(1) Unter Nomina (mga ngalan, mga nomen, {6A-101}) verstehen wir Substantive (Schlüssel {N}, pangngalan) und Pronomen (Schlüssel {P}, panghalịp). Substantive sind stets Inhaltswörter, Pronomen sind in der Regel Inhaltswörter, können sich jedoch wie Alleinwörter verhalten.
Filipinische Substantive besitzen keine Kasusdeklination {1A-521 Θ}. Artikel werden nur in besonderen Fällen verwendet. Daher gibt es keine einfachen Kriterien zu entscheiden, ob bzw. wann ein Wort der filipinischen Sprache ein Substantiv ist. Eindeutig den Substantiven zuzuordnen sind:
Insbesondere gibt es Abgrenzungsprobleme zu Adjektiven ({9-1}, auch bei Farben und Numeralien) und Adverbien, aber auch zu Partizipien und anderen Verbformen (Beispiele: inihaw, pakiusap, sabi).
Eine besondere Eigenschaft der Nomina ist, dass sie ein semantisches Merkmal Bestimmtheit/Unbestimmtheit besitzen {2-3 (2)}.
Gerundien verhalten sich syntaktisch wie Substantive {7-6.5}; Partizipien können substantivisch verwendet werden {7-6.4.3}.
(2) In unserem Strukturmodell ist die Nominalphrase {*} (pariralang pangngalan, Schlüssel {P-N}) die Inhaltsphrase, die ein Nomen als Kernwort besitzt {1-6.2 (1)}. Als Inhaltsphrase ist sie eine der morphologischen Phrasen der filipinischen Sprache und keine syntaktische Phrase {1-6.3 (1)}. Sie ist die einzige Inhaltsphrase, die zusammen mit allen sechs Funktionsphrasen Phrasen bildet {1A-632}. Die Nominalphrase kann das Prädikat {2-4.2} oder Subjekt {2-4.1} eines Satzes bilden. Weiterhin steht sie regelmäßig in Objunkten {3-2.1} und Adjunkten {4-4.1}. Als Subjunkt kann die Nominalphrase Argument eines Verbs sein {7-7.4}; auch kann sie selten ein Adjektiv ergänzen {9-4.3}. Als disjunktive Nominalphrasen bezeichnen wir Nominalphrasen, die unabhängig im Satz stehen {5-3.1}.
{*} Nach unserem Verständnis sollte die Inhaltsphrase, die ein Nomen als Kernwort besitzt, Nomenphrase heißen. Trotzdem belassen wir es bei der traditionellen Bezeichnung Nominalphrase.
Das häufig mit der Nominalphrase verbundene Wort ang steht nur, wenn sie das Subjekt darstellt. Wir identifizieren ang nicht mit der Nominalphrase und beschreiben es nicht in diesem Kapitel. Seiner Funktion als Bestimmungswort des Subjektes entsprechend, behandeln wir es im Kapitel {2-2.2}. Die Folge dieser Betrachtung ist, dass die Nominalphrase wie die anderen Inhaltsphrasen eine untergeordnete Bedeutung in der filipinischen Syntax einnimmt.
(3) Filipinische Substantive besitzen keine allgemeinen Artikel im Sinne von substantivspezifischen Begleitern. Die Pluralanzeige mga kann als Artikel und damit als Bestandteil der Nominalphrase betrachtet werden. Hinzu kommen Artikel für Personen {6-6.3}.
Nominalphrasen können durch Attribute ergänzt werden. Eine größere Gruppe wird mit Hilfe einer Ligatur verbunden, sind also Subjunkte {6-7}. Objunkte und ein Teil der Adjunkte erhalten nie eine Ligatur {6-8}. Die Artikel betrachten wir als Funktionswörter und nicht als Attribute {6-6.3}.
Substantive können Stammwörter oder affigierte Wörter sein {6-2.1}. Seltener sind durch Zusammensetzung oder Stammdoppelung gebildete Substantive {6-2.2}. Alle Substantive sind Inhaltswörter.
