(1) Als einfache Passivverben bezeichnen wir die -in, -an und i- Verben. Diese Verben können in zwei Gruppen getrennt werden, Verben mit Tatobjektfokus {VP../fp} und Verben mit A-Fokus {VP../fA}.
| Affix | VP10/fp | VP10/fA | VP11/fp | VP20/fA | |
| -in | +++ | + | . | . | {8-2.2} |
| -an | ++ | +++ | . | ++ | {8-2.3} |
| i- | ++ | . | +++ | + | {8-2.4} |
Ähnlich wie bei den einfachen Aktivverben in Abschnitt {8-1}, gibt es keine eindeutige Zuordnung zwischen syntaktischen und
morphologischen Verbgruppen {8A-201
}. Es sind gewisse
Schwerpunkte ersichtlich, die jedoch wegen der großen
Bandbreite innerhalb der einzelnen Gruppen nur schwer erkennbar sind.
Keineswegs sind alle syntaktischen Passivverben auch semantisch passiv. Siehe dazu {8-1 (2)} und {7-2.1 (3)}.
(2) Verben wie antukịn, gabihịn, lagnatịn, malasin, tamarịn, aber auch pawisan sind semantisch Aktivverben {VA00}, können jedoch als Passiv im Sinn von 'von etwas befallen werden' erklärt werden.
Im nächsten Abschnitt betrachten wir die einfachen Passivverben bezüglich ihrer syntaktischen und semantischen Funktion. In den darauf folgenden Abschnitten werden die Verben entsprechend ihren Affixen dargestellt. In einem abschließenden Abschnitt versuchen wir Beziehungen zwischen den einfachen Aktiv- und Passivverben herzustellen.
(1) Den einfachen Passivverben können Aktivverben gegenübergestellt werden {*}. Dabei ist neben der syntaktischen Argumentstruktur {7-2.3} auch die semantische Funktionsstruktur {7-3.3} zu betrachten. Diese beiden erlauben keine vollständig eindeutigen Zuordnungen. Deshalb stellen die folgenden Absätze nur den Regelfall dar, während Abweichungen in den folgenden Abschnitten betrachtet werden.
{*} Wir sagen nicht, dass die Passivverben von den Aktivverben abgeleitet sind.
(2) Entsprechend unserer syntaktischen Klassifikation sind {VP10/fp|fa} Verben Passivverben mit folgender Eigenschaft: Das Objunkt des Aktivsatzes (von wenigen Ausnahmen abgesehen, das Tatobjekt) wird das Subjekt des Passivsatzes, und das Subjekt des Aktivsatzes wird zum Objunkt des Passivsatzes. {VP10/fp|fa} entspricht dem klassischen Passiv der europäischen Sprachen ('patient voice'). Semantisch bilden diese Verben Sätze mit Tatobjektfokus; dieses {VP10/fp|fa} Passiv wird vorwiegend mit -in Verben gebildet [1 2], aber auch mit -an [3] und i- Verben [4]. {VP00} Konstruktionen entstehen, wenn der Täter nicht dargestellt wird [5].
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(3) Das {VP10/fA|fa} Passiv besitzt neben dem Subjekt ein Objunkt, das im Aktivsatz das Subjekt war. Der Unterschied zum Passiv {VP10/fp|fa} ist, dass das Subjekt des Passivsatzes im Aktivsatz ein Adjunkt, also eine A-Funktion war. In der Regel bilden -an Verben dieses Passiv [6 7], jedoch gibt es auch einige -in Verben mit {VP10/fA} Passiv [8], aber kaum echte i- Verben. Wird der Täter nicht dargestellt, entstehen {VP00} Konstruktionen [9]. In vielen Fällen ist ein Empfänger oder ein lokaler Begriff im Fokus ('locative voice', es gibt jedoch vermutlich mehr -an Verben mit Empfängerfokus als mit lokativem Fokus).
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(4) Das {VP11} Passiv besitzt einen entsprechenden Aktivsatz vom Typ {VA11}, der also ein Objunkt und ein Adjunkt enthält. Im Passivsatz tauschen Subjekt und Objunkt des Aktivsatzes ihre Rollen, während das Adjunkt erhalten bleibt ('conveyance voice'). Dieses Passiv wird nahezu ausschließlich mit i- Verben gebildet [10], es gibt auch einige in- Verben [11]. {VP11} Verben besitzen Tatobjektfokus. In diesen Sätzen kann der Täter entfallen, dann entstehen {VP01} Konstruktionen [12].
