In Abschnitt {11-3.1.2} haben wir als Interklit (panggitagạ, Schlüssel {IC..}) eine besondere Konstruktion der filipinischen Sprache definiert, die auf dem enklitischen Verhalten von Pronomen und Adverbien beruht. Der Interklit besteht aus drei Bestandteilen:
| Interklitbezugswort (enklitisches Bezugswort) |
Interklitkurzwort (Enklit) |
Interklitkernwort |
| Syntaktische Beziehung Semantische Beziehung | ||
Die Besonderheit des Interklits ist, dass ein Enklit (das im Interklit stets ein Alleinwort ist) nach einem Bezugswort, jedoch vor dem Kernwort seiner Phrase steht. Zwischen Bezugswort und Kurzwort besteht eine rein syntaktische Beziehung, während die Beziehung zwischen Kurzwort und Kernwort semantisch ist. Dabei können das Bezugswort und das Kurzwort der gleichen Phrase oder unterschiedlichen Phrasen angehören. Ähnliches gilt für Kurzwort und Kernwort.
Interklitbezugswort (enklitisches Bezugswort {*}). Mit Ausnahme der Existenzwörter sind Interklitbezugswörter Inhaltswörter. Jedoch sind nicht alle Inhaltswörter als Bezugswörter qualifiziert {11-6.1}. Es wird nicht in allen Fällen das erste im Satz qualifizierte Bezugswort gewählt, so dass das Interklitkurzwort nicht immer an der zweiten Position im Satz steht {11-6.7 (3)}.
{*} Im Gegensatz zu einfachen enklitischen Konstruktionen treten bei Interklitkonstruktionen Fragen auf, welche Wörter und Phrasen enklitisches Bezugswort sein können. Deshalb sprechen wir von Interklitbezugswort.
Interklitkurzwort (Enklit). In Interklitkonstruktionen sind Personal- und Demonstrativpronomen keine Inhaltswörter. Sie werden hier wegen ihres enklitischen Verhaltens zu Kurzwörtern {11-6.2}. Außerdem können enklitische Adverbien einen Interklit bilden {11-6.8}. Die Regeln für die Reihenfolge enklitischer Kurzwörter werden eingehalten {11-3.3}.
Interklitligatur. In der Regel erhält das Kurzwort im Interklit die -ng Form der Ligatur {11-6.3}.
Interklitkernwort. Das Interklitkernwort ist das Kernwort der Phrase, der das Kurzwort zugehört. Nur beim Subjektinterklit gehört das Interklitkernwort zum Prädikat.
Wir geben eine schematische Übersicht über die häufigsten Interklitgruppen.
| Bezugswort | Kurzwort | Kernwort | ||
| Subjekt-I. | Adverb o. Ähnl. | Pron. (Subjekt) | Verb des Präd. | {11-6.4 (1)} |
| Nicht-Verbprädikat | {11-6.4 (2)} | |||
| Objunkt-I. | Adverb o. Ähnl. | Pron. (Objunkt) | Verbform | {11-6.5 (1)} |
| Adjektiv o. Ähnl. | Substantiv | {11-6.5 (2)} | ||
| Adverb o. Ähnl. | Substantiv | {11-6.5 (2)} | ||
| Potenzial-I. | Potenzialadverb | Pronomen | Verbform i.A. Infinitiv | {11-6.6} |
| Existenz-I. | Existenzwort | Pron. (Subjekt) | Nominalphrase | {11-6.7} |
| Adverb-I. | ... | Adverb | ... | {11-6.8} |
Der Interklit hat eine hohe syntaktische Priorität und wird fast immer gebildet, wenn er möglich ist. Das ist der Fall, wenn gleichzeitig ein interklitfähiges Bezugswort und ein interklitfähiges Kurzwort im Satz vorhanden sind.
