In unserem Strukturmodell haben wir eine Adjunktphrase ({1A-203 T}, pariralang pandako, Schlüssel {P-A}) eingeführt {1-5.2}. Neben dem Bestimmungswort sa dieser Funktionsphrase gibt es weitere vergleichbare Phrasenmarkierer, die wir als SA-Präpositionen bezeichnen. Zusätzlich kann das Bestimmungswort sa durch eine Präposition ergänzt werden. Dadurch erhält die Adjunktphrase eine große semantische Bandbreite, kann aber in der filipinischen Sprache als eine weitgehend homogene Phrase betrachtet werden. Zur Illustration möchten wir zwei Beispielsätze mit dem SA-Pronomen dito geben, das die Adjunktphrasenform des Demonstrativpronomens itọ ist:
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Dem Gedanken einer Adjunktphrase folgend, betrachten wir sa nicht als Präposition, sondern als Bestimmungswort der Adjunktphrase. Unter Präpositionen verstehen wir Wörter, die mit sa kombiniert werden. Die mit den Präpositionen gebildeten Präpositionalphrasen betrachten wir als eine Sonderform der Adjunktphrasen. Ebenso sind Existenzphrasen eine Sondergruppe von Adjunktphrasen.
Der semantischen Breite der Adjunktphrase entspricht eine Vielzahl von syntaktischen Funktionen. Die Adjunktphrase kann Prädikat oder Subjekt eines Satzes bilden {2-4.6}. Die Adjunktphrase kann Argument eines Verbs sein {7-2.2}. Als Attribut ist sie einer Nominalphrase zugeordnet (ohne Ligatur {6-8.2} oder als Subjunkt mit Ligatur {6-7.6}); eine Sonderform davon sind possessiv verwendete vorangestellte SA-Pronomen. Adjektive können durch Adjunktphrasen ergänzt werden {9-4.2}. Außerdem kann die Adjunktphrase unabhängig im Satz stehen {4-5.1}.
Einen Vergleich von Adjunkt- und Objunktphrase nehmen wir in {3-5} vor. Ein möglicher Wechsel zwischen Adjunkt und Objunkt wird in {3-4} betrachtet.
(1) Weit ist der Anwendungsbereich der Adjunktphrase mit Bestimmungswort sa (panandạ ng pariralang pandako, Schlüssel {MA}). In Verbphrasen steht die Adjunktphrase als Argument alternativ zum Objunkt {7-2.2}. Abhängig vom Verb, bildet sie die verschiedenen A-Funktionen [1-3] (Empfänger, lokativ, Ursache und Austausch {7-3.1 (2b)}). Auch kann die Adjunktphrase den ausführenden Täter beschreiben [4] {8-4.1 (3)}. In lokativer Funktion bestimmt das Verb, ob die Adjunktphrase den Ausgangspunkt oder Endpunkt einer Bewegung beschreibt [2|3] {4A-211}. Die mit sa gebildete Adjunktphrase kann auch den Ort des Geschehens angeben; häufig ist sie dann nicht Bestandteil der Verbphrase, sondern steht unabhängig im Satz [5 6?]. Wird sa in temporalen Adjunktphrasen verwendet, so bezieht es sich in der Regel auf eine Zeit in der Zukunft [7] {4A-212}. Diese temporalen Adjunktphrasen stehen unabhängig im Satz. Substantive können durch Adjunkte mit sa ergänzt werden [6? 8] {6-8.2}; ebenso können mit sa gebildete Adjunkte Argumente von Adjektiven sein [9] {9-4.2}. Seltener und nicht lokativ kann die Adjunktphrase mit sa in verblosen Sätzen als Prädikat [10] und in Ausnahmefällen auch als Subjekt stehen. Die Bedeutung von sa ist dann etwa 'bei, im Besitz von' (im Deutschen häufig Dativ) {2-4.6}. Idiomatische Ausdrücke sind [11-14].
Mit den Artikeln si und sinạ wird sa zu kay und kinạ zusammengezogen [15] {6-5}.
(2) Mit sa gebildete Adjunktphrasen erhalten keine Ligatur, sie bilden also keine Subjunkte. Dies gilt insbesondere für Attribute von Substantiven [8] {6-8.2} und für Interklitkonstruktionen, die eine sa Phrase als Bezugswort besitzen {4-5.1}.