Die filipinische Sprache besitzt eine große Anzahl von Affixen, mit denen Substantive gebildet werden. In einigen Fällen ist eine Abgrenzung zwischen Substantiv und Gerundium nahezu unmöglich. Mit vielen dieser Affixe werden auch Verben, Adjektive und Adverbien gebildet {15-3.1}; sie sind in der nachfolgenden Tabelle mit + gekennzeichnet.
| -an | {N} + | Platz | hawakạn palayan {6A-211} {15-3.3} |
| i- | {N} + | itaas | |
| -in &--in | {N} + | inumin babasahịn {6A-212} {15-3.3} | |
| ka-, ka-&- | {N} + | Partner in gegenseitiger Beziehung | kasama kamag-aarạl kababayan |
| ka--an | {N} + | Abstrakter Begriff | kalayaan kasalanan {6A-213} {15-3.3} |
| ka-&--an | {N} + | kahihiyạn katatayuan {15-3.3} | |
| kapa--an | {N} | kapahamakạn | |
| kapang--an | {N} | kapanganyayaan kapangyarihan | |
| kina--an | {N} | Der folgende Zeitraum | kinalingguhan |
| mag- | {N} + | Zusammengehörige Personen | mag-inạ magkapatịd {6A-214} |
| mag-&- | {N} + | Beruf | magsasakạ {6A-214} |
| mang-&- | {N} + | Beruf | manggagamot mananahi {6A-214} {14-2.5.2} |
| may- | {N} | Besitzer | maylupa maysakịt may-akdạ {4-3 (5)} |
| pa-, pa-&- | {N} + | pahiwatig pakinịg pasasalamat {6A-215} | |
| pa-, pa-&- | {N/G} | Gerundium | paligo paliligo |
| pa--an | {N} + | Ort | pagamutan |
| pag-, pag-&- | {N/G} | Gerundium | pagluhọd pagbabasạ |
| pagka- | {N/GP} | Perfektives Gerundium | pagkalipas pagkatapos |
| pagka-, pagkang- | {N} + | Bestimmende Tatsache, Zustand, Bedingung, Ursache | pagkabigọ pagkamatạy {6A-216} |
| pagkaka- | {N} + | Zustand, Art und Weise | pagkakasunọd {6A-216} |
| pagkaka- | {N/G} | Gerundium | pagkakamalay |
| pagkaka- | {N} + | Art und Weise | pagkakatirạ {6A-216} |
| pagkaka- | {N/G} | Gerundium | pagkakabagay |
| pagkapag- | {N} | Art und Weise | pagkapagbagay {6A-216} |
| pagmama- | {N} | Abstraktum einer Eigenschaft | pagmamadalị {6A-216} |
| pagpapa- | {N} + | Verursachung der Veränderung eines Zustandes | pagpapasamạ {6A-216} |
| pagpapa- | {N/G} | Gerundium | pagpapabasa |
| paki- | {N} + | (Gutes) Gefühl | pakiramdạm |
| {N} + | Bitte, Aufforderung | pakiusap | |
| pakiki- | {N/G} | Gerundium | pakikisama pakikiramay pakikiusap |
| pakikipạg- | {N/G} | Tätigkeit mit einem oder mehreren anderen |
pakikipạgtalastasạn pakikipạg-usap |
| pala--an | {N} | System | palaugnayan {6A-217} |
| pampa- | {N} + | Werkzeug, verursachendes Ding | pampalasa pampatigil |
| pang- | {N} + | Instrument, Gerät | panghalo pambukạs panukat {14-2.5.2} |
| pang-&- | {N} + | pamimigạy {14-2.5.2} | |
| pang--an | {N} + | Örtlichkeit | pamayanan {14-2.5.2} |
| pang--in | {N} + | panauhin {14-2.5.2} | |
| pinaka- | {N} + | Stellvertreter, sein wie | pinaka-reyna |
| sang- | {N} | Abkürzung von isạng | sandaạn {14-2.5.2} |
| ta- | {N} | ... | tagilid |
| tag- | {N} | Jahreszeit | tag-ani |
| taga-, tagapạg- | {N} | Herkunft, Beruf | tagalalawigan tagadalạ tagapạgdalạ tagapạgpahayag |tagapag+pahayag| |
Zu erwähnen sind die spanischen Lehnaffixe -era, -ero und -deryạ, die auch mit filipinischen Wortstämmen verbunden werden (Schlüssel {N/Esm}, Beispiele pakialamero, karinderyạ). Mit den Suffixen -ay und -oy werden Koseformen von Vornamen gebildet (Tinay, Totoy, Pinọy). Diese sind geschlechtsspezifisch, was möglicherweise auf spanischen Einfluss hindeutet.
