Unter Verbphrasen (pariralang
pandiwa, Schlüssel
{P-V}) verstehen wir Phrasen, die ein Verb
als Kernwort besitzen {7A-701
}. Damit gehören Verbphrasen in
unserem Strukturmodell zu den Inhaltsphrasen. Die Verbphrase kann das Prädikat oder
Subjekt des Satzes
{2-4.4} {2-4.5} bilden [1], dann besitzt sie eine globale Wirkung im Satz
{2-4.3}. Unter verbundenen Verben verstehen
wir zwei aufeinander bezogene Verben in einem Satz {7-7.5}. Formal gleich mit Verbphrasen können verkürzte Ligatursätze
sein, in denen das Subjekt weggelassen ist [2] {13-5.3}. In der Regel steht das Verb am Beginn der Verbphrase.
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Neben dem Subjekt sind Objunkte die häufigsten Argumente von Verben {7-2.2}, Objunktphrasen sind häufig enklitisch; sie werden regelmäßig dem Verb nachgestellt [1], wenn nicht ein Objunktinterklit gebildet wird [2 3] {11-6.5}. Die Objunktphrase als Argument des Verbs kann nicht erfragt werden {12-4.4}.
Die semantische Funktion der Objunktphrase kann Tatobjekt, Täter, ausführender Täter, Veranlasser, Erwäger oder Werkzeug sein.
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In der filipinischen Sprache können Verben zwei oder drei Objunkte als Argumente besitzen.
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Nahezu stets steht das Objunkt, das den Täter bzw. Erwäger beschreibt, vor anderen Objunkten [1-5 8 9].
(1) Die Adjunktphrase kann ein Argument des Verben bilden {7-2.2 (3)} oder selbständig im Satz stehen. Beide Begriffe Argument und unabhängige Phrase sind semantischer Natur, syntaktisch besteht fast kein Unterschied zwischen diesen beiden Verwendungen der Verbphrase. Unabhängige Adjunktphrasen betrachten wir in Kapitel {4-5.1}.
(2) Das Verb steht am Beginn der Verbphrase. Daher werden Adjunktphrasen als Argumente eines Verbs diesem [1 3 4] und in der Regel auch Objunkten nachgestellt, wenn letztere weitere Argumente des Verbs sind [2 5] {7-2.2 (4)}. Hier besteht ein Unterschied zu den unabhängigen Verbphrasen, die häufig am Satzanfang stehen. Jedoch gibt es auch vorangestellte Adjunkte, die Argumente sind [6 7] {7A-731}. Vorangestellte Adjunkte können als Interklitbezugswort dienen, der Interklit wird ohne Ligatur gebildet [6 7b]. Adjunktphrasen als Argumente werden fast ausschließlich mit dem Bestimmungswort sa gebildet [1-6]. Adjunktphrasen mit SA-Präpositionen und Präpositionen [8] als Argumente von Verben sind selten; dies ist ein Unterschied zu unabhängigen Adjunktphrasen.
Die semantische Funktion der Adjunktphrase kann Empfänger [2 4], lokativ [1 3 6 7], ausführender Täter [5], Ursache oder Austausch sein.
Mit den SA-Interrogativpronomen kanino und saạn können Adjunkte als Argumente erfragt werden; wir zählen diese Interrogativa zu den Adjunktphrasen [9 10].
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(1) In {7-2.2 (5)} wurde erwähnt, dass auch ein Subjunkt ein Argument eines Verbs sein kann [1-7]. Häufig steht das Subjunkt unmittelbar nach dem Verb und wird mit einer [2 7] oder seltener ohne eine Ligatur [1] angeschlossen. Wird das Subjunkt mit einer Ligatur angeschlossen, kann es auch nach anderen Phrasen (in [3 4] nach dem Subjekt (Pronomen), in [5] nach dem Subjekt, in [6] nach einem Objunkt) stehen. In unserem Schlüsselsystem wird ein Subjunkt durch eine dritte Ziffer beim Verb angegeben {7-2.3 [7]}.