(1) Es ist schwierig, feste Regeln darüber aufzustellen, welche Inhaltswörter bzw. deren Phrasen als Bezugswörter (salitạng makatukoy) für den Interklit qualifiziert sind. Das Bezugswort muss gewichtig genug sein (nicht alle Inhaltswörter erfüllen diese Bedingung), und es muss syntaktisch nahe genug sein.
(2) Interklitbezugswörter können sein:
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(3) Neben Inhaltswörtern können Disjunkt- und Adjunktphrasen als Interklitbezugswort dienen. Von Ausnahmen abgesehen [15b], ist die gesamte Phrase der Interklitbezug; sie wird durch das Interklitkurzwort nicht gespalten [14b].
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(4) Als Interklitbezug können u.a. nicht dienen:
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(5) Besondere Betrachtung verdienen verkürzte Wörter. So kann z.B. die verkürzte Form di von hindị als Interklitbezugswort dienen {11-3.1.1 [2]}, während die Kurzform lang von lamang häufig selbst als Kurzwort verwendet wird. Die Kurzform may des Existenzwortes mayroọn ist kein interklitfähiges Bezugswort {11-6.7 (2)}.
Ist der Interklitbezug eine Phrase (3), so wird das Kurzwort hinter die gesamte Phrase gesetzt, eine Spaltung dieser Phrasen ist in der Regel nicht möglich. Im Gegensatz dazu kann das Subjekt innerhalb des Prädikats eingefügt werden. Interessant ist Beispiel [15b], bei dem beide Regeln eine Rolle spielen. In Existenzphrasen dient das Existenzwort als Bezugswort, die Existenzphrase wird gespalten [7].
Wir haben hier die Interklitfähigkeit von Wörtern und Phrasen empirisch dargestellt. In {11-6.9 Θ (1)} versuchen wir eine theoretische Erklärung zu geben.
(1) Personal- und Demonstrativpronomen können enklitisches Verhalten zeigen und deshalb das Kurzwort von Interklitkonstruktionen bilden (Interklitkurzwort, katagạng panggitagạ). Der enklitische Charakter der Pronomen wird dadurch deutlich, dass die enklitischen NG-Pronomen [1] und bei den ANG-Pronomen die enklitische Form ka anstelle der vergleichbaren vorangestellten Form ikạw verwendet werden [2]. Das Pronomen darf aus nur einem Kurzwort bestehen, das im Interklit ein Alleinwort wird. Phrasen wie mga itọ oder kayọng dalawạ können keinen Interklit bilden (Ausnahmen siehe {11-3.1.2 (2)}). SA-Pronomen können nicht Interklitkurzwort sein; das gilt auch in den Fällen, wo sie ohne das Bestimmungswort sa verwendet werden.
(2) Nicht in allen Fällen bilden Personal- und Demonstrativpronomen einen möglichen Interklit. Als allgemeine Rangfolge kann angesehen werden, dass einsilbige Personalpronomen (es gibt keine einsilbigen Demonstrativpronomen) nahezu stets einen Interklit bilden [3a|b 4a|b] {6-4.1 (4)}, zweisilbige Personalpronomen recht häufig [5a|b 6a|b] und die zweisilbigen Demonstrativpronomen weniger häufig [7a|b 8a|b 10].
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(3) Sind in einem Satz mehrere Pronomen, die einen Interklit bilden können, so kann mehrfacher Interklit auftreten [9 10]. Wie bei einfachem Interklit, bilden Personalpronomen dann nahezu regelmäßig den Interklit (insbesondere wird vermieden, dass ein Personalpronomen am Satzende steht [11c]), während Demonstrativpronomen als zweites Pronomen dem Kernwort des Prädikats (kasama in Satz [12]) nachgestellt bleiben können, also offenbar nicht immer als interklitfähiges Kurzwort betrachtet werden. Das Dualpronomen kitạ bildet gleichzeitig Subjekt- und Objunktinterklit [13]. Eine besondere Konstruktion ist Satz [14], der einen Subjektinterklit und einen attributiven Objunktinterklit kapatid ko besitzt.