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(5) Eine besondere Bildung ist das Passiv {VP20}. Diese Verben besitzen als Subjekt das Adjunkt des korrespondierenden Aktivsatzes. Da das Subjekt des Aktivsatzes ein Objunkt wird, enthält der Passivsatz zwei Objunkte, die semantisch Täter und Tatobjekt darstellen. Dieses Passiv wird vorwiegend mit -an Verben gebildet [13 14], aber auch mit i- Verben [15]. {VP20} Verben haben in der Regel Empfängerfokus [13 15] oder lokativen Fokus [14].
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| Affix | Verb | VP00 | VP10 | VP11 | VP20 | ||
| -in | awitin banggaịn basahin hintayịn lutuin tawagin patayịn talimahin mabutihin |mabuti+in| ... | . | fp|fa | . | . | ||
| tanungịn | . | fb|fa | . | . | |||
| dalawin sapitin talunịn | . | fl|fa | . | . | |||
| batiin | . | fp|fa | fp?fb|fa|fc | ||||
| alisịn | . | fp|fa | fp|fa|fl | . | |||
| haluin {VP21/fp|fa|fm|fl} | . | fp|fa | fp|fa|fl | . | |||
| bihasahin | . | . | fb|fa|fp | . | |||
| alukịn pukulịn | . | . | . | fb|fa|fp | |||
| kulungịn | . | . | . | fl|fa|fp | |||
Im Allgemeinen bringt das Suffix -in das Tatobjekt in den Fokus, während der Täter ein Objunkt ist [1]. Bei einigen Verben kann ein Adjunkt zugefügt werden, so dass {VP11} Verben gebildet werden [2]. Damit besitzen -in Verben eine einfache und deutliche Argumentstruktur. Als Ausnahme können -in Verben mit A-Fokus betrachtet werden [3]. Eine weitere Ausnahme ist Satz [4].
Erwähnenswert ist der Wortstamm tawag, der neben dem {VP10/fp|fa} Verb tawagin ein weiteres Verb tawagan mit Suffix -an und gleicher Syntax {VP10/fp|fa} bildet. Die beiden Verben unterscheiden sich also nicht in der Syntax und im Fokus. tawagin wird verwendet, wenn der Gerufene in Sichtweite bzw. in der Nähe ist; tawagan wird heute beim Telefonieren verwendet [5|6].
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| Affix | Verb | VP00 | VP10 | VP11 | VP20 | ||
| -an | abutan tawagan | . | fp|fa | . | . | ||
| alagaan balabalan puntahạn tulungan ... | . | fb|fa | . | . | |||
| balian | . | fb|fp | . | . | |||
| iwasan sakyạn tingnạn | . | fl|fa | . | . | |||
| pasalamatan |pasalamat+an| | . | fc|fa | . | . | |||
| palitạn | . | fp|fa | . | fx1|fa|fx2 | |||
| bawian | . | fb|fp | . | fb|fa|fp | |||
| saktạn | . | . | fb|fa|fc | . | |||
| abutạn babaạn bagsakạn bigyạn bilangan bilhạn dalhạn dulutan ... | . | . | . | fb|fa|fp | |||
| alisạn bawasan buhusan haluan hanguan lagyạn tamnạn | . | . | . | fl|fa|fp | |||
| {VP/fp|fa} Verben ohne -in Verb in Wortfamilie | |||||||
| -an | abangạn alpasan bagalan balatạn banlawạn bayaran buksạn {*} dagdagạn labhạn sarhạn takpạn | . | fp|fa | . | . | ||
| hinawạn hugasan {*} | . | fp|fa | . | fp|fa|fm | |||
| {*} In der Umgangssprache werden gelegentlich -in Verben wie bukasịn, hugasin gebildet. | |||||||
| Beispielsätze mit -an Verben {8A-231}. | |||||||
Schwerpunktmäßig besitzen -an Verben Empfänger- oder lokativen Fokus [1 2], während der Täter ein Objunkt bildet. Häufig sind {VP20} Verben, bei denen noch ein Tatobjekt als zweites Objunkt hinzutritt [2]. Einigen Verben fehlt der Täter [3]. Daneben gibt es eine nicht unbeträchtliche Zahl von -an Verben, die Tatobjektfokus besitzen. Die Mehrheit dieser Verben besitzt kein -in Verb in der Wortfamilie (es kann ein -in Adjektiv geben) [4]. Bei einigen dieser Verben mit Tatobjektfokus gibt es einen leichten lokativen Unterton (Beispiel takpan [5], wo das Tatobjekt ein Ort ist). Selten sind Verben mit zusätzlichem Werkzeugobjunkt [6]. Eine besondere Argumentstruktur hat das Verb saktạn, das neben dem Täterobjunkt ein Adjunkt mit Ursachefunktion besitzt [7a]; ersteres kann entfallen, so dass ein {VP01/fb|fc} Verb entsteht [7b].