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Satz [8] ist ein zusammengesetzter Satz. Die Sätze [6 7 9 10] können als einfacher Satz mit Subjunkt als Argument oder als zusammengesetzter Satz analysiert werden. Bei [1-5] ist eine Analyse als zusammengesetzter Satz nicht möglich.
(2) Wir betrachten obige Subjunkte als Argumente, da in vielen Fällen der Satz ohne sie unvollständig und sinnleer ist. Von Sonderfällen wie [10] abgesehen, wird das Subjunkt von einer Nominalphrase gebildet. Sie steht in enger semantischer Beziehung zu dem ebenfalls von einer Nominalphrase gebildetem Subjekt (im Beispiel [6] wikang pambansạ und katutubong wika). Obwohl das Subjunkt Argument ist, kann es im Allgemeinen nicht durch Änderung der Affigierung des Verbs in den Fokus gesetzt werden. Wir haben bisher keinen Versuch unternommen, die Funktion dieser Subjunkte in das Fokussystem der Verben aufzunehmen.
(3) Stehen verbundene Verben in einem einfachen Satz, so ist das untergeordnete Verb als Argument des übergeordneten Verbes zu betrachten, es bildet ein Subjunkt {7-7.5 (4)}.
Subjunkt als Attribut eines Partizips in Existenzphrasen {4-4.3 (3)}.
(1) Ein Verb kann ergänzt werden, indem es mit einem weiteren Verb verbunden wird. Wir sprechen von verbundenen Verben (pandiwang nakakabịt), wenn ein deutliches Unterordnungsverhältnis zwischen den beiden Verben besteht. Das übergeordnete Verb steht nahezu stets vor dem untergeordneten Verb (pandiwang pang-ibaba, Schlüssel {P-V/S}) [1-6]; dazwischen stehen häufig weitere Phrasen [2 4-6]. In der Regel steht das untergeordnete Verb im Infinitiv, vermutlich um die Unterordnung deutlich zu machen [1-3 4a|b 5a]. Seltener ist eine Zeitform beim untergeordneten Verb ([5b], in [6] besitzen die beiden Verben unterschiedliche Zeiten). Eine Anzahl Verben werden regelmäßig mit einem zweitem Verb verbunden {7A-751}.
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(2) Die Besonderheit des untergeordneten Verbs ist, dass es sich deutlich auf das prädikative Verb des Satzes bezieht. Häufig bildet (ersetzt) eine untergeordnete Verbphrase das Subjekt des übergeordneten Satzes [7|8 9] {2-4.9}. Statt des Bestimmungswortes ang tritt in der Regel die Ligatur (Ausnahme ist [10]). Seltener kann eine untergeordnete Verbphrase ein Objunkt [11 15] {3-2.3} oder ein Adjunkt ersetzten [12] {4-4.4} {*}.
{*} Ersetzt ein untergeordnetes Verb ein Objunkt oder Adjunkt, ist das übergeordnete Verb ein Aktivverb, und diese Konstruktionen werden offenbar seltener gebildet.
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(3) Im Prinzip steht zwischen den verbundenen Verben eine Ligatur; die Regel, dass bei Subjunkten die Ligatur entfallen kann, gilt beschränkt auch hier {5-2.2 (1)}. Eine mögliche -ng Ligatur wird stets verwendet [1 4 ..]. Die na Form wird in der Regel ebenfalls verwendet [2], kann jedoch entfallen, wenn die verbundenen Verben unmittelbar nebeneinander stehen [3 15 16]. In [6] wird die na Form statt eines möglichen Suffixes -ng verwendet.
Da ein verneinendes Adverb hindi eines der Verben und nicht beide verneint, stellt sich die Frage, ob dessen Unverträglichkeit {5-2.2 (2)} die Ligatur von verbundenen Verben beeinflusst. Dies ist bei der -ng Form nicht der Fall, sie wird in diesen Fällen stets verwendet [13 14]. Möglicherweise entfällt in Sätzen mit hindi die na Form etwas häufiger als in anderen Sätzen [15 16].
