5}. Wird diese Silbe zur nichtletzten eines Wortes, so wird / o / in der Regel in Schrift- und Umgangssprache in / u / geändert (Beispiele: antọk - antukịn, bago - baguhan, dugọ - dinuguạn). Die Lautänderung kann auch bei Wortdoppelung vorgenommen werden (Beispiel sino - sinu-sino). Keine Änderung wird in der Standardlautung vorgenommen, wenn ein Hiatus / o.ʔo / vorhanden ist (Beispiel totoọ - totoohin). Jedoch kommt es in der Umgangssprache häufig zu dieser Lautänderung (Beispiel noọn wird [nɔ'ʔɔn], [nʊ'ʔɔn] oder [nʊ'ʔʊn] gesprochen).
Steht das folgende Wort in enger Beziehung zum vorigen, kann beim Sprechen ebenfalls diese Lautänderung stattfinden. Ein Beispiel ist magandạng hapon pọ [mʌ.gʌn'dʌŋ 'ha:.pɔn 'pɔʔ], das häufig [mʌ.gʌn'dʌŋ 'ha:.pʊn 'pɔʔ] gesprochen wird. Die Änderung tritt häufiger auf, wenn das folgende Wort wieder ein / o / enthält.
Häufig bleibt / o / in spanischen Lehnwörtern erhalten. Beispiel ist loko {J/Es} mit kalokohan, lokong-loko, jedoch luko-lokọ. Ein weiteres Beispiel ist mano pọ, das jedoch [,ma:.nʊ'pɔʔ] oder [,ma:.nʊ'po:h] gesprochen wird.
Die phonologische Bindung zwischen den Bestandteilen des Diphthongs ist in der
filipinischen Sprache nicht sehr eng. Wird einem mit Diphthong auslautendem Wort ein
Suffix (mit Vokal als Anfangslaut) angefügt, so kommt der Diphthong an eine Silbengrenze
zu stehen. In diesen Fällen wird der Diphthong häufig in Vokal und Konsonant gespaltet.
Orthografisch findet keine Änderung statt, da sie nicht
erforderlich ist. Beispiele sind buhay
['bu:.haɪ] → kabuhayan
[kʌ.bʊ'ha:.jʌn] (und nicht etwa
[* kʌ.bʊ'haɪ.ʔan] oder
kabuhayhan
[* kʌ.bʊ'haɪ.hʌn]) und
sakạy [sʌ'kaɪ]
→ sakyạn. [sʌk'jʌn].
Während diese Spaltung bei den Diphthongen <ay> und <oy> die Regel ist, ist der Zusammenhalt der Bestandteile des Diphthonges <aw> / aʊ / stärker, so dass es neben vollständiger Spaltung auch häufig zu nur teilweiser Spaltung oder Nichtspaltung kommen kann. Dabei entstehen Silben, die Ausnahmen in der filipinischen Lautung bilden. Wir betrachten dies an einem Beispiel:
(1) Durch Lautänderungen können Nebenformen von Wörtern (Varianten) entstehen. In vielen
Fällen ist schwierig zu entscheiden, welches das ursprüngliche und welches das geänderte
Wort ist. In diesen Fällen folgen wir den im UP Diksiyonaryo angegebenen
Prioritäten {
UPD}.
(2) Gelegentlich findet ein Austausch der Vokale / e / und / i / statt, vorwiegend (stets?) in der letzten Silbe (Beispiel gabe ['ga:.bɛ] - gabi ['ga:.bɪ]). Unterschiedliche Wörter und keine Varianten sind z.B. ewan ['ʔe:.vʌn] und iwan ['ʔi:.vʌn]. Ein Konsonantentausch kommt zwischen <w> [ v ] und Po [ ʔ ] vor (Beispiel uwạng [ʔʊ'vʌŋ] - uạng [ʔʊ'ʔʌŋ]).
(3) An Stelle des Hiatus / a.ʔi / kann der Diphthtong / aɪ / gesprochen werden {15A-341}.