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Beim Interklit steht das enklitische Kurzwort definitionsgemäß in enger Beziehung zum nachfolgenden Wort. Um diese Verbindung zu verdeutlichen, wird im Interklit in der Regel eine -ng Ligatur gesetzt. Dabei können folgende Fälle unterschieden werden:
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(1) Das Kennzeichen des Subjektinterklit (panggitagạng pampaksạ, Schlüssel {ICS}) ist, dass das Interklitkurzwort das Subjekt des Satzes ist [1|2 3-8]. Da das Subjekt im Prinzip eine frei im Satz positionierbare Phrase ist, kann das enklitische Kurzwort beim Subjektinterklit regelmäßig die zweite Position im Satz einnehmen; dabei können jedoch (von Ausnahmen abgesehen) Adjunkte und Disjunkte nicht gespalten werden [5b] {11-6.1 (3)}. Das Interklitkernwort ist in der Regel das Kernwort des Prädikats, im Allgemeinen eine Verbform.
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(2) Der Subjektinterklit kann auch gebildet werden, wenn das Prädikat kein Verb ist [9|10 11-15]. Bildet beim Subjektinterklit eine Nominal- oder Existenzphrase das Prädikat, so kann wie in Regelsätzen das Prädikat durch das Subjekt gespalten werden; es kann also zur Spaltung der Nominalphrase kommen [10 11 13-15] {6-9}.
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(1) Beim Objunktinterklit (panggitagạng pantuwịd, Schlüssel {ICC}) ist das Interklitkurzwort ein NG-Pronomen [1-4]. Objunktphrasen sind stets anderen Phrasen zugeordnet. Auch als Alleinwort im Objunktinterklit bleibt das NG-Pronomen Teil dieser Phrase und kann sie nicht verlassen. Findet sich also innerhalb dieser Phrase kein geeignetes Interklitbezugswort, kann ein Interklit nicht gebildet werden. Ist das NG-Pronomen ein Argument des Verbs, so ist in der Regel ein der Verbphrase zugehöriges Adverb das Interklitbezugswort [1]. Möglicherweise wird der Interklit erleichtert, wenn das Objunkt der Täter eines Passivverbs ist [1-4] {*}. Bei Adjunktphrasen als Bezugswort wird oft nicht streng zwischen Argument [2] und unabhängiger Phrase [3] unterschieden, und obige Regel gilt nicht streng. In beiden Fällen [2 3] wird der Interklit ohne Ligatur gebildet, da diese Adjunktphrasen mit der Ligatur unverträglich sind {4-2.1 (3)}. Das Prädikat steht kanonisch am Satzanfang; ein dem Prädikat zugehöriges Interklitpronomen steht dann in seiner Phrase an zweiter Position, die gleichzeitig die zweite Position im Satz ist [1]. Satz [4] ist in nichtkanonischer Reihenfolge, das Interklitpronomen steht ebenfalls an zweiter Stelle in seiner Phrase (Prädikat), jedoch nicht an zweiter Stelle im Satz. Die häufig vorkommende zweite Position im Satz ist also nicht a priori, sondern Folge der Stellung des Prädikats.
{*} Vielleicht ist nicht der Täter an sich der Grund dafür. In der Regel ist er ein Personalpronomen, während ein Tatobjekt häufig zum Demonstrativpronomen wird. Es mag also eine Rolle spielen, dass Personalpronomen leichter einen Interklit bilden als Demonstrativpronomen, der mit Pronomen wie nito gebildet werden müsste.
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(2) Konstruktionen, bei denen das Objunkt einer Nominalphrase als Attribut zugeordnet ist {6-8.1}, können ebenfalls als Objunktinterklit betrachtet werden [5-9]. In diesen Sätzen gehören zwar alle drei Bestandteile des Interklits derselben Nominalphrase an, doch besteht in der Regel zwischen Interklitbezugswort und Interklitkurzwort kein semantischer Zusammenhang (z.B. in Satz [5] sind bago und ko nur über das Kernwort der Phrase sapatos semantisch verbunden; eine Ausnahme ist ko in [6]). Das NG-Pronomen nimmt auch bei diesen Objunktinterklit-Konstruktionen die zweite Position innerhalb der Phrase ein, zu der es gehört, und daher nicht immer die zweite Position im Satz (Beispiel [5], kong ist Attribut zu sapatos).
