(1) Vor Nicht-Nominalphrasen steht das Bestimmungswort ang, wenn diese das Subjekt des Satzes bilden. Dies gilt im Prinzip auch für Nominalphrasen als Subjekt [1-3].
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(2) Das Bestimmungswort ang für das Subjekt zeigt dessen Bestimmtheit an. Regelmäßig entfällt es in den folgenden Fällen, bei denen die Bestimmtheit des Subjektes bereits auf andere Weise deutlich ist {2-3.1 (2)}:
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(3) Vor einigen Wörtern kann das Bestimmungswort ang für das Subjekt entfallen. Dazu gehören:
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(4) Das Kernwort der Nominalphrase kann entfallen, wenn es ein Attribut besitzt {3-4 (5)} {6-6.1 [4]}.
Da es in der filipinischen Sprache häufig vorkommt, dass Sätze kein Verb besitzen, ist eine Nominalphrase als Prädikat nicht außergewöhnlich [1-8]. Da in den Sätzen [2-4 6-8] das Prädikat nicht am Satzanfang steht, wird ihm das Bestimmungswort ay vorangesetzt. Insbesondere ist ay mit Artikeln voll verträglich [6-8]. Die Nominalphrase in [9] ähnelt semantisch einer disjunktiven Nominalphrase, die eine Zeitspanne beschreibt {5-3.1}.
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{Θ} Die Verwendung des Bestimmungswortes ay des Prädikates hängt davon ab, wo sich das Prädikat im Satz befindet. Damit unterscheidet sich das Prädikat vom Subjekt, bei dem abhängig vom Inhalt der Subjektphrase das Bestimmungswort ang entfallen kann {2-4.1 (2 3)}.
Nominalphrase als Prädikat bei {Aganan 1999 p. 74}: {2A-421
}.
(1) Bei der Betrachtung der Verbphrase als Prädikat oder Subjekt sind die Eigenschaften der filipinischen Verben zu beachten. Verben besitzen Argumente {7-2.2}; abhängig von der Affigierung des Verbs wird die semantische Rolle der Argumente bestimmt, also von Subjekt, Objunkt(en) und Adjunkt (und in einigen Fällen Subjunkt). Da Objunkt(e) und Adjunkt Bestandteil der Verbphrase sind, ist es verständlich, dass das Kernwort dieser Phrase deren semantische Funktion bestimmt. Das Subjekt gehört nicht zur Verbphrase, wenn diese das Prädikat bildet. Trotzdem wirkt das Verb auf das Subjekt in erheblichem Maße ein. Man kann von einer globalen Wirkung (kabisaang pang-ubod 'Kernwirkung') des Verbs im Satz sprechen {13-2.2.1}. Entsprechendes gilt, wenn die Verbphrase das Subjekt bildet. Dann ist das Prädikat in den globalen Wirkungskreis des Verbs einbegriffen.
(2) Die globale Wirkung des Verbs im Satz fordert die Frage heraus, ob ein zweites Verb im gleichen Teilsatz vorhanden sein kann. Zum Beispiel könnten sowohl Prädikat und Subjekt unterschiedliche Verbphrasen sein. Ein zweites globales Verb ist jedoch - von bestimmten Aufzählungen abgesehen - unmöglich. Ein zweites globales Verb würde ebenfalls seine globale Wirkung entfalten, die unterschiedlich von der des ersten Verbs wäre, was jedoch zu semantischen Widersprüchen führt. Um semantische Deutlichkeit zu wahren, muss ein zweites Verb im Satz so verändert werden, dass es seine globalen Eigenschaften verliert, es muss syntaktisch deutlich untergeordnet sein.
Das wichtigste Werkzeug, diese Unterordnung herzustellen, sind Ligatursätze. Dies kann in Form der verbundenen Verben geschehen [1 2] {7-7.5}. Diese Konstruktion ersetzt eine Phrase des zum ersten Verb gehörigen Satzes. Häufig dient die Verwendung des Infinitivs als zusätzliches Zeichen der Unterordnung ([1], jedoch nicht [2]). Eine weitere Möglichkeit ist, das zweite Verb einer Nominalphrase als Ligatursatz attributiv zuzufügen [3] {6-7.7}. Eine dritte Möglichkeit ist, eines der Verben in ein Gerundium zu verwandeln, das syntaktisch keine Verbeigenschaften hat [4] {7-6.5}. Die entstehende Kombination hält semantisch zwei Verben zusammen, ohne sie syntaktisch in einem Satz zu haben. In Existenzsätzen werden Partizipien verwendet, um eine globale Wirkung des Verbs zu vermeiden [5] {4-4.3}.