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i- Verben können in zwei Klassen eingeteilt werden; die übergroße Klasse besitzt Tatobjektfokus und der Täter ist ein Objunkt. Eine mehrheitliche Gruppe dieser Klasse besitzt zusätzlich ein Adjunkt mit lokativer oder Empfängerfunktion, seltener einer anderen A-Funktion; sie sind {VP11/fp|fa|fA} Verben [1]. Die i- Verben sind die einzigen einfachen Verben (mit Ausnahme einiger weniger -in Verben), die dieses Passiv bilden ('conveyance voice'). Daher werden im Allgemeinen die i- Verben mit dieser syntaktischen Klasse identifiziert. Da jedoch der Umkehrschluss nicht gilt (längst nicht alle i- Verben gehören der Klasse {VP11} an), verzichten wir auf diese Identifizierung.
Eine zweite kleinere Gruppe dieser ersten Klasse besitzt nur ein Objunkt und kein Adjunkt, ihre Argumentstruktur ist also {VP10/fp|fa}. Damit gleichen sie syntaktisch der Mehrheit der -in Verben {8A-211}. Einige Wortfamilien besitzen kein -in Verb und gebrauchen stattdessen ein i- Verb [2]; andere haben neben dem i- Verb ein -in Verb [3a|b], wobei es keine bis größere semantische Unterschiede geben kann. Hinzu kommen uneigentliche i- Verben mit {VP10/fp|fa} Syntax {8-2.4.1}.
Kleiner ist die zweite Klasse von i- Verben, die A-Fokus besitzen [4-6]. Es gibt in dieser Klasse Verben mit Empfänger-, lokativem, Ursache-, Werkzeug- und Austauschfokus; der Täter ist stets ein Objunkt. Eine Gruppe besitzt ein weiteres Objunkt für das Tatobjekt, bildet also {VP20/fA|fa|fp} Verben [4]. Eine kleine Gruppe mit Austauschfokus besitzt neben dem Täterobjunkt ein Austauschadjunkt {VP11/fx|fa|fx} [5]. Andere Verben haben nur das Täterobjunkt und sind {VP10/fA|fa} Verben [6].
In dem umstrittenen Verb iluto stoßen beide Klassen zusammen {8A-241 (10)}. Allgemein akzeptiert wird die {VP11} Verwendung iluto ang kạrne kay Tatay. Während ein Teil der Muttersprachler die {VP20/fb|fa|fp} Konstruktion iluto si Tatay in Analogie zu ibilị ang nanay voll akzeptiert, lehnen andere dieses strikt ab, das es gleichbedeutend mit lutuin si Tatay sei. Von allen Muttersprachlern wird als eindeutige und korrekte Lösung ipagluto si Tatay angesehen {8-5.2}.
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Mit dem Präfix i- können uneigentliche Passivverben gebildet werden ({8A-241 (11)}, ähnlich wie die Bildung von uneigentlichen Aktivverben mit mag- {8-1.3 (1)}). Ihre Bildung ist mehr von der Phonologie und weniger von der Syntax her begründet.
Aus dem Englischen übernommene Fremdwörter passen häufig phonologisch und orthografisch schlecht zur filipinischen Sprache. Werden sie importiert, verlieren sie ihren Wortartcharakter {15-2.4}. Um sie als Verben verwenden zu können, müssen sie filipinisch affigiert werden. Bei zwei- und mehrsilbigen englischen Wörtern findet sich meist eine akzeptable Möglichkeit, -in oder -an Verben zu bilden (Beispiele sind kinikidnapped, lipstickan). In einigen Fällen wird statt des Infixes -in- auf das Präfix ni- ausgewichen (Beispiel ni-released).