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Wir betrachten den Potenzialinterklit (panggitagạng pangmarahil, Schlüssel {ICP}), bei dem das Interklitbezugswort ein Potenzialadverb ist {10-4.1}. Der Potenzialinterklit kann Objunkt-, Subjektinterklit [1 2], beides [3] oder Adverbinterklit {11-6.8} sein, da sein Interklitkurzwort ein ANG- oder NG-Pronomen (oder Adverb) ist. Das Interklitkernwort ist stets ein Verb, im Allgemeinen ein Infinitiv. Damit schließen wir Konstruktionen ohne Verb wie Gustọ ko ng manggạ aus der Klasse der Interklitkonstruktionen aus. In {10-4.1} wird die Syntax der Potenzialadverbien ausführlich behandelt; daher hier nur wenige Beispiele.
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(1) Der Existenzinterklit (panggitagạng pangkaroọn, Schlüssel {ICE}) ist ein Subjektinterklit in Sätzen, deren Prädikat eine Existenzphrase ist. Daher ist das Interklitkurzwort stets ein ANG-Pronomen. Als Interklitbezugswort können regelmäßig die Existenzwörter walạng und maraming gewählt werden [1-3]; das Substantiv [1 3] oder das substantivisch verwendete Partizip [2] in der Existenzphrase ist das Interklitkernwort. Dabei wird die Existenzphrase gespalten, um das pronominale Subjekt einzufügen. In Satz [3] wird dieser Interklit dadurch ermöglicht, dass auch die das Subjekt bildende Nominalphrase kami ni Inay gespalten wird {6-9}.
(2) Die Kurzform des Existenzwortes may ist kein interklitfähiges Bezugswort. Der Interklit wird nahezu stets mit der längeren Form mayroọn gebildet, wenn das Interklitkurzwort einsilbig ist [4a] oder ein anderes Kurzwort die Verwendung von mayroọn veranlasst (ba in [5a]). Ist das mögliche Interklitkurzwort zweisilbig und kein anderes Kurzwort vorhanden, wird häufig die kürzere Form mit may ohne Interklit vorgezogen [6a].
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(3) Eine besondere Form des Existenzinterklit ist möglich, wenn die Nominalphrase der Existenzphrase ein vorangestelltes Attribut besitzt. Dieses kann als Interklitbezugswort dienen, und das Kernwort dieser Nominalphrase ist das Interklitkernwort. Dieser Interklit ist auch mit der Kurzform des Existenzwortes may möglich und wird dann häufig vorgezogen ([7|8 9], jedoch [4a|b]), dabei kommt es zur Spaltung der Nominalphrase {6-9}. Vergleichbare Konstruktionen können gebildet werden, wenn die Existenzphrase mit einem Partizip mit ergänzender Nominalphrase gebildet wird [10] {4-4.3 (3)}. Mit walạng werden solche Bildungen kaum vorgenommen.
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{Θ} Anzumerken ist, dass in den Sätzen [8-10] das Kurzwort an dritter Position im Teilsatz steht (May || maganda || ako). Beim Existenzinterklit erhält das Kurzwort eine Ligatur, obwohl keine direkte semantische Beziehung zwischen Kurzwort und Kernwort besteht.
Bei den bisher betrachteten Interklitkonstruktionen ist stets ein Pronomen das Interklitkurzwort. Es gibt jedoch auch Konstruktionen, bei denen ein enklitisches Adverb einem Bezugswort zugeordnet ist, zu dem es keine semantische Beziehung besitzt [1]. Nach unserer Definition handelt es sich in diesen Fällen um einen Adverbinterklit (Schlüssel {ICD}). Dieser unterscheidet sich von einer einfachen enklitischen Konstruktion, bei der zum Bezugswort eine syntaktische und semantische Beziehung besteht {11-3.2 [2 3]}.