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(3) Im Gegensatz zur Verbphrase hat eine Nominalphrase keine globale Wirkung im Satz. Ob Prädikat, Subjekt oder in anderer Funktion im Satz, kann das Kernwort der Nominalphrase nur auf deren Bestandteile wirken. An dieser Stelle zeigt sich ein grundsätzlicher Unterschied im syntaktischen Verhalten von Verben und Nomina in der filipinischen Sprache (vgl. jedoch {13-2.4 Θ (4)}).
Trotz globaler Wirkung im Satz kann dem Verb (bzw. der Verbphrase) nicht die zentrale Rolle im Satz eingeräumt werden, die es in den europäischen Sprachen besitzt. In der filipinischen Sprache gilt "Wenn der Satz ein Verb hat, hat es eine globale Rolle." und nicht "Das Verb übt die zentrale Rolle im Satz aus."
Das Prädikat kann aus einem Verb mit zugeordneten Objunkt-, Adjunkt- und Subjunktphrasen bestehen; in der Regel steht das Verb vor diesen Argumenten, deren Reihenfolge in {7-2.2 (4)} betrachtet wird. In kanonischer Reihenfolge von Prädikat und Subjekt folgt das Subjekt der Verbphrase (bzw. dem Verb) [1]. In der Regel wird das Subjekt der vollständigen Verbphrase nachgestellt und steht dann häufig am Ende des Satzes. Das Prädikat und damit die Verbphrase kann gespalten werden, um das Subjekt [2 3] (oder seltener eine unabhängige Phrase [4]) hinter das Verb, jedoch vor oder zwischen die dem Verb zugeordneten Phrasen zu setzen {13-2.1.3}. Adverbien können ebenfalls innerhalb der Prädikates stehen; sie sind in der Regel als Bestandteil der Prädikatphrase anzusehen, so dass sie diese nicht spalten. Sofern sie keine enklitischen Kurzwörter sind, können sie vor dem Verb stehen [5]; häufig sind jedoch die Adverbien enklitische Kurzwörter, wie na und pa [6].
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Übersetzung von Verbphrasen {2A-233
(2)}.
Das Subjekt kann aus einem Verb mit zugeordneten Objunkt-, Adjunkt- und Subjunktphrasen bestehen [1 2]. Besonders häufig werden Fragesätze so gebildet [2-4]. Für die Reihenfolge der Bestandteile der Verbphrase gelten die gleichen Regeln wie für Verbphrasen als Prädikat {7-2.2 (4)} (in [3 4] steht ein Adverb vor dem Verb). Spaltung der Subjektphrase durch das Prädikat kommt nicht vor. In [5] ist das Prädikat ein Adjektiv. Das Subjekt kann von einer zweiten Verbphrase gebildet werden, die der des Prädikates untergeordnet ist [6] {7-7.5}.
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(1) Mit nasa [1 2] und sa gebildete Adjunktphrasen [3a] können in verblosen Sätzen Subjekt oder Prädikat bilden. Vor SA-Personal- und -Interrogativpronomen kann sa entfallen [3b 4 5] (nasa wird fast nicht mit Pronomen verwendet). In Sätzen mit nasa als Teil des Subjektes ist dieses mit Verben verträglich; daher kann das Prädikat eine Verbphrase sein [6]. Satz [7] ist in nichtkanonischer Reihenfolge. Präpositionalphrasen (Adjunktphrasen mit Präpositionen {4-2.3}) können das Prädikat oder Subjekt bilden [8 9]. Prädikat und Subjekt können mit nasa may (und selten mit sa may) gebildet werden [10 11]. Ein Adjunkt, das Argument eines das Subjekt bildenden Verbs ist, kann nicht Prädikat werden ([12b], jedoch [13]).