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(3) SA-Pronomen sind vergleichbar mit Adjunktphrasen mit
Bestimmungswort sa {6-4.7}. Dazu gehören
die SA-Personalpronomen [16], die SA-Demonstrativpronomen [17] und
SA-Interrogativpronomen [18]. Vor den SA-Personalpronomen und in der Regel vor
kanina steht sa, wenn sie Argument eines Verbs sind [19]; in
anderen Fällen
kann sa entfallen [16a|b 18a|b]. Demonstrativpronomen und saạn
stehen ohne sa (sa doon, sa saan) [17 20], auch
wenn sie Argumente von Verben sind. Doppelte Adjunktphrasen können mit SA-Pronomen und
Phrase mit Bestimmungswort sa gebildet werden [21].
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(4) Wegen seines schwachen Inhaltes kann das Bestimmungswort sa semantisch präzisiert werden. Dazu bestehen in der filipinischen Sprache drei Möglichkeiten:
(1) Eine Anzahl Phrasen mit anderen Phrasenmarkierern als sa zeigen ein Adjunktphrasen ähnliches Verhalten. Daher ordnen wir diese Phrasen den Adjunktphrasen zu und bezeichnen ihre Phrasenmarkierer als SA-Präpositionen (SA pang-ukol). Als Phrasenmarkierer besitzen die SA-Präpositionen Eigenschaften eines Bestimmungswortes und sind Funktionswörter mit einem deutlichen semantischen Inhalt (z.B. ist walạng das Gegenteil von may). In unserem Schlüsselsystem werden sie als Zusammenziehungen von einer Präposition und dem Bestimmungswort sa betrachtet {O.MA}.
Zu den SA-Präpositionen zählen wir:
Die SA-Präposition nasa und die Existenzwörter können Prädikat, Subjekt oder Attribut in einer Nominalphrase sein, während die weiteren SA-Präpositionen nur unabhängige Phrasen bilden {4-5.2 Θ}.
(2) Zu der kleinen Gruppe der weiteren SA-Präpositionen {4A-231} zählen wir hanggạng [1] und bilang [2]. Bei der Komparation der Adjektive kann im Komparativ die SA-Präposition kaysạ verwendet werden [3] {9-3}. hanggạng und seltener kaysạ werden auch mit sa verwendet und sind dann Präpositionen. Als unabhängige Phrasen erhalten die Phrasen der weiteren SA-Präpositionen keine Ligatur, bilden also keine Subjunkte.
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(1) Die SA-Präposition nasa wird ausschließlich in lokativer Funktion verwendet. Die nasa Phrase kann als Attribut in Nominalphrasen stehen und wird dann als Subjunkt in der Regel mit einer Ligatur angeschlossen [1a 2] {6-7.6}. Außerdem kann sie das Prädikat oder Subjekt bilden [3 4] {2-4.6}, jedoch nicht selbständig im Satz stehen oder Argument eines Verbs sein. Deshalb sind Sätze mit nasa, wenn es kein Attribut bildet, in der Regel verblos [5] (aber {2-4.6 [6]}). Desgleichen kann nasa (außer in Attributen) nicht verwendet werden, wenn eine Existenz- oder Adjektivphrase Subjekt oder Prädikat ist [6 7]. Das Interrogativpronomen nasaạn kann als Adjunktphrase mit SA-Präposition betrachtet werden [8] {12-2.1}.
(2) In Verbindung mit Personen und Personalpronomen wird nasa nur selten verwendet. Ursprünglich bezeichnet nasa den Ort, während sa den Besitzer anzeigt. Dieser Unterschied wird heute häufig als veraltet betrachtet, und dann wird sa stets verwendet [9]. Mit Demonstrativpronomen kann nasa nicht verbunden werden; stattdessen werden Verbformen wie nandoọn verwendet [10] {8-1.1 [4]}.
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Diese Besonderheiten waren uns Anlass für morphologische Betrachtungen über nasa {15A-322 Θ}.
Wir betrachten sa may und nasa may als zusammengesetzte Lexeme mit der lokativen Bedeutung 'bei, in der Nähe von' (möglicherweise 'an der Stelle, wo es ... gibt') und ordnen diese Zusammensetzungen bei den SA-Präpositionen ein. Wir geben sa may den Schlüssel {O.MA/sa=may}.