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(1) Wir haben versucht, eine allgemeine theoretische Erklärung dafür zu finden, welche
Phrasen und Wörter als Interklitbezugswort dienen können. Unser Ansatz ist, dass das
Interklitkurzwort die Phrase, der es zugehört, nicht verlassen kann
{11A-691
}. Da ein Interklitkurzwort als Subjekt keiner Phrase angehört, ist diese
Regel hier gegenstandslos; das Subjekt kann im Teilsatz frei wandern, jedoch diesen
nicht verlassen. In Satz [1] macht die Stellung von
ay deutlich, dass das Adverb hindị zum Prädikat gehört und das
Interklitkurzwort das Prädikat nicht verlässt {2-2.1 (2)}. In den Sätzen [2 3] steht das Subjekt an der erstmöglichen
Position seines Teilsatzes (in [2] nach dem zum Prädikat gehörigen Adverb, in [3] nach
einer unabhängigen Phrase). Da wir in Satz [4] die Adjunktphrase als Argument des Verbs
betrachten und in [5] nicht,
entsprechen diese Sätze ebenfalls den Regeln. Ebenso ist verständlich, dass in Satz
[6] das Pronomen ko das Subjekt nicht verlassen kann und daher keinen Interklit
bilden kann, während in [7] das Subjekt das Prädikat spalten kann.
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In einer Anzahl Fälle versagt unsere Theorie, wenn man sie nicht zu sehr biegt. Bestimmte unabhängige Phrasen werden nicht (Adverbphrase in [7a]) bzw. kaum (Präpositionalphrase in [8a]) als Bezugswort für den Subjektinterklit akzeptiert, obwohl sie vernünftigerweise dem Teilsatz des Subjektes zuzurechnen sind. Ebenso gibt es Sätze, in denen ein NG-Pronomen, das Argument eines Verbs ist, das Prädikat verlässt und ein Interklitbezugswort besitzt, das offensichtlich nicht zum Prädikat gehört [9].
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(2) Bemerkenswert ist, dass Existenzphrasen bei einem Interklit gespalten werden können {11-6.1 [7]}, während eine Spaltung von Disjunkten und anderen Adjunkten nicht möglich ist {11-6.1 (3)}. Vielleicht lädt die Ligatur in der Existenzphrase zur Bildung des Interklits ein. Dazu passt, dass das Existenzwort may ohne Ligatur nicht Interklitbezugswort sein kann.
(3) In Sätzen mit globalem Verb sind die Interklitpronomen Argumente des Verbs; als Subjekt oder Objunkt sind sie Teil der Argumentstruktur des Verbs. Diese wird durch die Bildung eines Interklits nicht verändert, insbesondere bleiben Fokus des Verbs und semantische Funktion der Argumente erhalten, obwohl diese Argumente durch Alleinwörter dargestellt werden. Andererseits folgen diese enklitischen Alleinwörter nicht länger den Regeln für die Reihenfolge von Phrasen im Satz. Das zum enklitischen Alleinwort gewordene Subjekt kann die zweite Position im Satz einnehmen und in das Prädikat "eingeschoben" werden oder nach einer unabhängigen Phrase vor dem Prädikat stehen. Im letzteren Fall kann das voranstehende Subjekt als syntaktischer Teil des Prädikates dessen Bestimmungswort ay erhalten. Im ersteren Fall ist die Verwendung von ay nicht möglich, es liegt keine nichtkanonische Reihenfolge von Subjekt- und Prädikatsphrase vor, da das Subjekt keine Phrase mehr ist. Bewertet man die syntaktische Struktur, so besitzt der Satz keine Subjektphrase (ang Phrase), er ist aus dieser Sicht zum subjektlosen Nicht-Regelsatz geworden {13-2.3.1 (2)}. Vom Verb her betrachtet, bleibt das Subjektpronomen Argument.