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(4) Jedes der verbundenen Verben hat eine globale Wirkung im Satz. Aus diesem Grund können in diesen Konstruktionen Konflikte auftreten; Argumente können ausschließlich einem der beiden Verben, aber auch beiden zugeordnet sein. Davon abhängig können mit verbundenen Verben einfache oder zusammengesetzte Sätze gebildet werden. Während eine Konstruktion als zusammengesetzter Satz stets möglich ist, können einfache Sätze nur dann gebildet werden, wenn die unterschiedlichen Argumentstrukturen konfliktfrei zueinander passen. In einem einfachen Satz ist das untergeordnete Verb als Argument des übergeordeneten Verbs zu betrachten. Wegen der Ligatur zwischen verbundenen Verben bildet das untergeordnete Verb einen Ligatursatz oder ein Subjunkt. Die mit verbundenen Verben gebildeten Sätze betrachten wir in {13-5.5}. Einen Vergleich von verbundenen Verben und Potenzialadverbien nehmen wir in {13-5.5.3 Θ} vor.
(5) {Θ} In einfachen Sätzen können zwischen verbundenen Verben Pronomen stehen [4-6]. Regelmäßig sind sie Argumente des voranstehenden übergeordneten Verbes. Sie bilden einfache enklitische Konstruktionen {11-3.1.1 (3)}. Das gilt auch, wenn ein Pronomen ebenfalls Argument des nachfolgenden untergeordneten Verbes ist {7A-751 [1-4]}. Es ist dann diesem nicht vorangestellt, sondern es wird nicht wiederholt. Es handelt sich nicht um Interklitkonstruktionen, übergeordnete Verben sind keine Interklitbezugswörter.
In unserem Strukturmodell ist die Verbphrase eine Inhaltsphrase und kann wie folgt dargestellt werden.
| Verbphrase mit globaler Wirkung ist |
Verbphrase enthält neben Verb | ||
| [1] | Prädikat {2-4.4} | Kein Argument | |
| [2] | Prädikat {2-4.4} | Objunkt (Argument) {7-7.1} | |
| [3] | Prädikat {2-4.4} | Adjunkt (Argument) {7-7.3} | |
| [4] | Prädikat {2-4.4} | Subjunkt (Argument) {7-7.4} | |
| [5] | Prädikat {2-4.4} | Verbphrase (Verbundene Verben) {7-7.5} | |
| [6] | Subjekt {2-4.5} | Kein Argument | |
| [7] | Subjekt {2-4.5} | Objunkt (Argument) {7-7.1} | |
| [8] | Subjekt {2-4.5} | Adjunkt (Argument) {7-7.3} | |
| [9] | Subjekt {2-4.5} | Subjunkt (Argument) {7-7.4} | |
| [10] | Prädikat, Subjekt | Adverbphrase (Attribut) {10-3.1.1} | |
| [11] | Prädikat, Subjekt | Potenzialadverb {10-4.1} | |
| Verbphrase ohne globale Wirkung ist |
Verbphrase enthält | ||
| [12] | Subjekt | Verb im Infinitiv | {7A-754 Σ} |
| [13] | Untergeordnetes Verb | Verb im Infinitiv | {7-7.5} |
| [14] | Partizip als Attribut (Subjunkt) | Verb (Zeitform) | {7-6.4.1} |
| [15] | Partizip als Adverb | Verb (Zeitform) | {7-6.4.2} |
| [16] | Partizip als Substantiv (Subjekt) | Verb (Zeitform) | {7-6.4.3} |
| [17] | Partizip als Substantiv (Objunkt) | Verb (Zeitform) | {7-6.4.3} |
| [18] | Partizip als Substantiv (Adjunkt) | Verb (Zeitform) | {7-6.4.3} |
| Die filipinische Sprache von Armin Möller http://www.germanlipa.de/filipino/sy_V_08.htm 12. Mai 2010 |