Vgl. Anmerkung bei {4-3 [20]}.
(1) Es gibt eine Gruppe von Wörtern, die sa vorangestellt werden und damit eine Adjunktphrase einleiten. Sie haben lokative, temporale, kausale oder modale Bedeutung. Da das Bestimmungswort sa eine sehr breite und schwache semantische Funktion hat, dienen diese Präpositionen (Schlüssel {O}, pang-ukol) dazu, die Adjunktphrase näher zu präzisieren. Wir zählen Präpositionen zu den Funktionswörtern.
Traditionell werden diese sa-Verbindungen zusammengesetzte Präpositionen (mga tambalang pang-ukol) genannt. In unserem Verständnis ist sa das Bestimmungswort der Adjunktphrase und die Wörter wie mulạ oder para sind die Präpositionen, zu denen eine mit sa eingeleitete Adjunktphrase gehört. Diese Präpositionen haben spezifischen semantischen Inhalt (ebenso wie ihr Gegenstück in europäischen Sprachen) [1-6]. Zeitliche Präpositionen wie buhat werden für Zeiten in der Zukunft mit sa und in der Vergangenheit mit dem Adverb noọn verwendet [4a|b]. Werden Präpositionen mit Adverbphrasen verwendet, entfällt das Bestimmungswort sa [4b 5]. Präpositionen bilden keine Adjunktphrasen mit nasa, auch wenn diese das Prädikat sind [6].
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(2) Die mit Präpositionen eingeleiteten Phrasen sind Präpositionalphrasen (pariralang pang-ukol). Sie bestehen aus einer Präposition und einer Adjunktphrase. Daher können wir sie zu den Adjunktphrasen zählen; ihren besonderen Schlüssel {P-A/O} verwenden wir nur selten.
(3) Im Allgemeinen sind Präpositionalphrasen unabhängige Phrasen [1] oder bilden als Subjunkte Attribute [2]; nur in wenigen Fällen können sie als Argument eines Verbs betrachtet werden [3] oder das Prädikat bilden [6a] {4A-232}. Interklitkonstruktionen mit Präpositionalphrasen als Bezugswort sind selten {11A-612}. Präpositionen sind Funktionswörter und können nicht als Interklitbezugswort dienen, enklitische Kurzwörter können nicht zwischen Präposition und dem folgenden sa der Adjunktphrase stehen [7c 8b] (eine Ausnahme ist das spanische Lehnwort para {13A-5232 [5]}). Davon abweichend ist in Satz [9] galing ein Adjektiv, das das Prädikat bildet und dem das Subjekt folgen kann {9-4.2}. Die Nominalphrase in der Präpositionalphrase kann durch einen Teilsatz ersetzt werden, dann leitet die Präposition diesen Teilsatz ein [10 11]
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(4) Die filipinischen Präpositionen sind in der Regel zweisilbige Stammwörter. Einige wenige, darunter para, haben keine Wortfamilie; die meisten jedoch bilden Wortfamilien. Auffallend häufig sind in diesen Wortfamilien Verben, die eine Adjunktphrase als Argument besitzen bzw. Passivverben, deren Subjekt A-Fokus besitzt.
Einige der Präpositionen bilden wortgleiche Adverbien, Adjektive oder Substantive. Wir gehen davon aus, dass die Präpositionalphrase nicht gespalten werden kann (Ausnahme para siehe (3)). Liegt scheinbar eine solche Spaltung vor, handelt es sich um Adjektive usw. mit Adjunktphrasen [9] {4A-231 [3 42]}. Auch können einige Präpositionen als Konjunktion dienen, wobei die Übergänge fließend sind.
Präpositionen {4A-233
}.
(1) In der filipinischen Sprache gibt es besondere Formen von Aussage- und Fragesätzen, die im Allgemeinen als Existenzsätze ('existential clause') bezeichnet werden. Sie werden mit den Existenzwörtern (pangkaroọn, Schlüssel {O.MA/E}) may, dessen Verneinung walạ oder mit marami gebildet, die wir zu den SA-Präpositionen zählen. Wir können may ungefähr als 'mit', walạ als 'ohne' und marami als 'mit viel' übersetzen. may ist eine Kurzform von mayroọng, wobei letzteres jedoch in dieser Form nur selten verwendet wird [5] (4).
