Unter Modalität der Verben (pagkakabago ng pandiwa) verstehen wir die Bedeutungswandlung von Verben, die durch Affigierung verursacht wird. Mit Hilfe der Modalität werden neue Verben gebildet, die ihr eigenes Flexionsparadigma besitzen. Die wichtigsten Modalitäten der filipinischen Sprache sind:
| Aktiv | Passiv | ||
| Tätigkeit | mang- mag- -um- | -an -in i- ipag- ipagpa- ipang- pang--an | |
| Zustand, selbstablaufender Prozess | |||
| ma- mang- -um- ma--an | . | ||
| Fähigkeit {7-5.1} | |||
| maka- makapag- makapang- | ma- ma--an mai- mapạg- mapạg--an maipag- maipang- | ||
| Zufall, fehlende Absicht {7A-501} | |||
| maka- | ma- mapa- ma--an mapag- mapag--an | ||
| Aufforderung, Bitte maki- | [paki- paki--an paki--in ipaki-] | ||
| Veranlassung, Auftrag, Erlaubnis | |||
| magpa- | pa--an pa--in ipa- pag--in | ||
| Fähigkeit zur Veranlassung | |||
| makapagpa- | mapa- mapa--an maipa- | ||
| Teilnahme | maki- makipag- makipag--an mag--an | ||
| Richtung | magsa- | isa- | |
| Ursache | . | ika- ka--an | |
| Besonderes | . | isa- pag--an | |
| Hervorhebung | magkang- | . | |
| Anstrengung | mag-um- magpaka- | . | |
| Besitz | magka- | . | |
Diese Tabelle zeigt ein wenig systematisches Bild der Modalitäten der Verben in der filipinischen Sprache. Dieses entspricht den uns vorliegenden empirischen Daten, die es uns bisher nicht erlaubt haben, für alle oder wenigstens einige der Modalitäten ein paradigmaähnliches System zu erstellen. Das ist auch der Grund, warum wir die Modalität der Verben nicht in unser Schlüsselsystem aufgenommen haben.
In der wissenschaftlichen Literatur werden Fähigkeit zu einer Tätigkeit, unbeabsichtigte
und zufällige Tätigkeiten wegen der zwischen ihnen bestehenden Gemeinsamkeiten als
'potentive' bezeichnet {
Rubino 1997}
{
Himmelmann 2004}.
(1) Eine Anzahl Gruppen von Aktiv- und Passivverben drücken eine Fähigkeit aus. Sie sind morphologisch durch das unbetonte Präfix ma- gekennzeichnet. Der Begriff der Fähigkeit in der filipinischen Sprache bedarf einer genaueren Betrachtung.
Philippinisches Denken bewegt sich in der Regel im Realen, hypothetisches, phantasierendes und spekulatives Denken sind selten. Entsprechend ist die Sprache im Realen verhaftet. Der Begriff einer Fähigkeit wird stets vor dem Hintergrund der Realisierung gesehen. Andererseits ist eine realisierte Fähigkeit keine Fähigkeit mehr, sondern eine Tat. Interessant sind daher die Fälle einer vorhandenen Fähigkeit, von der jedoch kein Gebrauch gemacht wird. Häufig sind die Verben der Fähigkeit allein nicht ausreichend, diesen Gedanken auszudrücken.
Wenn der Satz im Präteritum steht, gilt in der Regel, dass von der Fähigkeit Gebrauch gemacht worden ist, die Tat also tatsächlich ausgeführt worden ist [1 2]. Wenn dies nicht der Fall ist, können Verben der Fähigkeit ungeeignet sein, diesen Sachverhalt auszudrücken [3]. In den Antwortsätzen [4-6] zu Frage [2] sind Zusätze wie pagkakataọn oder maaari erforderlich, um deutlich zu machen, dass eine Fähigkeit vorhanden ist, von der aber kein Gebrauch gemacht wird. Ähnliches gilt für die Sätze [7|8]. In Präsens- und Futursätzen ist es offen, ob von der Fähigkeit Gebrauch gemacht wird [9 10]. Anders ist die Situation, wenn eine Fähigkeit verneint wird [11 12]. Die daraus resultierende Unfähigkeit ist semantisch eine Tatsache, die keine Alternativen offen lässt.
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(2) Soll eine Fähigkeit im Allgemeinen ausgedrückt werden, also ohne Bezug zu ihrer Realisierung im Einzelfall, können Adjektive [13] oder Pozenzialadverbien [14 15] statt Verben der Fähigkeit (oder zusammen mit ihnen [14]) verwendet werden.
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(3) Die Modalität der Fähigkeit bezieht sich auf den Täter. Bei den Verben der maka- Gruppe steht dieser im Fokus {8-3.4}, und bei Verwendung dieser Verben wird die Fähigkeit stets besonders hervorgehoben. Aus dem gleichen Grund drücken Passivverben die Modalität der Fähigkeit in der Regel schwächer aus, da der Besitzer der Fähigkeit nicht im Fokus steht.