Bezüglich der Reihenfolge der Interklitkurzwörter untereinander gelten abweichende Regeln als für Phrasen in konventionellen Sätzen. Im Wesenlichen werden alle Interklitpronomen und an der gleichen Stelle im Satz stehende enklitische Adverbien völlig gleich behandelt {11-3.3}. Die Hauptregel zur Reihenfolge (von der es keine Ausnahmen gibt) lautet "Einsilbig vor zweisilbig"; sie betrifft also nur den phonologisch-morphologischen Bau der Kurzwörter, ihre syntaktisch-semantischen Funktionen sind dabei unerheblich. Die nächste Stufe der Regeln "Pronomen vor Adverbien" betrifft die morphologische Wortart, und erst in einer dritten Stufe wird die synaktische (bzw. semantische) Funktion von Pronomen relevant.
Da ANG-Pronomen auch das Prädikat des Satzes bilden können, stellt sich die Frage nach einem Prädikatinterklit. Wir vermuten, dass es diesen nicht gibt. Entweder steht das Prädikat am Satzanfang und macht damit die Frage einer Interklitbildung gegenstandslos. In anderen Positionen benötigt ein ANG-Pronomen als Prädikat das Bestimmungswort ay. Damit wird die Bedingung verletzt, dass das Interklitkurzwort nur ein Wort sein darf.
In der nachfolgenden Tabelle sind einige Kurzwörter zusammengestellt. Wie in {11-1} erwähnt, gehören sie unterschiedlichen Wortarten an.
| Proklitische Kurzwörter | Enklitisches Verhalten | Enklitische Kurzwörter |
| ang ay mga si sinạ ng ni sa nasa kay at ... |
akọ ka siyạ ... ko mo niyạ ... ito iyạn iyọn |
Adverbien {10-2.1} ... |
| Interklitisches Kurzwort: na {L} {11-4} | ||
| Sonstige Kurzwörter: e naku ..., halos ... | ||
Die Kurzwörter na, ng, nang, nga und das Suffix -ng sind einander sehr ähnlich in Aussprache und Schreibweise, haben aber unterschiedliche Bedeutung oder Funktion im Satz. Deshalb haben wir im Anhang {11A-701} eine Tabelle zusammengestellt.
In der filipinischen Sprache gibt es Konstruktionen, bei denen ein Wort die Subjektphrase verlassen kann und ähnlich wie ein enklitisches Kurzwort positioniert werden kann. Wir bezeichnen dies als Sprung aus dem Subjekt (paglundạg sa paniyạk). In der Regel handelt es sich dabei um attributive Adjektive [1a], jedoch kann auch das Kernwort lahat das Subjekt verlassen und dessen Objunkt zum Kernwort des Subjektes machen [2a 3] {6A-241 (2)}. In einigen Sprung-aus-dem-Subjekt-Konstuktionen wird eine Ligatur verwendet [1a 3], jedoch nicht in [2a].
Diese Konstruktionen sind vom Subjektinterklit zu unterscheiden, bei dem das gesamte Subjekt (das nur aus einem Pronomen besteht) eine besondere Position einnimmt. Es besteht eine Ähnlichkeit zwischen Sprung-aus-dem-Subjekt-Konstruktionen und den Subjektinterklit-Konstruktionen, bei denen die Nominalphrase des Subjektes geteilt wird, und ein Rest dieser Phrase an seiner ursprünglichen Stelle verbleibt [4]. Sprung aus dem Subjekt liegt nicht vor, wenn das Prädikat durch ein Adverb ergänzt wird [5].
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Bei {
Kroeger 1991 p. 38} werden Konstruktionen
wie [1 2] als 'Control of secondary predicates' bzw.
'Quantifier float' bezeichnet.
| Die filipinische Sprache von
Armin Möller
http://www.germanlipa.de/filipino/sy_taga_2.htm
18. April 2010 |