Der Diphthong / aɪ / kann in unbetonten
Silben zum betonten Vokal / e / werden. Bei
aywạn
[ʔaɪ'vʌn]
- ewan
['ʔe:.vʌn] findet sich
letzteres regelmäßig in Schrift- und Umgangssprache. Die Bildung von
meroọn, meron
[,me:.rɔ'ɔn, 'me:.rɔn] von
mayroọn [maɪ.rɔ'ɔn] ist
in der Umgangssprache häufig {4-3 (4)}, Bildungen wie
kelan
['ke:.lʌn] oder
kesa
['ke:.sʌ] sind jedoch auch dort selten
{W Gubat}. Das Wort
tainga
[tʌ'ʔi.ŋʌ] besitzt
eine umgangssprachliche Nebenform tenga
['te:.ŋʌ], eine "Zwischenform" taynga
['taɪ.ŋʌ
] wird so gut wie nicht gebildet.
Verkürzungen sind ein wesentlicher Bestandteil der Umgangssprache. Im Allgemeinen wird der Vokal einer unbetonten Silbe weggelassen und der oder die Konsonanten verschwinden oder werden der vorigen bzw. nachfolgenden Silbe zugefügt. In Abschnitt {14-2.1.2} haben wir gezeigt, dass durch diese Verkürzungen Laute und Konsonantenkombinationen gebildet werden, die nicht zum Inventar der filipinischen Standardlautung gehören.
Viele dieser Verkürzungen sind Bestandteil der Schriftsprache (Beispiel: lamang und lang). Umgangssprachliche Verkürzungen werden in Regel nicht vorgenommen, wenn dadurch ungewohnte phonologische Strukturen entstehen, vor allem Konsonatenkombinationen. So wird die Verkürzung von siyạ zu [ ʃjʌ ] oder [ ʃʌ ] beinahe regelmäßig vorgenommen, während man zu [ njʌ ] verkürztes niyạ viel seltener hört.
Besonders zu erwähnen ist der Wegfall unbetonter Silben am Wortanfang, die keinen Endkonsonanten besitzen. So bildet die Umgangssprache das häufige yung [jʊŋ] von iyọn [ʔɪ'jɔn]. Das Adjektiv mit Ligatur isạng [ʔɪ'sʌŋ] wird umgangssprachlich zu sang [sʌŋ] verkürzt. Diese Form wird in der Schriftsprache ähnlich wie ein Affix verwendet (Beispiel sandaạn [sʌn.dʌ'ʔʌn]).
Weitere häufig auftretende Verkürzungen werden in den folgenden Abschnitten behandelt.
Bei der Bildung von Verben mit den Suffixes -in und -an kann es zu Verkürzungen kommen, die auch in der Schriftsprache vorgenommen werden. In der Regel wird nur verkürzt, wenn die letzte Stammsilbe betont ist. Dann wird sie im abgeleiteten Verb unbetont, und dieser unbetonte Vokal entfällt. Der Anfangskonsonant der letzten Stammsilbe wird zur vorletzten verschoben, und der Endkonsonant der Stammsilbe wird Anfangskonsonant der letzten Silbe mit Affix (Beispiel asịn [ʔʌ'sɪn] - asnạn [ʔʌs'nʌn], weitere Beispiele in {15A-332}). Endet die letzte Stammsilbe auf einen Vokal, wird wie bei unverkürzten Bildungen ein h eingefügt (Beispiel dalạ [dʌ'lʌ] - dalhịn [dʌl'hɪn]). Bei gawịn [gʌ'vɪn] von gawạ [gʌ'vʌʔ] entfällt nicht nur der Vokal der zweiten Stammsilbe, sondern auch der folgende Konsonant Po [ ʔ ].