(2) Syntaktisch verhalten sich Existenzphrasen (pariralang pangkaroọn, Schlüssel {P-A/E}) in vielen Fällen wie Adjunktphrasen, so dass wir sie als Untergruppe der Adjunktphrasen betrachten können [1-7]:
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(3) Von anderen SA-Präpositionen abweichendes Verhalten zeigen die Existenzwörter auf folgenden Gebieten.
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(4) Die Kurzform may kann nicht als Interklitbezugswort dienen. Soll trotzdem ein enklitisches Kurzwort eingefügt werden oder ein Interklit gebildet werden, so muss mayroọn verwendet werden, wobei die Ligatur zum letzten Kurzwort des Interklits geht [6] {11-6.7 (2)}.
Das Existenzwort mayroọn besitzt die Nebenformen meroọn und meron {14-2.5.7}; seltener wird me statt may verwendet. Diese Formen werden jedoch nahezu ausschließlich in der Umgangssprache verwendet. In unserem Werkstatt-Korpus finden sie sich nur bei einem Autor als "echte" Schriftsprache, während andere damit Umgangssprache darstellen.
(5) In wenigen Fällen stehen Phrasen mit Existenzwörtern unabhängig im Satz [16 17 19] {4A-303 Θ}. Semantisch wird durch may [16 17 20] der Begriff 'ungefähr' hinzugefügt. Die Existenzphrasen in [16 18a 18b] erhalten eine Ligatur, sind also Subjunkte. Ohne Ligatur werden die Disjunkte in [17 19] gebildet. Wenig deutlich ist die syntaktische Funktion von may in [20b]. Weiterhin wird may als Präfix für Substantive und Adjektive verwendet [21].
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(6) {Θ} Da wir die Existenzphrasen als Adjunkte betrachten, zählen wir die Existenzwörter zu den SA-Präpositionen; die Existenzwörter sind also phrasenanzeigende Funktionswörter {15-5.1}. Abweichend von anderen SA-Präpositionen, wird bei Existenzphrasen regelmäßig eine Ligatur gebildet {4-3.1}. Ebenso abweichend können die Existenzwörter als Interklitbezugswörter dienen (sie sind die einzigen Funktionswörter mit dieser Eigenschaft). Nur das verkürzte Existenzwort may erhält keine Ligatur und kann nicht als Interklitbezugswort dienen.
Wegen dieser Eigenschaften rücken die Existenzphrasen in die Nähe der Inhaltsphrasen und damit die Existenzwörter in die Nähe von Inhaltswörtern. Da wir jedoch ihren anderen syntaktischen Eigenschaften als Funktionswörter Priorität geben, gehören die Existenzwörter für uns zu den Funktionswörtern {4A-304 Θ}.
Wie andere Adjunkte {4-4} besitzen in einer Anzahl Fälle (Beispiele sind {2A-254 Σ} und {10-2.4 [3]}) Existenzphrasen Attribute, die der Existenzphrase als Ganzes und nicht ihrem Inhalt zugeordnet werden können.
Existenzphrasen unterscheiden sich von allen anderen Funktionsphrasen, dass sie neben dem Existenzwort eine Ligatur besitzen. Zwischen Existenzwort (die Verkürzung may ausgenommen) und der nachfolgenden Nominalphrase wird die -ng Form gesetzt [1-3]; alle drei Existenzwörter erfüllen die phonologischen Voraussetzungen dafür. In {11-4 (3a)} sehen wir diese Verwendung der Ligatur in Zusammenhang mit ihren anderen Anwendungen.
Die Ligatur ist für uns die Ursache für die Fähigkeit der Existenzwörter, als Interklitbezugswörter zu dienen. Existenzphrasen können einen Existenzinterklit bilden [4], der eine Sonderform des Subjektinterklits ist. Auch diese Eigenschaft unterscheidet die Existenzwörter von anderen Funktionswörtern. Enklitische Kurzwörter können ebenfalls zwischen Existenzwort und die nachfolgende Nominalphrase gesetzt werden [5]. Die Existenzwörter folgen bezüglich der Ligatur den gleichen Regeln wie andere Anwendungen der Ligatur {11-4.2} {11-6.3}.