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(2) SA-Demonstrativpronomen wie dito sind Adjunktphrasen {6-4.7}. Sie werden jedoch als Prädikat oder Subjekt vermieden [14]. Stattdessen werden die von den Demonstrativpronomen abgeleiteten Verbformen wie nanditọ verwendet [15] {8-1.1 (2)}.
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(3) Prädikate und Subjekte mit den Existenzwörtern may, walạng und maraming (SA-Präpositionen) verhalten sich wie Adjunktphrasen {4-3}. Am häufigsten ist die Existenzphrase das Prädikat am Satzanfang [16], nichtkanonische Reihenfolge ist seltener [17]. Sätze mit Existenzphrasen als Subjekt werden gebildet, um den "Besitzer" als Subjekt mit Bestimmtheit zu vermeiden [18]. Dies geschieht regelmäßig in Fragesätzen [19] (aus semantischen Gründen wird may häufiger als walạng verwendet, und maraming recht selten).
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(1) In verblosen Sätzen kann ein Adjektiv oder eine Adjektivphrasen das Prädikat bilden [1 2 8]. Wegen der Symmetrie von Prädikat und Subjekt gibt es auch Adjektive als Subjekt [3 4 9]. Alle Sätze [1-4 5c 6] sind in kanonischer Reihenfolge. In Sätzen wie [5a 5b 6] ist das Prädikat ein Adjektiv und das Subjekt ein Teilsatz {2-4.9}. In diesen Fällen fehlt dem Satz ein bestimmter Täter, die Aussage wird allgemein. In idiomatischen Ausdrücken wie [7] ist eine Adjektivphrase mit Adjunkt als Attribut das Prädikat {9-4.2 [4-6]}. Interrogativadjektive können das Prädikat (nicht das Subjekt) bilden, der Satzbau unterscheidet sich nicht von anderen Adjektiven als Prädikat [8] {12-2.2}. In Satz [9] bildet ein Indefinitadjektiv das Subjekt.
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(2) Nicht alle Adjektive können als Prädikat oder Subjekt verwendet werden. Beispiele sind die Adjektive, die bei attributiver Verwendung stets vorangestellt werden {6-7.1 (2)}.
In verblosen Sätzen kann ein Adverb [1-4] (oder manchmal eine Adverbphrase [5-7]) das Prädikat bilden. Trotz der Symmetrie von Prädikat und Subjekt gibt es kaum Adverbien als Subjekt. Häufig wird jedoch eine Konstruktion mit Existenzphrase vorgezogen, bei denen das Adverb nicht Prädikat ist [8 9] {4-3}. In den Sätzen [3 10] wird ein Interrogativadverb prädikativ verwendet {12-2.3}.
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(1) Ein Teilsatz kann an Stelle des Subjektes treten. Häufig ist dies ein Ligatursatz, dessen Ligatur das Bestimmungswort ang ersetzt [1]. Damit entfällt die besondere Kennzeichnung und Fokusmarkierung des Subjektes. In Sätzen wie [2] kann die na Form der Ligatur entfallen. Besitzt der das Subjekt bildende Teilsatz ein Interrogativum, so wird statt eines Ligatursatzes ein Konjunktionssatz mit kung gebildet ([3], auch in [4]). Auch andere Konjunktionssätze können das Subjekt bilden [5].
(2) Häufig besitzen beide Teilsätze ein Verb als Prädikat ([1 6] mit Ligatursatz). Die Verben dieser Sätze betrachten wir als verbundene Verben {7-7.5}. So kann ein zweites Verb untergeordnet in den Satz eingefügt werden. Dieses Verb steht vorzugsweise im Infinitiv ([1a], jedoch nicht [1b 1c 6]). In Satz [6] ist das untergeordnete Verb das Subjekt des Ligatursatzes, und dessen Prädikat besitzt nichtkanonisches ang.
In [5 8] ist das Prädikat des übergeordneten Satzes ein Substantiv, in [2 7] ein Adjektiv. In [8] ist der das Subjekt bildende untergeordnete Teilsatz subjektlos und besteht nur aus einer Existenzphrase.