Vorgezogen werden jedoch i- Verben, insbesondere bei einsilbigen Fremdwortstämmen. i- weist zwar nicht eindeutig auf ein Passivverb hin, das Präfix wird auch für Substantive und Adjektive verwendet. Substantiv- und Adjektivableitungen von Fremdwörtern werden jedoch nicht vorgenommen, so dass i- mit Fremdwortstamm eindeutig ein Passivverb ist.
i- ist ein Präfix, im Gegensatz zu den alternativen Passivsuffixen -in
und -an. So können durch eine Bildung mit i- phonologische und
orthografische Probleme vermieden werden, die sich besonders bei -in Verben bei
englischen Fremdwörtern ergeben würden (Beispiele: i-tolerate
{8A-241 (11)},
i-edit und i-save {
Nokia} statt
savein, savehin, savin, wobei bei letzterem
der einsilbige Stamm auf zwei Silben verteilt würde). Insbesondere wird bei i-
Verben die Betonung des Fremdwortstammes nicht verändert, was bei der Verwendung von
Suffixen stets geschieht. Phonologisch problematisch bleibt, dass auch i- Verben
in Präteritum und Präsens ein Infix -in- erhalten können. Präteritum und Präsens
werden daher oft vermieden, selten wird auf die -ni- Form dieses Infixes
ausgewichen (Beispiel: ini-save).
(1) In den bisherigen Abschnitten haben wir dargestellt, welche einfachen Verben die Sprache für welche Funktionen bildet. Im Folgenden versuchen wir, die verschiedenen Bildungen zueinander in Beziehung zu setzen.
Zu einem Vergleich der Aktivverben untereinander kann vereinfachend folgendes Schema herangezogen werden {8A-251}.
| Zustand | Nur Täter | Adjunkt | Objunkt | O. und A. | |
| VA../fs | VA00/fa | VA01 | VA10 | VA11 | |
| ma- | +++ | + | (0) | ||
| mang- | + | +++ | + | + | |
| -um- | + | ++ | ++ | ++ | + |
| mag- | (0) | ++ | ++ | ++ | + |
Die breite Verteilung der mag- Verben findet eine einfache Erklärung. Die
uneigentlichen mag- Verben sind naturgemäß ziemlich zufallsverteilt
{8-1.3 (1)}. Hinzu kommen die Verben, bei denen der Wortstamm bereits das
Objunkt bezeichnet. Eliminiert man diese Effekte, so ergibt sich folgendes Bild:
| Zustand | Nur Täter | Adjunkt | Objunkt | O. und A. | |
| VA../fs | VA00/fa | VA01 | VA10 | VA11 | |
| ma- | +++ | (0) | |||
| mang- | + | +++ | + | + | |
| -um- | + | ++ | ++ | ++ | + |
| mag- echt | (0) | + | + | +++ | + |
(2) Wir betrachten die wesentlichen Überlappungen.
| Die erste davon liegt bei den Zustandsverben zwischen ma-, mang- Verben und -um- Verben (Syntax {VA/fs}). Ein Notverb mit mang- oder -um- wird gebildet, wenn Affix ma- bereits von einem Adjektiv belegt ist {15-3.2 (2)}. Wann mang- und wann -um- Verben gebildet werden, ist nicht ersichtlich. | |||||||||||||||||||||||||||||||
| Eine weitere Überlappung tritt bei einfachen Tätigkeiten zwischen mang- und -um- Verben auf (Syntax {VA00/fa}). Auch hier sind die Gründe für die unterschiedliche Wahl nicht offensichtlich. Die {VA00} Syntax von mag- Verben kann als uneigentlich betrachtet werden, da diese Verben als verkürzte {VA10} Verben angesehen werden können, deren Objunkt bereits durch den Wortstamm ausgedrückt ist. | |||||||||||||||||||||||||||||
| Für die Bildung von {VA01} mag- Verben, die nahezu alle als echt zu betrachten sind, ist keine offensichtliche Begründung anzugeben. Eine Anzahl Wortfamilien bildet neben einem {VA01} -um- Verb ein mag- Verb mit gleicher Syntax und häufig nahezu gleicher Bedeutung. | |||||||||||||||||||||||||
| Eine größere Anzahl Wortfamilien bildet -um- Verben mit {VA10} Syntax. Diese können ein {VA10} mag- Verb ersetzen, oder es sind {VA10} Verben mit beiden Affixen vorhanden. In letzteren Fällen bestehen nur selten größere Bedeutungsunterschiede. | |||||||||||||||||||||||||
(3) Ein vereinfachtes Schema für die Passivverben könnte wie folgt aussehen.