Eine Anzahl von Substantiven folgt keinen dieser Regeln. Dazu gehören kasukasuạn |kasu+&&+an|, panoorịn |pa/pang+nood/sood/tood+in|, paumanhịn |pa+(um+ano)+in|.
Zusammengesetzte Substantive (Schlüssel {N/Cd}, pangngalang tambalan) können mit, aber auch ohne Ligatur gebildet werden, wobei in der Regel die -ng Form verwendet wird, während das Wort na weggelassen wird. In einigen Fällen wird ein Bindestrich gesetzt {14A-2422}. Entsprechend dem Prinzip der Rechtsverzweigung {1-5.4} ist das Grundwort (Gattungswort, salitạng batayạn) der erste Bestandteil, dem das Bestimmungswort (salitạng nagtuturing) folgt. [5] ist eine Ausnahme mit Erklärung. Stammdoppelung ist eine weitere Methode der Bildung von Substantiven [6].
|
In Zusammensetzungen mit sang- (isạ) ist das Grundwort der zweite Bestandteil. Daher zählen wir sang- zu den Präfixen {6-2.1}. balarila ist eine unregelmäßige Zusammensetzung von einem Substantiv mit vorangestelltem Adjektiv (balang dila).
Partizipien (Verben ohne globale Wirkung) und Adjektive können als Substantive verwendet werden {7-6.4.3} {9-2.6} {*}. Allgemeine Bedingung ist, dass eine Verwechselung mit Verben mit globaler Wirkung bzw. mit "echten" Adjektiven ausgeschlossen ist. Dies ist regelmäßig der Fall, wenn Konstruktionen gewählt werden, die typisch für Substantive sind. Dazu gehören:
Bei Nominalphrasen, denen das Kernwort fehlt, werden Attribute nicht zu Nomina
{6-6.1}. Von substantivisch verwendeten
Partizipien und Adjektiven ist die in der Literatur beschriebene Nominalisierung
zu unterscheiden {2A-105
}.
{*} {Θ} Genau betrachtet, bleiben Partizipien Verben und Adjektive Adjektive. Da in der filipinischen Sprache nahezu jede Inhaltsphrase zu jeder Funktionsphrase passt (als Prädikat oder Subjekt sind z.B. Verben und Adjektive gleichwertig), sind "als Substantiv verwendete" Partizipien Verben in Funktionsphrasen, deren Inhaltsphrase üblicherweise mit einem Substantiv gebildet wird. Ähnliches gilt für Adjektive.
Hier betrachten wir einige Wörter, die wir zu den Substantiven zählen, obwohl diese Zuordnung nicht zwingend ist.
(1) In Filipino wird kaum zwischen Geschlechtern unterschieden (kasarian = Genus [nominis]), alle Nomina sind geschlechtsneutral (walạng kasarian) in morphologischer Sicht. Das bezieht sich auch auf Personen und Tiere, so dass das Wort 'sächlich' nicht geeignet ist. Nur eine Anzahl Substantive, jedoch keine Pronomen sind semantisch-lexikalisch männlich oder weiblich (Beispiele: amạ und inạ), auch in dieser Beziehung sind die meisten Personen und Tiere geschlechtsneutral (Beispiel: pịnsan). Will man bei diesen Wörtern einen Unterschied zwischen männlich und weiblich machen, hat man Wörter wie lalaki oder babae hinzuzufügen.
(2) Spanische und andere Lehnwörter können männliche und weibliche Formen haben: Pilipino - Pilipina {N/Es}, ingkọng - impọ {N/Ch}. Bei einigen spanischen Lehnwörtern wird die weibliche Form in Filipino für beide Geschlechter verwendet (Beispiel: dentịsta {N/Es}).