Selten sind Verkürzungen von Stämmen, die auf der vorletzten Silbe betont sind, da durch die Verkürzung der betonte Vokal entfällt und die Betonung wieder zurückgehen muss. Beispiel ist der Stamm kuha ['ku:.hʌ], der statt [* kʊ'ha:.hɪn * kʊ'ha:.nɪn] die Verkürzung kunin ['ku:.nɪn] bildet. Unregelmäßig ist die Bildung von sarili [sʌ'ri:.lɪ] zu kasarinlạn [kʌ.sʌ.rɪn'lʌn], das ein Substantiv ist.
Diese Verkürzungen sind in der Regel nicht möglich, wenn die vorletzte Stammsilbe
auf einen Konsonaten oder Diphthong endet, da unerwünschte Konsonantenkombination entstehen
würden (Beispiel: hintạy -
hintayịn
[hɪn'taɪ] - [hɪn.ta:'jɪn] wird
nicht hintyin [* hɪnt'jɪn]). Wir
haben keine Verkürzungen gefunden, die zu Diphthongbildung führen würden (Beispiel
tawịd
[tʌ'vɪd]
mit tawirịn [tʌ.vɪ'rɪn]
und nicht etwa verkürzt zu [* taʊ'rɪn]).
Kurzwörter können mit dem vorausgehenden Wort verbunden werden und dabei verkürzt werden. Einige dieser Verkürzungen finden sich auch in der Schriftsprache.
Das Bestimmungswort ang kann dann verkürzt werden, wenn es eine rein syntaktische Funktion hat und nicht das Subjekt semantisch in den Fokus setzen soll (nur umgangssprachlich) {2-2.2 (3)}. Der verbleibende Laut [ ŋ ] kann zu [ m ] oder [ n ] abgewandelt werden {14-2.5.2} (Beispiel: Itọ ang bahay ko. [ʔɪ'tɔm 'ba:.haɪ kɔ]). Ebenso kann ang in Fragesätzen verkürzt werden {12-2.1 (2)}.
Zusammenziehungen mit ay finden sich auch in der Schriftsprache, wie <ako'y> [ʔʌ'kɔɪ] oder umgangssprachlich [ʔʌ'kuɪ].
In diese Gruppe gehören auch die Adjektive und Konjunktionen, die ursprünglich mit at verbunden wurden. Endet deren Stamm auf einen Vokal, so wird regelmäßig das nachfolgende at zu einem Endkonsonanten [ t ] verkürzt. Während früher diese Herkunft orthografisch dargestellt wurde, geschieht dies heute nicht mehr (Beispiel: bawat |bawa at| mit veraltetem <bawa't> und heutigem <bawat>).
Eine besondere Zusammenziehung dieser Art ist die Ligatur, die im folgenden Abschnitt betrachtet wird.
Die -ng Form der Ligatur kann als eine phonologische Zusammenziehung mit Lautänderung betrachtet werden. Dabei wird z.B. aus Malakị na dagạ zunächst [mʌ.lʌ'ki:.nʌ dʌ'gʌʔ] und daraus [mʌ.lʌ'kɪŋ dʌ'gʌʔ], was dann orthografisch als <malaking daga> dargestellt wird. Ähnliches gilt für auf [ ʔ ] und [ n ] endende Wörter vor der Ligatur. Hier entfällt zusätzlich der Endkonsonant des der Ligatur vorangehenden Wortes (Beispiel aking dagạ ['ʔa:.kɪŋ dʌ'gʌʔ] statt [* 'ʔa:.kɪn nʌ dʌ'gʌʔ] und batang dagạ ['ba:.taŋ dʌ'gʌʔ] statt [* 'ba:.tʌʔ nʌ dʌ'gʌʔ]). Die dann auf [ ŋ ] endenden Wörter können weitere Lautänderungen erfahren {14-2.5.2}. Die Lautänderung nach [ ŋ ] wird nicht in allen Fällen vorgenommen, so dass die ungeänderte na Form der Ligatur auch nach Auslaut Vokal, [ ʔ ] und [ n ] stehen kann {11-4.1}.