| Tatobjektfokus | A-Fokus | |||
| VP10/fp | VP11/fp | VP10/fA | VP20/fA | |
| -an | ++ | +++ | ++ | |
| -in | +++ | (0) | + | (0) |
| i- echt | ++ | +++ | (0) | + |
| i- uneigentlich | + | + | + | |
Der Schwerpunkt der -in Verben liegt eindeutig bei {VP10/fp} Konstruktionen, jedoch gibt es hier strukturelle Überlappungen mit -an und i- Verben. Der Schwerpunkt der -an Verben liegt bei {VP../fA} Konstruktionen, ist jedoch weniger stark ausgeprägt als der Schwerpunkt von -in bei {VP10/fp}. Anders ist das Bild bei den i- Verben mit Schwerpunkt auf den Konstruktionen {VP11}; diese werden nur mit i- gebildet. Jedoch bildet i- auch {VP10/fp} Verben in Konkurrenz zu -in und -an.
| Die relevante Überlappung liegt also bei den {VP10/fp} Verben. In bestimmten Fällen werden zwei unterschiedliche einfache Passivverben mit dieser Syntax in einer Wortfamilie gebildet, nahezu ohne semantischen Unterschied (Beipiel isarạ - sarhạn) oder mit erheblichem Unterschied (Beispiele ibilị - bilhịn, tawagin - tawagan). | |||||||||||||||||||||||||||
(4) Erheblich komplizierter liegen die Verhältnisse, wenn man
Aktivverben zu entsprechenden Passivverben zuordnen will. Dazu bieten sich mehrere
Methoden an. Ein rein morphologischer Vergleich sieht wie
folgt aus. Ihm liegt die Annahme zugrunde, dass die
Sprache Aktivaffixe und Passivaffixe in Verbindung bringt.
A k t i v |
Passiv | |||
| -in | -an | -i | ||
| ma- | + | |||
| mang- | +++ | + | ||
| -um- | +++ | ++ | + | |
| mag- | ++ | ++ | ++ | |
(5) Da dieser Vergleich wenig verständliche Ergebnisse zeigt, nehmen wir zusätzlich einen gemischten syntaktisch-morphologischen Vergleich vor. Wir vergleichen den Bau des Aktivsatzes bezüglich seiner Objunkt- und Adjunktphrase(n) mit dem Affix des Passivverbs. Dieser Methode liegt die Annahme zugrunde, dass die Sprache das Passiv abhängig von ng und sa im Aktivsatz bildet (bzw. umgekehrt das Aktiv abhängig vom Affix des Passiv).
A k t i v |
Passiv | |||
| -in | -an | -i | ||
| VA/fs | ||||
| VA00/fa | ||||
| VA01 | + | +++ | + | |
| VA10 | +++ | ++ | ++ | |
| VA11 | + | ++ | +++ | |
Diese Darstellung lässt einige Beziehungen deutlich werden. Das Aktivverb mit alleinigem Objunkt (letzteres in der Regel in Funktion des Tatobjektes) bildet den Passivsatz vorwiegend mit einem -in Verb, oder auch mit einem -an oder i- Verb. Besitzt das Aktivverb nur ein Adjunkt, so werden -an Verben gebildet. Besitzt das Aktivverb Objunkt und Adjunkt, so werden vorzugsweise i- Verben gebildet.
Diese Zusammenhänge lassen Schlussfolgerungen zu, wie sich die filipinische Sprache der Verben und deren Affigierung bedient {7-4.1 Θ}.
| Die filipinische Sprache von Armin Möller http://www.germanlipa.de/filipino/sy_V_10.htm 22. November 2009 |