Filipinische Substantive sind in der Regel numerusneutral [1 2b 3]
(walạng kailanạn)
{6A-321
}. Trotzdem unterscheidet die Sprache zwischen verschiedenen Numeri
(kailanạn), in erster Linie
zwischen Singular und Plural
(isahan und
maramihạn), in einigen
Fällen gibt es einen Numerus Dual
(dalawahạn). Eine Anzahl
Substantive besitzen eine semantisch-lexikalische Festlegung des Numerus. Bei allen
anderen geht der Numerus aus dem Sinnzusammenhang hervor oder wird besonders angezeigt.
Dabei sind die Bestimmungswörter keine Numerusanzeigen.
Der Singular kann angezeigt werden durch
Der Plural kann angezeigt werden:
|
Bei Personalpronomen besteht eine strenge Trennung zwischen Singular und Plural. Die Dualpronomen gehören nur einem Numerus an, das gebräuchliche kitạ ist Singular/Singular {6-4.6 (3)}. Demonstrativpronomen sind numerusneutral, mit mga können Pluralformen gebildet werden {6-4.2 (2)}. Interrogativa sind ebenfalls numerusneutral, besitzen jedoch besondere Pluralformen, die durch Stammdoppelung gebildet werden {12-1}.
Wir bezeichnen Pronomen (panghalịp) mit dem Schlüssel {P} {6A-401}. Pronomen können Phrasen bilden oder ersetzen; daher sind sie in der Regel Inhaltswörter. Dies kann auch für enklitische Pronomen gelten, die sich jedoch häufig wie Kurzwörter verhalten {11-3}.
In den folgenden Abschnitten betrachten wir Personal-, Demonstrativ- und
Indefinitpronomen, während Interrogativpronomen in {12-2.1} behandelt werden. Die filipinische Sprache besitzt keine
gesonderten Possessivpronomen, für
Besitzbeziehungen werden die NG- und SA-Pronomen verwendet {6-4.8}. Ebenso gibt es keine Relativpronomen und -sätze
(panghalịp na
pamanggịt), stattdessen wird die Ligatur in Ligatursätzen
verwendet {13A-501
}. Wir
verwenden den Begriff Reflexivpronomen nicht (panghalịp na
pasarili, vgl. jedoch
{6-4.8 (2)}); das Wort sarili ist für
uns Substantiv oder Adjektiv {6-2.4}.
Personal-, Demonstrativ- und Interrogativpronomen ist gemein, dass vor ihnen niemals das Bestimmungswort ang stehen kann und dass sie besondere NG- und SA-Formen bilden {6A-402 Θ}. Alle Formen der Personalpronomen enden mit einem Vokal oder dem Konsonanten n. Damit bilden diese Pronomen Ligaturformen, die auf -ng enden und nicht na als getrenntes Wort erhalten. Damit erfüllen sie eine phonologische Voraussetzung, als enklitische Kurzwörter gebraucht werden zu können (was jedoch bei SA-Pronomem nicht geschieht).
(1) Die filipinischen Personalpronomen (panghalịp na panao, Schlüssel {PP}) besitzen drei Personen (panauhạn). Diese sind Sprecher (nagsasalitạ), Angesprochener (kinakausap) und Dritter (pinag-uusapan); jeweils in Singular und Plural (Schlüssel {PP/1S} bis {PP/3P}). Für die zweite Person Singular {PP/2S} gibt es eine Vollform ikạw, die vorwiegend prädikativ verwendet wird, und eine Kurzform ka für das Subjekt {6A-411}. tayo {PP/lIP} schließt den Angesprochenen ein, während kamị {PP/1EP} ihn ausschließt. Als Höflichkeitsformen werden kayọ {PP/2P} oder silạ {PP/3P} verwendet, dem deutschen 'Sie' vergleichbar. Veraltet ist das Dualpronomen katạ 'wir beide'.