Diese Lautänderung gilt nur für die Ligatur na und nicht für das Kurzwortadverb na.
Siehe auch {15-2.4} über morphologische Anpassung von Lehn- und Fremdwörtern.
(1) Häufig werden in die Sprache aufgenommene Fremdwörter phonologisch angepasst, sie werden dadurch zu Lehnwörtern. Die Anpassung von chinesischen und spanischen Wörtern wurde so weitgehend vorgenommen, dass die meisten dieser Lehnwörter heute nicht mehr als Fremdkörper in der filipinischen Sprache auffallen (Beispiel labạ [lʌ'bʌ]).
(2) Viele spanischen Wörter passen in ihrer Phonologie so gut zur filipinischen Sprache, dass sie keiner phonologischen Anpassung bedürfen. In anderen Lehnwörtern werden folgende Anpassungen vorgenommen:
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||
Keine Anpassung findet bei Abweichungen statt, die offenbar als weniger störend empfunden werden:
(3) Bei der Einfügung von englischen Fremdwörtern in die filipinische Sprache ergeben sich phonologische Probleme {22-2.1} . Zunächst ist die Zahl der unterschiedlichen Vokal-, Konsonanten- und Diphthonglaute in der englischen Sprache größer als im Filipino, sodass der filipinische Lautbestand entweder unzureichend ist oder zu erheblichen Anpassungen zwingt. Ein Beispiel dafür ist der stimmhafte Laut [ z ], der in den philippinischen Sprachen fast nicht vorkommt und daher nahezu ausnahmslos durch das stimmlose [ s ] ersetzt wird (Beispiel 'exam' mit [ɛk'sʌm] statt [ɪg'zʌm]). Weiterhin stellt der Konsonantenreichtum der englischen Wörter die filipinische Phonologie vor Probleme. Aussprachevarianten englischer Wörter und die Abweichungen zwischen englischer Phonologie und englischer Orthografie bereiten weitere Schwierigkeiten. Insbesondere ist das phonologische Prinzip der filipinischen Orthografie nur schwer auf englische Wörter anzuwenden {14-2 (2)}.
Bei der Lösung dieser Probleme sind zwei Tendenzen zu sehen. Grundsätzlich wird versucht, die filipinische Phonologie so zu erweitern, dass sie die englischen Wörter gut erfasst. Häufig wird jedoch dabei das Gegenteil erreicht, weil IPA-Transkriptionen in der philippinischen Fachliteratur so gut wie unbekannt sind und durch Transkriptionen ersetzt werden, die wir als sonstige bezeichnen {14-5.2}. Diese greifen nur auf das Inventar der filipinischen Phonologie zurück und helfen somit ungewollt, Fremdwörter phonologisch anzupassen. Dies kann so weit führen, dass aus dem Englischen kommende Wörter für nicht-filipino-englische Hörer unverständlich werden. Korrekturen finden kaum statt, da filipino-englische Sprecher nur selten Kontakt zu englisch-englischen Sprechern haben.
Seit spanischer Zeit wird in den Philippinen ausschließlich die lateinische Schrift verwendet.
Es gibt in einem ursprünglichen Tagalog Alphabet weniger Buchstaben
(titik) als im lateinischen
Alphabet; <c f j q v x z> wurden nicht verwendet. Die zwei
Buchstaben <ng> stellen als ein Digraphem
(digrapo) den Laut
[ ŋ ] dar. <ng> wurde
als ein Buchstabe betrachtet, die alphabetische Reihenfolge lautet dann
panyo - pangit - paod {14A-271
}. Der Buchstabe
<k> kommt traditionell im Tagalog Alphabet zwischen
<b> und <d>.
Alle Konsonanten werden mit / a / buchstabiert, das Alphabet
heißt daher abakada.