Die Existenzwörter walạ und marami können als Adjektive verwendet werden. Ist das Adjektiv das Prädikat, so wird keine Ligatur verwendet [6]. Als Attribut zu Substantiven erhält das Adjektiv die Ligatur der Subjunkte [7 8]. Das Existenzwort mayroon und seine Kurzform may werden nicht attributiv verwendet. So findet eine weitgehende Trennung von Existenzwort-Ligatur und Subjunkt-Ligatur statt.
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Attribute in einer Adjunktphrase gehören im Allgemeinen zu deren Inhaltsphrase. In einigen Fällen kann die Adjunktphrase Attribute besitzen, die ihr als Ganzem zugeordnet sind und nicht nur dem Kernwort ihrer Inhaltsphrase [1 2]. Das nichtkanonische ang in [2] ist ebenfalls als Attribut zur Existenzphrase im Ganzen zu betrachten.
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(1) In der Regel enthält die Adjunktphrase eine Nominalphrase [1-4]. Das Bestimmungswort sa wird mit dem Artikel si zu kay verschmolzen [5] und mit der Pluralform sinạ zu kinạ [6]. Steht zwischen sa und dem Artikel noch ein Attribut, so bleiben sa und Artikel unverändert [7] {11-2.1 (2)}. Personal- und Demonstrativpronomen können das Kernwort der Adjunktphrase bilden [8 9]; dann werden anstelle der ANG-Formen dieser Pronomen die SA-Formen verwendet (mit Ausnahme von Konstruktionen wie sa mga itọ [10] {11-2.1 (2)}). In Satz [9] ist dito das SA-Pronomen zu itọ, es wird in seiner ursprünglichen nichtlokativen Funktion verwendet, die hier dem deutschen Dativ entspricht (es ist also nicht mit 'hier' zu übersetzen). Substantivisch verwendete Partizipien können ebenfalls Adjunktphrasen bilden [11].
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(2) Ein mit tuwịng eingeleiteter Teilsatz kann den Inhalt einer Adjunktphrase bilden [12 13].
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In der filipinischen Sprache werden Ausdrücke der Form sa ... ng verwendet, die semantisch die Funktion von lokalen, seltener temporalen, kausalen oder modalen Präpositionen erfüllen [1 4]. Syntaktisch sind sie Adjunktphrasen, deren Kernwort (tapạt in [1]) durch eine nachfolgende Objunktphrase ergänzt wird, ihr Schlüssel lautet {MA N MC}. Ähnliche Ausdrücke können mit nasa gebildet werden [2]. Da diese Konstruktionen syntaktisch keine Präpositionen sind, jedoch semantisch diese Funktion ausüben, bezeichnen wir sie als SA-NG-Pseudopräpositionen (Liste siehe {4A-421}). In bestimmten Fällen wird ein nachfolgendes Objunkt als semantisch unpassend empfunden; dann werden die SA-NG Phrasen abgewandelt [3]; weitere Beispiele in {4A-422}.
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(1) Mit Existenzwörtern eingeleitete Phrasen können Verbformen enthalten [1-4]. Wir betrachten diese als substantivisch gebrauchte Partizipien. Definitionsgemäß sind Partizipien Verbformen, die die globale Wirkung im Satz verloren haben. Das Partizip in den Sätzen [1-4] (ginagawạ in Satz [4]) ist Bestandteil der Existenzphrase und nicht das Prädikat des Satzes. Es hat keine globale Wirkung und besitzt daher keine Argumente (Subjekt ang tungkulin und Objunkt ni Victoria in Vergleichssatz [5a] mit globalem Verb ginagawạ). Der Täter ist das Subjekt des Satzes [4], das nichtglobale Partizip hat keinen Platz für eine Phrase mit tungkulin [5b]. Diese Sätze werden gebildet, wenn das Tatobjekt nicht erwähnt werden soll (häufig deutsche Übersetzung mit 'etwas') [6a|b].
Wie bei substantivisch gebrauchten Partizipien üblich, werden in der Regel die Zeitformen verwendet [1-4 6], seltener kommt der Infinitiv vor [7] {7A-6243}.