(1) Die filipinischen Verben besitzen eine ausgeprägte Flexion (banghạy). Nahezu alle Aktiv- und Passivverben der Wortfamilien füllen ein vollständiges Paradigma von vier Formen aus. Drei davon bezeichnen wir als Zeitformen Präteritum (pangnagdaạn, Schlüssel {../A}), Präsens (kasalukuyan, Schlüssel {../E}) und Futur (panghinaharạp, Schlüssel {../F}). An dieser Stelle lassen wir die Frage offen, ob dieses Paradigma Tempora oder Aspekte beschreibt, eine Betrachung über Tempus oder Aspekt siehe {7-6.2.6 Θ}. Eine vierte Form, eine Art Grundform, wird traditionell als Infinitiv bezeichnet (Schlüssel {../N}). Diese Bezeichnung ist nicht sehr glücklich, da es in der filipinischen Sprache keine Person-Numerus-Flexion gibt, also alle Verbformen infinit sind; das filipinische Wort pawatạs (wörtlich etwa 'Verständnisform') umgeht dieses Problem. Der Infinitiv kann als vierte Zeitform des "Irgendwann, jederzeit" betrachtet werden und somit in das Paradigma der Flexion eingepasst werden. In einigen Fällen können Infinitiv und die anderen Zeitformen wahlweise verwendet werden.
(2) Eine eigenständige morphologische Form eines Imperativs besitzt die filipinische Sprache nicht. In Imperativsätzen wird der Infinitiv verwendet. So sehen wir keinen Grund, eine morphologische Form Imperativ für filipinische Verben einzuführen. Weiterhin besitzt die filipinische Sprache keine morphologischen Formen, die die Funktion eines Konjunktives o.ä. ausüben. Hypothetische Tatbestände werden nur selten dargestellt, und in diesen Fällen werden Adverbien (vorwiegend sana) oder Konjunktionen verwendet {7A-601}. Auch können Futurformen verwendet werden, um hypothetische Tatbestände darzustellen. Daher gibt es wenig Sinn, bei filipinischen Verben die Begriffe Modus (panagano), Indikativ (paturọl) und Konjunktiv (pasakali) einzuführen.
(3) Bei Aktivverben ist das Flexionsparadigma um verbale Substantive, die Gerundiem, zu ergänzen. Wenn sie auch keine Zeitformen sind, werden sie doch so regelmäßig von Aktivverben gebildet, dass sie unzweifelhaft Teile dieses Paradigmas sind. Eine weitere Form, das Katatapos, kann in einer Wortfamilie nur einmal gebildet werden, gehört also nicht den Flexionsparadigmen der einzelnen Verben einer Wortfamilie an. Indirekt gehören die Partizipien zu den Flexionsparadigmen, da sie morphologisch gleich den Zeitformen sind. Damit kommen wir zu folgender Übersicht der Flexionsformen der filipinischen Verben:
| Flexions- paradigma {7-6.1} | Zeitformen {7-6.2} | Infinitiv |
| Präteritum | ||
| Präsens | ||
| Futur | ||
| Partizipien {7-6.4} | ||
| Gerundium {7-6.5} | ||
| Katatapos {7-6.6} | ||
In diesem Abschnitt werden nur die Zeitformen (einschließlich Infinitiv) betrachtet; die Gerundien folgen in {7-6.5}. Die Tempusflexion wird durch Affixe und Silbendoppelung realisiert, dabei gelten die gleichen Regeln für Aktiv- und Passivverben. Wird ein Verb von einem bereits affigierten Wort abgeleitet, so gelten die Affixe der ersten Ableitung nicht als Verbaffixe (Beispiel: Bei magmakaawa |mag-makaawa| ist ma- kein Verbaffix, sondern wird als doppelungsfähiges Stammaffix betrachtet; die Futurform ist magmamakaawa).
Bezüglich der Affixe lauten die Regeln wie folgt:
Diese Regeln besitzen eine abnehmende Priorität und schließen sich in Affixkombinationen gegenseitig aus, so dass nur eine Regel mit höherer Priorität zur Anwendung kommt.
Für die Silbendoppelung gelten folgende Regeln, wiederum mit abnehmender Priorität:
Für die Betonung gelten folgende Regeln:
Die folgende Tabelle gibt Beispiele für die Paradigmen der wichtigsten Affixe. Ein & kennzeichnet die Doppelung der ersten Stammsilbe.