Im Zeitalter des Internet sehen wir keinen Grund mehr, im Filipino von der Folge des vollständigen lateinischen Alphabets abzuweichen, zumal ein Einpassen von Fremdwörtern in das Tagalog Alphabet schwierig ist. Dazu gehört auch die Betrachtung des Digraphems <ng> als zwei Buchstaben. Wir kommen zu dem ungeänderten, vollständigen lateinischen Alphabet mit folgenden Buchstabenwörtern (salitạ ng titik) für die filipinische Sprache, wir könnten es abacida nennen.
| A | Ba | Ci | Da | E | Fa | Ga | Ha | I | Jey | Ka | La | Ma |
| Na | O | Pa | Qyu | Ra | Sa | Ta | U | Vi | Wa | Ex | Ya | Zed |
Dabei erhalten wir die Lautwerte der traditionell filipinischen Buchstaben und fügen
für die nicht im Tagalog verwendeten Buchstaben dem Englischen angelehnte
Buchstabenwörter hinzu. Leider weicht dieses Alphabet ab von einem offiziellen
filipinischen Alphabet {14A-272
}.
(1) In der filipinischen Sprache trägt die letzte oder vorletzte Silbe eines Wortes die Hauptbetonung. Längere Wörter können weitere betonte Silben haben, diese Nebenbetonung ist vor der Hauptbetonung und niemals auf der vorletzten Silbe. Damit gilt folgendes Schema:
| Hauptbetonung auf letzter Silbe (baryton) | Diịng hulị |
| Hauptbetonung auf vorletzter Silbe (oxyton) | Diịng bagulị, mulahulị |
| Nebenbetonung | Diịng mariịn |
Die Betonung des Wortstammes ist in der filipinischen Sprache eine Eigenschaft des Lexemes. Nahezu jede Silbe kann betont oder unbetont vorkommen. Es besteht nur eine deutlich erkennbare phonologische Regel. Diese besagt, dass - von Ausnahmen abgesehen (mịnsan) - nichtletzte Silben in indigenen Wörtern, die auf Konsonant oder Diphthong enden, unbetont sind.
(2) In der Regel bestimmt die Betonung des Wortstammes die Betonung von abgeleiteten Wörtern. Dies besagt nicht, dass die gleiche Stammsilbe betont bleibt. Die Betonungsregeln für abgeleitete Wörter sind wortartspezifisch. Bei Verben mit Suffix wandert die Betonung um eine Silbe. Dabei bleibt die Eigenschaft erhalten, dass die vorletzte bzw. letzte Silbe betont wird. Die Regeln für Verben sind sehr streng, es gibt nur wenige Ausnahmen (Beispiel: Einige mag- Verben {8-1.3 *}). Abgleitete Substantive folgen anderen, weniger deutlichen Regeln, selbst wenn Substantivaffix und Verbaffix gleich sind. Bei einigen anderen Ableitungen sind Regeln nur schwer oder gar nicht zu erkennen.
Verschiebung der Hauptbetonung von der vorletzten auf die letzte Silbe ist nicht selten. Sie kommt bei Substantiven mit Suffixen vor. Häufig unterscheidet sich ein Adjektiv nur in der Endbetonung vom Wortstamm. Eine Verschiebung von der letzten Stammsilbe nach vorn ist sehr selten.
Präfixe und Silbendoppelung können Nebenbetonungen erzeugen, die Hauptbetonung wird dadurch nicht geändert.
(3) Die Betonung steht in Zusammenhang mit Vokallänge und Tonhöhe. Werden betonte Silben nicht verlängert, wird die Betonung in der Regel durch eine geänderte Tonhöhe ausgedrückt.
(4) Von den oben dargestellten Regeln haben wir eine bemerkenswerte Abweichung gesehen. Sie betrifft Präsensformen ohne Nachsilbe von Verben mit Betonung auf der letzten Stammsilbe. Entsprechend den obigen Regeln erhält die erste gedopplelte Silbe eine Nebenbetonung. Diese Silbe kann jedoch auch die Hauptbetonung erhalten, und die letzte Silbe nur eine Nebenbetonung ([sɪ,ni:sɪ'pɔn] und [sɪ'ni:sɪ,pɔn].