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(2) Oft können diese Partizipien als attributiv gebrauchte Partizipien betrachtet werden, deren Substantiv entfallen ist [8|9].
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(3) Das Partizip in der Existenzphrase kann durch die Phrase ergänzt werden [11|12 13b 14], die in einem Vergleichssatz mit globalem Verb dessen Subjekt ist [10 13a]. Da ein Partizip keine Argumente besitzen kann (also kein Subjekt), wird die entsprechende Phrase wie oder als ein Attribut in Form eines Subjunktes zugefügt. Die Ligatur in diesen Konstruktionen, die nicht entfallen kann, kommt also aus der Verbindung von Partizip und dessen Attribut (und nicht vom Existenzwort [13b]). Vorwiegend werden Partizipien von Passivverben verwendet [12-14]; Konstruktionen mit Aktivverben sind ebenfalls möglich [15].
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Ein Teilsatz kann regelmäßig Prädikat, Subjekt oder Objunkt ersetzen. Seltener tritt ein Ligatursatz an Stelle einer Adjunktphrase [1|2 3|4 5|6]. In wenigen Fällen kann ein Konjunktionssatz (im Allgemeinen mit kung) an die Stelle der Adjunktphrase treten [7|8 9|10 11|12] {13-5.2.2}.
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(1) Die Adjunktphrase kann ein Argument des Verbs bilden oder selbständig im Satz stehen. Beide Begriffe Argument und unabhängige Phrase sind semantischer Natur, syntaktisch besteht fast kein Unterschied zwischen diesen beiden Verwendungen der Adjunktphrase. Die Adjunktphrase als Argument und damit die entsprechende Abgrenzung gegen unabhängige Phrasen wird in {7-2.2 (3)} betrachtet; alle Adjunktargumente werden von Adjunktphrasen mit sa gebildet, während es keine Phrasen mit SA-Präpositionen und Präpositionen als Argumente gibt (mit wenigen möglichen Ausnahmen). Unabhängige Adjunktphrasen betrachten wir im nächsten Abschnitt {4-5.1}.
(2) Adjunktphrasen werden als Prädikat und Subjekt verwendet; das gilt für Phrasen mit sa, nasa, Existenzwörtern und Präpositionen (Phrasen mit weiteren SA-Präpositionen können nicht Prädikat oder Subjekt sein). In diesen Fällen bildet die Funktionsphrase Adjunkt den Inhalt der Funktionsphrase Prädikat bzw. Subjekt.
(3) Die Adjunktphrase ist eine Funktionsphrase, die ihre eigenen Bestimmungswörter besitzt; daher benötigt sie in der Regel keine Ligatur. Ist ein Adjunkt Attribut einer Nominalphrase, so gilt diese Regel nur für die mit sa gebildeten Phrasen {6-8.2}. Attributive Adjunktphrasen mit nasa, Existenzwörtern und Präpositionen können mit oder ohne Ligatur verbunden werden, daher zählen wir sie zu den Subjunktphrasen {6-7.6}. SA-Pronomen für attributive Besitzbeziehungen erhalten eine Ligatur, sind also ebenfalls Subjunkte {6-4.8}.
Die Adjunktphrase kann unabhängiger Bestandteil des Satzes sein (Schlüssel {P-A/I}, malayang pariralang pandako). Sie stellt dann häufig ein lokatives [1] oder temporales Adjunkt dar [2], das sich auf den gesamten Satz bezieht und nicht nur auf die Verb- oder eine andere Phrase. Da es keine temporalen Argumente von Verben gibt, ist eine temporale Adjunktphrase stets unabhängig im Satz. Unabhängige Adjunktphrasen werden mit sa [1-3], mit den weiteren SA-Präpositionen [4] und mit Präpositionen .. sa gebildet [5 6]. nasa kann keine unabhängigen Adjunktphrasen bilden; nur wenige unabhängige Existenzphrasen werden gebildet {4-3 (5)}. Die unabhängige Adjunktphrase kann am Satzbeginn [2 6], an dessen Ende [1 4 5] oder innerhalb des Satzes stehen [3].