| Sprecher 1. Person | Angesprochener
2. Person | Dritter 3. Person | |
| Singular | akọ
{PP/1S} |
ikạw, ka {PP/2S}, {PP/2S/EC} | siyạ
{PP/3S} |
| Plural | tayo {PP/1IP} |
kayọ {PP/2P} |
silạ {PP/3P} |
| kamị {PP/1EP} | |||
(2) Personalpronomen werden vorwiegend für Personen verwendet, für Gegenstände verwendet man Demonstrativpronomen {6-4.2}. Das Personalpronomen siyạ {PP/3S} ist geschlechtsneutral, es kann also nur eine Person mit siyạ bezeichnet werden, für weitere Personen sind Demonstrativpronomen zu verwenden [1]. Pluralformen der Personalpronomen können durch Objunktphrasen ergänzt werden, um die Teilnehmer genauer zu beschreiben ([2-4], weitere Beispiele {6A-412}).
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(3) Bei der Verwendung von tayo und kamị sind einige Besonderheiten zu beachten. Gibt es mehrere Angesprochene und sollen nicht alle eingeschlossen werden, wird die Ergänzung von kamị durch ein Objunkt vorgenommen [5]. Werden Dritte mittelbar in ein Gespräch eingeschlossen, ohne dass sie anwesend sind, wird kamị verwendet, um sie bei einer weiteren Aussage wieder auszuschließen [6b 7b].
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(4) Personalpronomen werden, wenn möglich, am Satzende vermieden. Dies gilt strenger für einsilbige als für zweisilbige Pronomen und streng für Argumente von Verben (Subjekt und Objunkt), jedoch nicht für Attribute zu Substantiven. Dazu bieten sich folgende Möglichkeiten an.
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(1) Es gibt drei Personen der filipinische Demonstrativpronomen (panghalịp na pamatlịg). Sie bezeichnen etwas nahe beim Sprecher, nahe beim Angesprochenem, entfernt von Sprecher und Angesprochenem (Schlüssel {PD/1} bis {PD/3}).
| Nahe Sprecher 1. Person |
Nahe Angesprochenem 2. Person | Entfernt 3. Person | |
| itọ {PD/1} | iyạn {PD/2} | iyọn, yaọn
{PD/3} | |
(2) Demonstrativpronomen können pronominal für eine Person oder eine Sache stehen [1a 1b] {6A-421}. Für Personen werden Demonstrativpronomen gern verwendet, um weitere Personen zu bezeichnen, da die filipinische Sprache nur ein Personalpronomen dritte Person Singular besitzt [2] {6-4.3}. Für Nicht-Personen sind Demonstrativpronomen nahezu zwingend, da für sie Personalpronomen in der Regel nicht verwendet werden [3b]. Neben der ANG-Form für Subjekt [1a 3b] und Prädikat [1b] bilden SA- und NG-Pronomen Adjunkte und Objunkte [4-6]. Die SA-Formen können für allgemeine Ortsangaben verwendet werden, ohne sich auf eine bestimmte Person oder Sache zu beziehen [6]. In der Regel sind Demonstrativpronomen numerusneutral. Wird das Demonstrativpronomen pronominal verwendet, kann eine Pluralform mit dem vorangestellten Artikel mga gebildet werden [7] {11-2.1 (2)}).
Demonstrativpronomen können attributiv als Adjektive verwendet werden [8] {6-7.3}. Weiterhin gibt es von Demonstrativpronomen abgeleitete Adjektive {9-2.3} und die Interjektionen eto, heto, ayạn, hayạn, ayụn, hayụn 'Hier! Dort!' {10-6}.
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(3) Zum Demonstrativpronomen iyọn {PD/3} gibt es eine Nebenform yun, die in der Umgangssprache häufig verwendet wird [9a|b] {6A-422}, prädikativ [9a 11] und attributiv [10a 10b] {6-7.3 (3)}. Mit yun werden Dinge beschrieben [9a 10a] , für Personen ist es nicht sehr höflich [10b 11]. Das Pronomen irị, irẹ (statt ito) ist veraltet. Es kommt z.B. in unserem Werkstatt-Korpus nicht vor gegenüber zweihundert Mal itọ.