| Aus Präfixanlaut m wird n in Präteritum und Präsens | |||||
| Affix | Stamm | Infinitiv | Präteritum | Präsens | Futur |
| ma- {VA} ma- {VP} |
tulog hiyạ bilị |
matulog mahiyạ mabilị |
natulog nahiyạ nabilị |
natutulog & nahihiyạ & nabibilị & |
matutulog & mahihiyạ & mabibilị & |
| ma- | awit bilị |
maawit mabilị |
naawit nabilị |
naaawit & nabibilị & |
maaawit & mabibilị & |
| ma--an | abọt | maabutạn | naabutạn | naaabutạn & | maaabutạn & |
| ma--an | putọk | maputukạn | naputukạn | napuputukạn & | mapuputukạn & |
| mag- | luto bilị basa | magluto magbilị magbasạ |
nagluto nagbilị nagbasạ |
nagluluto & nagbibilị & nagbabasạ & |
magluluto & magbibilị & magbabasạ & |
| mag--an | alịs biro |
mag-alisạn magbiruạn |
nag-alisạn nagbiruạn | nag-aalisạn & nagbibiruạn & |
mag-aalisạn & magbibiruạn & |
| mag-um- | sikap | magsumikap | nagsumikap | nagsusumikap | magsusumikap |
| magka- | doọn | magkaroọn | nagkaroon | nagkakaroọn | magkakaroọn |
| magkang- | galit | magkanggagalit | nagkanggagalit | nagkakanggagalit | magkakanggagalit |
| magpa- | dala | magpadalạ | nagpadalạ | nagpapadalạ | magpapadalạ |
| mai- | handạ | maihandạ | naihandạ | naiihandạ | maiihandạ |
| maipa- | bago | maipabago | naipabago | naipapabago | maipapabago |
| maipag- | bawal | maipagbawal | naipagbawal | naiipagbawal | maiipagbawal |
| maipang- | abay | maipang-abay | naipang-abay | naiipang-abay | maiipang-abay |
| maka- | basa | makabasa | nakabasa | nakakabasa | makakabasa |
| makapag- | bayad | makapagbayad | nakapagbayad | nakakapagbayad | makakapagbayad |
| makapagpa- | tubig | makapagpatubig | nakapagpatubig | nakakapagpatubig | makakapagpatubig |
| makapang- | tanghali | makapananghali | nakapananghali | nakakapananghali | makakapananghali |
| maki- | sama | makisama | nakisama | nakikisama | makikisama |
| mang- | inịs pulạ |
mang-inịs mamulạ |
nang-inịs namulạ |
nang-iinịs & namumulạ & |
mang-iinịs & mamumulạ & |
| mapạg- | basa | mapạgbasa | napạgbasa | napạgbabasa & | mapạgbabasa & |
| mapạg--an | aral | mapạg-aralan | napạg-aralan | napạg-aaralan & | mapạg-aaralan & |
| -an und i- erhalten zusätzlich Infix -in- in Präteritum und Präsens | |||||
| Affix | Stamm | Infinitiv | Präteritum | Präsens | Futur |
| -an | akyạt basa |
akyatạn basahan |
inakyatạn binasahan |
inaakyatạn & binabasahan & |
aakyatạn & babasahan & |
| i- | ayos alịs basa gisạ |
iayos ialịs ibasa igisạ |
iniayos inialịs ibinasa iginisạ |
iniaayos & iniaalịs & ibinabasa & iginigisạ & |
iaayos & iaalịs & ibabasa & igigisạ & |
| ika- | galit | ikagalit | ikinagalit | ikinagagalit & ikinakagalit |
ikagagalit & ikakagalit |
| ipa- | dalạ | ipadala | ipinadalạ | ipinapadalạ | ipapadalạ |
| ipag- | bawal | ipagbawal | ipinagbawal | ipinagbabawal & | ipagbabawal & |
| ipagkang- | galit | ipagkanggalit | ipinagkanggalit | ipinagkakanggalit | ipagkakanggalit |
| ipang- | bigạy | ipamigạy | ipinamigạy | ipinamimigạy & ipinapamigạy |
ipamimigạy & ipapamigạy |
| isa- | bote | isabote | isinabote | isinasabote | isasabote |
| ka--an | bakạs | kabakasạn | kinabakasạn | kinababakasạn & kinakabakasạn |
kababakasạn & kakabakasạn |
| pa--an | usok | pausukan | pinausukan | pinapausukan | papausukan |
| pag--an | kusa | pagkusaan | pinagkusaan | pinagkukusaan & | pagkukusaan & |
| pang--an | hina | panghinaan | pinanghinaan | pinapanghinaan | papanghinaan |
| Suffix -in wird ersetzt durch Infix -in- in Präteritum und Präsens | |||||
| Affix | Stamm | Infinitiv | Präteritum | Präsens | Futur |
| -in | awit alịs sulat dalạ luto |
awitin alisịn sulatin dalhịn lutuin |
inawit inalịs sinulat dinalạ niluto |
inaawit & inaalịs & sinusulat & dinadalạ & niluluto & |
aawitin & aalisịn & susulatin & dadalhịn & lulutuin & |
| pa--in | basa | pabasahin | pinabasa | pinababasa & | pababasahin & |
| pag--in | hain | paghainin | pinaghain | pinaghahain & | paghahainin & |
| pang--in | sagọt | panagutịn | pinanagọt | pinananagọt | pananagutịn |
| Infix -um- entfällt im Futur | |||||
| Affix | Stamm | Infinitiv | Präteritum | Präsens | Futur |
| -um- | awit alịs tawa puntạ |
umawit umalịs tumawa pumuntạ | umawit umalịs tumawa pumuntạ |
umaawit & umaalịs & tumatawa & pumupuntạ & |
aawit & aalịs & tatawa & pupuntạ & |
| Die filipinische Sprache von Armin Möller http://www.germanlipa.de/filipino/sy_V_05.htm 22. November 2009 |