Filipinische Vokale sind grundsätzlich kurz. Lang können sie sein oder werden, wenn besondere Gründe dafür vorliegen:
| ||||||||||||||||||||||||||||
Eine Ausnahme von diesen Regeln ist eine umgangssprachliche Form von may, die [me:] gespochen wird, jedoch von einem Teil der Muttersprachler abgelehnt wird (Beispiel "Me itatanọng akọ sa 'yọ," patianọd ni Cris. {W Bulaklak 8.5} '"Ich hab dich was zu fragen", rutscht es Cris heraus.'.
Verschiedentlich haben wir in den obigen Abschnitten gezeigt, dass in der filipinischen Sprache häufig Laute und Silben wiederholt werden. Wir sprechen von phonologischer Duplikation nur dann, wenn sie nicht nur zufällig ist, sondern sich deutlich aus der statistischen Wahrscheinlichkeit heraushebt. Diese Duplikationen betrachten wir als wichtig für die filipinische Phonologie.
Das Prinzip der Duplikation genießt häufig größere Prorität als andere phonologische Regeln. Diese Tatsache ist ein weiterer Anhaltspunkt für eine Wiederholungsfreudigkeit der filipinischen Sprache.
In der folgenden Zusammenstellung betrachten wir die Fälle, bei denen in erhöhtem Maße von phonologischen Duplikation Gebrauch gemacht wird. Dabei zählen wir das Paar / o u / als einen Laut.
In diesem Zusammenhang sind auch die morphologischen Prinzipien der Silbendoppelung und der Stammdoppelung zu sehen {15-4}.
Hier betrachten wir alle Formen von phonologischer Zusatzinformation, die in der Standardorthografie nicht oder nur unzureichend dargestellt werden {14A-501}. Wir unterscheiden drei Methoden:
Zunächst haben wir zu betrachten, welche phonologische Information in der filipinischen Orthografie gut, welche unzureichend oder gar nicht dargestellt werden. Für indigene filipinische Wörter und vollständig assimilierte Lehnwörter gilt:
Bei teilweise angepassten Lehnwörtern können Silbengrenzen nicht immer aus dem orthografischen Bild hergeleitet werden {14A-502}. Fremdwörter folgen definitionsgemäß der ursprünglischen Orthografie und entsprechen - von Zufälligkeiten abgesehen - nicht der filipinischen Orthografie.
Wir verwenden für phonemische und phonetische Darstellung das Internationale Phonetische Alphabet (IPA) {14A-511}. Diese IPA-Lautschrift ist eindeutig und vollständig dokumentiert und ist daher zur Beschreibung aller Wörter unbeschränkt geeignet. Betonung und Vokallänge werden unabhängig voneinander angezeigt. Trotzdem besitzt diese Lautschrift eine Anzahl praktischer Nachteile:
Diese rein praktischen Nachteile sollten jedoch einer Verwendung des IPA für die filipinischen Sprache nicht entgegenstehen. Insbesondere bietet es dort interessante Lösungen, wo die filipinische Orthografie versagt (Beispiel ist der Laut [ ʔ ]). Wir unternehmen daher einen - wenn auch unvollkommenen - Versuch, stets die IPA Lautschrift zu verwenden, wenn eine orthografische Ergänzung nicht ausreicht. Fehler können vorwiegend in der Darstellung der Vokale und Diphthonge auftreten. Phonemische Anwendungen des IPA kennzeichnen wir mit Schrägstichen / .. /, während phonetische Darstellung mit eckigen Klammern [ .. ] erfolgt.