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Bei Personalpronomen der dritten Person stellt sich die Frage, auf wen sich das Pronomen bezieht. Demonstrativpronomen können für Richtungsangaben verwendet werden, in diesen Fällen gibt es keine Bezugsperson oder -sache. Häufig beziehen sich Demonstrativpronomen jedoch auf eine bestimmte Person oder Sache. Diese Betrachtungen gelten nicht nur für die ANG-Pronomen, sondern auch für NG- und SA-Pronomen. Zu beachten ist, dass die filipinischen Pronomen geschlechtsneutral sind.
Für die Zuordnung der semantischen Bezugswörter gilt in erster Linie semantische Deutlichkeit, grammatische Beziehungen sind weniger wichtig [1|2]. Deshalb steht das Bezugswort in der Regel vor dem Pronomen; im gleichen Satz [1-3] oder in einem vorangegangenen [4 5]. Nachgestellte Bezugswörter sind seltener [6b] oder nicht möglich [7]. Das Bezugswort kann unterschiedlich sein, wenn ein Pronomen verwendet oder weggelassen ist [8|9]. Das Bezugswort kann ein Interrogativpronomen sein [10].
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(1) Eine Anzahl von Konjunktionen können bewirken, dass Interrogativa in Wörter, die einen unbestimmten Mengenbegriff darstellen ('Indefinita'), umgewandelt werden. Dazu zählen kung, kahit und man {6A-4411}. Während kung [1] und kahit [2] vorangestellt werden (wie die meisten Konjunktionen), ist man ein enklitisches Kurzwort [3]. Häufig werden die mit kahit und man gebildeten Konjunktionssätze stark verkürzt. In vielen Fällen geht die Verkürzung so weit, dass nur kahit oder man und das Interrogativum stehen [2-4]. Dann können kahit und man als Adverbien betrachtet werden, aus dem Konjunktionssatz ist eine ein Adverb enthaltende Phrase geworden. Die Bildungen mit man können zu einem Wort zusammengezogen werden [3b 4 5]. kahit kann mit einer Ligatur verbunden werden und ist dann als Inhaltswort zu betrachten [6a|b]. Die mit kung, kahit und man gebildeten Ausdrücke haben nahezu die gleiche Bedeutung. Sie werden nur verwendet, wenn das Vorhandensein an sich nicht in Frage gestellt ist [2|7].
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(2) Die in diesen Konstruktionen verwendeten Interrogativa verändern ihre semantische Funktion vom Frage- zum indefiniten Aussagewort. Dadurch entfällt die Forderung an Interrogativa, am Satzanfang zu stehen [4 5]. Die morphologische Wortart wird nicht verändert; es werden Indefinitpronomen [1-3] {6-4.4.2}, Indefinitadjektive [4 6] {9-2.4} und Indefinitadverbien [5] {10-2.3.5} gebildet.
(1) Interrogativpronomen können zu Indefinitpronomen (panghalịp na panaklạw, Schlüssel {PF}) gewandelt werden. Dies geschieht mit Konjunktionen bzw. Adverbien wie kahit, man und kung {6-4.4.1}.
Die so gebildeten Indefinitpronomen weichen syntaktisch von Personal- und Demonstrativpronomen ab {6A-4421}. ang kann vor Indefinitpronomen verwendet werden, kann jedoch auch entfallen [1|2]. ng steht häufiger [3a 4a 4b], da Zusammensetzungen mit nino ungern verwendet werden [3b 4c 4d] und anọ keine NG-Form besitzt. Indefinitpronomen können adjektivisch verwendet werden [5 6], dann besteht keine Beschränkung bezüglich ang [5] {9-2.4}.
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(2) Adjektive, deren Bezugswort entfallen ist, zählen wir nicht zu den Indefinitpronomen, da sie das Bezugswort nicht pronominal ersetzen {6A-4422}. Solche Adjektive können nach ang und ng stehen, was bei Pronomen nicht die Regel ist. Auch bilden diese Wörter keine NG- und SA-Formen.