Die SA-Interrogativpronomen kanino und saạn sind Adjunkte und können unabhängige Phrasen erfragen [7-9], jedoch auch Argumente von Verben. Antworten auf Fragen mit den Interrogativadverbien bakit und kailạn können unabhängige Adjunkte sein [10 11].
Es besteht ein fließender Übergang zwischen unabhängigen Adjunkphrasen und denen, die Argument eines Verbs sind [12]. Die Abgrenzung ist hier jedoch zweitrangig und nur semantisch, da das Adjunkt sich in beiden Fällen syntaktisch gleich verhält. Vor und unmittelbar nach einer unabhängigen Adjunktphrase steht keine Ligatur [1-11] {4-2.1 (2)}. Fast nie erhält ein mit diesen Phrasen gebildeter Interklit eine Ligatur [13b]. Die Adjunktphrase mit Ligatur in Satz [14] ist eine Ausnahme (Adjunkt mit sa als Subjunkt).
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(1) In unserem Strukturmodell haben wir neben Prädikat und Subjekt vier weitere Funktionsphrasen definiert, eine davon ist die Adjunktphrase. In unserem Strukturmodell kann die Adjunktphrase wie folgt dargestellt werden.
| Adjunkt ist | Bestimmungswort | Adjunkt besteht aus | ||||||
| [1] | Prädikat | sa | nasa | Ex. | Präp. | Nominalphr. | {2-4.6} | |
| [2] | Subjekt | sa | nasa | Ex. | Präp. | Nominalphr. | {2-4.6} | |
| [3] | Unabhängig im Satz | sa | SA-Pr. | Präp. | Nominalphr. | {4-5.1} | ||
| [4] | Argument eines Verbs | sa | Präp. | Nominalphr. | {7-2.2} | |||
| [5] | Attribut in einer Nominalphrase | sa | Nominalphr. | {6-8.2} | ||||
| [6] | Subjunkt (Attribut in einer Nominalphrase) | nasa | Ex. | Präp. | Nominalphr. | {6-7.6} | ||
| Phrasen mit nasa, Existenzwörtern und Präpositionen können attributiv ohne Ligatur angeschlossen werden. Wir betrachten diese als Subjunkte ohne Ligatur und zeigen sie daher nicht in [5]. | ||||||||
| [7] | Argument eines Adjektivs | sa | Nominalphr. | {9-4.2} | ||||
| Teilsätze können ein Adjunkt nur beschränkt ersetzen. | {4-4.4} | |||||||
(2) Unter dem Begriff Adjunktphrase fassen wir fünf verschiedene Gruppen von Phrasen zusammen:
Wenn man von den mit weiteren SA-Präpositionen gebildeten Phrasen absieht, haben alle Gruppen der Adjunktphrasen die gemeinsame Eigenschaft, Prädikat [1], Subjekt [2] und Attribute [5 6] bilden zu können. Damit unterscheiden sie sich von anderen Funktionsphrasen, und so ist die Einführung einer gemeinsamen Adjunktphrase gerechtfertigt.
Die Zuordnung der mit weiteren SA-Präpositionen gebildeten Phrasen ist weniger zwingend. Sie sind unabhängige Funktionsphrasen und stehen den Adjunktphrasen näher als z.B. den Disjunktphrasen.
In einer deutschsprachigen Arbeit über die filipinische Syntax mag es erlaubt sein, einen Vergleich mit deutschen Präpositionen anzustellen, um dem deutschdenkenden Leser das Verständnis zu erleichtern. Dabei kann das Wort 'deutsch' durch 'europäisch' ersetzt werden, da auch andere indogermanische Sprachen ähnliche Präpositionen verwenden.
Zunächst möchten wir darauf hinweisen, dass es auch in europäischen Sprachen Grenzfälle zwischen Präpositionalphrasen und Nicht-Präpositionalphrasen gibt, wie z.B. im Deutschen 'der Hut von Vater' und 'Vaters Hut' oder im Englischen 'I gave the money to you' und 'I gave you the money'.
Präpositionalphrasen der deutschen Sprache können in Filipino ausgedrückt werden:
Eine Auswahl deutscher Präpositionen und ihrer filipinischen Entsprechungen befindet sich im Anhang {4A-601}.
| Die filipinische Sprache von
Armin Möller
http://www.germanlipa.de/filipino/sy_P-A.htm
20. November 2009 |