Wir haben in der Literatur Transkriptionen zur Beschreibung der filipinischen Phonologie gefunden, die nicht dem IPA entsprechen. Häufig enthalten sie eine Mischung von Elementen aus dem IPA und der filipinischen Orthografie, sind daher leichter zu verstehen und zu gebrauchen als das IPA. Andererseits besteht keine Standardisierung bei diesen Transkriptionen, was zu Undeutlichkeiten führen kann. Wenn wir diese Transkriptionen zitieren, setzen wir sie in doppelte Schrägstriche // .. //, um sie von IPA Transkriptionen zu unterscheiden.
Häufig wird eine filipinisch-phonologische Transkription für Fremdwörter verwendet,
was dann zu etwas unkonventionellen Darstellungen führt (Beispiele:
'Job Control Language' mit //jáb.kon.tról.láng.gu.wéyds//
oder 'jeu de mots' mit //zhu de
mó//
{
UPD}). Definitionsgemäß handelt es sich um eine spezifisch filipinische
Transkription, die einen Vergleich der Phonologie mit z.B.
'Oxford' oder 'Larousse' ausschließt.
Möglicherweise leitet die Verwendung filipinischer Vokale in
der Transkription auch zu einer ungewollten Anpassung an die filipinische Phonologie
(obiges Beispiel [kɔn'trɔl] statt
[kən'trəʊl] in
{
Oxford} bzw. [kən'troʊl] im
amerikanischen Englisch).
Durch orthografische Ergänzungen soll mit möglichst geringfügigen Änderungen des Schriftbildes zusätzliche, in der Orthografie fehlende phonologische Information gegeben werden. Für indigene filipinische Wörter sind dies Angaben über Betonung, Vokallänge und des Vorhandenseins des Konsonanten Po am Wortende. Für Lehnwörter kommen von der filipinischen Orthografie abweichende Silbengrenzen hinzu.
Der Konsonant Po wird indirekt orthografisch angezeigt, wenn er am Wortanfang steht, da es in der filipinischen Sprache keine nackten Silben am Wortanfang gibt. Ein orthografischer Wortanlaut mit Vokal ist phonologisch eine Kombination [ ʔV ]. Ähnliches gilt für den Silbenanlaut innerhalb eines Wortes, wenn die vorige Silbe auf einen Vokal endet oder der Silbenbeginn orthografisch durch einen Bindestrich angezeigt wird. Bezüglich Po ist eine zusätzliche Information also nur notwendig, wenn dieses am Wortende steht, da dessen Vorhandensein dort aus der Orthografie nicht ersichtlich ist.
Ein konventionelles, weitverbreitetes System bringt die beiden Punkte Betonung und Po-Auslaut zusammen, wird als Betonungssystem bezeichnet und verwendet von der französischen Sprache übernommene Akzente zur Kennzeichnung. Wir stellen zusätzlich ein alternatives Konzept vor, das wir in unseren Arbeiten anwenden.
Das traditionelle filipinische Betonungssystem bringt die beiden Punkte Betonung und Po-Auslaut zusammen. Die einzige Gemeinsamkeit dieser beiden Punkte ist, dass sie wegen Unvollständigkeiten der filipinischen Orthografie ergänzungsbedürftig sind. Die beiden Punkte werden dann unter einem Begriff "Betonung" (diịn) zusammengefasst. Es wird eine entsprechende Kennzeichnung mit französischen Akkzenten vorgenommen. Damit ergibt sich folgendes Schema:
| Betonung | Po am Wortende |
Filipinischer Fachausdruck | Kennzeichnung der Betonung | Beispiel |
| Vorletzte Silbe | Nein | Diịng malumay | keine | sama |
| Letzte Silbe | Diịng mabilịs | 'Accent aigu' Tuldịk na pahilịs. Wörtlich: Schräges Betonungszeichen |
sará | |
| Nebenbetonung | Diịng mariịn | makásama | ||
| Vorletzte Silbe | Ja | Diịng malumi | 'Accent grave' Tuldịk na paiwạ | hinà |
| Letzte Silbe | Diịng maragsạ | 'Accent circonflexe' Tuldịk na pakupyạ Wörtlich: Hut-Betonungszeichen | samâ |
Die filipinischen Fachausdrücke sind so gewählt, dass sie die jeweilige Betonung und entsprechendes Po-Auslaut-Verhalten besitzen.