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{Θ} Da Teilsätze, die das Subjekt ersetzen, mit beiden Formen der Ligatur gebildet werden können, ist nicht anzunehmen, dass die -ng Form eine Verkürzung von ang ist (vgl. {12-2.1 (2)}).
(3) Teilsätze können das Prädikat bilden [9-11]. In nichtkanonischer Reihenfolge des zusammengesetzten Satzes steht außer dem Bestimmungswort keine Ligatur, der Teilsatz wird nur durch das Bestimmungswort ay angeschlossen [9 10]. Der übergeordnete Satz in [11 12] ist in kanonischer Reihenfolge; die Trennung der Teilsätze erfolgt durch das Bestimmungswort ang des Subjektes des übergeordneten Satzes.
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(1) Die filipinische Sprache besitzt ein syntaktisch-semantisches Prinzip, das wir
als Bestimmtheit des Subjektes bezeichnen ({2-1 (3)} und {2-3}). Besonders bei {
Lopez 1940} und
bei {
Schachter 1972} wird dieses Prinzip dargestellt
{2A-104
}. Wir haben es in den Mittelpunkt des Verständnisses von
Prädikat und Subjekt gerückt. Zur Durchsetzung dieses Prinzipes besitzt die
filipinische Sprache besondere Werkzeuge, bei denen die syntaktische Funktion
von Funktionsphrasen getauscht werden kann.
(2) Argumente von Verben, insbesondere Subjekt, Objunkt und Adjunkt, können ihre syntaktische Funktion tauschen. Die syntaktische Funktion des Subjektes wird im Allgemeinen unter dem Begriff Fokus des Verbs betrachtet. Die damit verbundenen Vorgänge werden in der Literatur und bei uns ausführlich dargestellt {7-3}.
(3) Ein weiterer Funktionstausch in der filipinischen Sprache
ist der von Prädikat und Subjekt {2-2.3}. In der
Literatur nimmt er eine weniger zentrale Stellung ein {2A-231
}. Für uns ist dieser Funktionstausch von Prädikat und
Subjekt gleichwertig und ebenso bedeutend wie der Fokus der Verben. Aus diesem
Funktionstausch und der damit verbundenen syntaktischen Symmetrie von Prädikat und
Subjekt {2-2.4} leiten wir unser Verständnis
der Bestimmungswörter ay und ang ab.
(4) Dieses Verständnis von Prädikat und Subjekt in der
filipinischen Sprache macht eine Hypothese der Nominalisierung aller Subjekte überflüssig,
die wir auch aus grundsätzlichen Erwägungen ablehnen {2A-105
(7)}.
In unserem Strukturmodell sind Prädikat und Subjekt Funktionsphrasen, sie stehen unmittelbar im Satz, ihre Funktion wird in {13-2} beschrieben. Prädikat und Subjekt können keine untergeordneten Phrasen sein.
Das Prädikat kann wie folgt dargestellt werden.
| Prädikat ist | Prädikat besteht aus | ||
| [1] | unabhängig im Satz | Verbphrase | {2-4.4} |
| [2] | unabhängig im Satz | Nominalphrase | {2-4.2} |
| [3] | unabhängig im Satz | Adjunktphrase | {2-4.6} |
| [4] | unabhängig im Satz | Adjektivphrase | {2-4.7} |
| [5] | unabhängig im Satz | Adverbphrase | {2-4.8} |
| Teilsätze können das Prädikat bilden. | {2-4.9} | ||
Wegen der Symmetrie von Prädikat und Subjekt ist die Darstellung für das Subjekt im Strukturmodell fast gleich.
| Subjekt ist | Subjekt besteht aus | ||
| [1] | unabhängig im Satz | Nominalphrase | {2-4.1} |
| [2] | unabhängig im Satz | Verbphrase | {2-4.5} |
| [3] | unabhängig im Satz | Adjunktphrase | {2-4.6} |
| [4] | unabhängig im Satz | Adjektivphrase | {2-4.7} |
| [5] | unabhängig im Satz | Adverbphrase | {2-4.8} |
| Teilsätze können das Subjekt bilden. | {2-4.9} | ||
| Die filipinische Sprache von Armin Möller http://www.germanlipa.de/filipino/sy_P-P_2.htm 20. November 2009 |