Dieses System ist einfach anzuwenden und erfüllt seine Aufgabe,
ergänzungsbedürftige Punkte der Standardorthografie hinzuzufügen
{14A-5311
}.
Trotzdem besitzt es entscheidende systematische Schwierigkeiten:
Wegen der im vorigen Abschnitt dargestellten Schwächen des konventionellen filipinischen Betonungssystemes haben wir nach passenderen orthografischen Ergänzungen gesucht. Der wesentliche Unterschied ist, dass wir die zwei unterschiedlichen Punkte Betonung und Po-Auslaut tatsächlich getrennt kennzeichnen.
Bezüglich der Betonung haben wir uns an das im deutschen Duden gebrauchte System angelehnt. Wir unterstreichen den Vokal der langen betonten Silben, während kurze betonte Silben durch einen Punkt unter dem Vokal gekennzeichnet werden. Eine gesonderte Anzeige von Haupt- und Nebenbetonung ist nicht erforderlich, da in der filipinischen Sprache die letzte betonte Silbe die hauptbetonte ist.
| Betonte Silbe | Langen Vokal unterstreichen | sama
makasama ['sa:.mʌ] [mʌ,ka:'sa:.mʌ] |
| Punkt unter kurzem Vokal | lamạn
bantọg [lʌ'mʌn] [bʌn'tɔg] | |
| Zwei Punkte unter langem Vokal, wenn der lange Vokal in der phonologischen Phrase durch Dehnung eines kurzen betonten Vokals im Einzelwort entstanden ist. Von dieser Kennzeichnung machen wir nur selten Gebrauch, da in vielen Fällen die Vokaldehnung nicht zwingend ist. | nandito na ako̤ [nʌn'di:.tɔ nʌ ʌ'ko:h] | |
| Unbetonte Silbe | Zwei Punkte unter langem Vokal, wenn der lange Vokal in der phonologischen Phrase durch Dehnung eines kurzen unbetonten Vokals im Einzelwort entstanden ist. Der betonte Vokal wird ebenfalls gekennzeichnet. Von dieser Kennzeichnung machen wir kaum Gebrauch, da die Vokaldehnung nicht zwingend ist. | nandito na ang aso̤ [nʌn'di:.tɔ nʌ ʌŋ 'ʔa:.so:h] |
Wir konnten uns nicht entschließen, den Konsonanten Po dem Schriftbild hinzuzufügen. Diese an sich einzig richtige Lösung weicht vermutlich zu stark vom konventionellen Schriftbild ab, um akzeptiert zu werden. Beispiele wären hinaʔ oder samạʔ. Statt dessen haben wir das Kursivsetzen des vorausgehenden Vokales vorgezogen, um die Kombination [Vʔ] anzuzeigen.
| Po am Wortende | Kursivsetzen des vorangehenden Vokales | hina samạ ['hi:.nʌʔ] [sʌ'mʌʔ] |
Wir beschränken uns auf diese beiden Ergänzungen. Falls bei Lehnwörtern von den filipinischen Regeln abweichende Silbengrenzen vorliegen, verwenden wir die IPA-Lautschrift, die wir allgemein als die angemessene Transkription für nicht assimilierte Lehnwörter und Fremdwörter betrachten.
Der Hauptnachteil unseres Vorschlages ist, dass er neu und ungebräuchlich ist. Ein weiterer Nachteil ist die Verwendung von Zeichen in Kursivschrift. Die Kennzeichnung geht bei Kursivsetzen des ganzen Wortes verloren und ist bei bestimmten Schriftarten (u.a. handschriftliche Notizen) schlecht zu erkennen.
| Die filipinische Sprache von Armin Möller http://www.germanlipa.de/filipino/sy_tunog_2.htm 24. November 2009 |