Nicht zu den Indefinitpronomen gehören Wörter, die semantisch Mengenbegriffe darstellen, aber syntaktisch Substantive, Adjektive (unbestimmte Numeralien) oder Adverbien sind {6A-4422}.
Personal- und andere Pronomen haben verschiedene Formen, die davon abhängen, als welche Phrasen sie verwendet werden. Daher betrachten wir ANG-, AY-, NG- und SA-Pronomen.
Für Prädikat und Subjekt werden mit einer Ausnahme {6A-411} die gleichen Pronomen verwendet. Wir können daher von ANG-AY-Pronomen oder kurz ANG-Pronomen sprechen. Dies sind die Grundformen, ihr Schlüssel wird nicht besonders gekennzeichnet. Für die Formen siehe die Tabelle {6-5}.
Die mit mga gebildeten Pluralformen der Demonstrativpronomen werden als ANG-Pronomen verwendet, Objunkt- und Adjunktphrasen werden dann mit ihren Bestimmungswörtern gekennzeichnet [1] {11-2.1 [6 7]}.
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Bei Interrogativpronomen gibt es keine ANG-Pronomen, sondern nur AY-Pronomen {12-2.1}.
In {2-4.1 (2)} wird dargestellt, dass vor Personal- und anderen Pronomen ang nicht steht. Das Bestimmungswort des Prädikates ay wird vor Pronomen gesetzt, wenn es aus anderen Gründen erforderlich ist.
(1) Personal- und andere Pronomen haben besondere Formen, die als Objunktphrase oder Kurzwort im Objunktinterklit verwendet werden. Wir nennen diese Formen NG-Pronomen (Schlüssel {MC.P..}), sie sind in der Tabelle {6-5} den anderen Formen gegenübergestellt.
In Verbindung mit NG-Pronomen steht das Wort ng nicht. Man kann sagen, dass das Wort ng vor diesen NG-Pronomen wegfällt. Es gibt jedoch auch gute Gründe anzunehmen, dass die Grundform des Pronomens morphologisch mit dem Wort ng verschmolzen ist. Zumindest besitzen 12 von 14 Formen ein n als Anlaut, das in der Grundform nicht vorkommt. Im Folgenden [1-5] sind einige Beispiele zusammengestellt, deren Syntax in {3-2.1} betrachtet wird. Satz [6] ist eines der seltenen Beispiele, wo auf die Bildung eines NG-Pronommen verzichtet wird. Wie alle Objunktphrasen sind auch die NG-Pronomen enklitisch und können daher einen Objunktinterklit bilden [2] {11-6.5}.
(2) Personalpronomen stehen für Personen, die die Eigenschaft der Bestimmtheit besitzen {2-3}. Ein NG-Personalpronomen ersetzt also etwas Bestimmtes [1 2 4], obwohl ein Objunkt a priori keine Bestimmtheit besitzt {2-3.3}. NG-Demonstrativpronomen können ebenfalls etwas Bestimmtes ersetzen ([5], oder Personen {6-4.3 [5]}). In vielen Fällen werden jedoch Objunkte verwendet, um unbestimmte Sachen zu bezeichnen. In diesen Fällen ist ein Ersatz durch ein Demonstrativpronomen, das stets hohe Bestimmtheit besitzt, nicht möglich [7b]. Ein NG-Demonstrativpronomen ist möglich, um eine unbestimmte Menge eines bestimmten Gattungsbegriffes darzustellen [3]. Das Demonstrativpronomen niyạn wird in idiomatischen Wendungen verwendet [8].
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(3) Weiterhin ist das Dualpronomen kitạ
{PP/21S} zu erwähnen, das an Stelle von
ko ka tritt [9-11]. Es ersetzt
also zwei Personalpronomen im Singular, die Objunkt und Subjekt sind; es bildet eine
Dualphrase bzw. ein Dualkurzwort im Interklit. In Sätzen mit Potenzialadverbien wird
häufig das Zusammentreffen von ko und ka und damit die Bildung von
kitạ vermieden ([12a|b], jedoch [13a|b]).
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Personal- und andere Pronomen haben besondere Formen, die als oder in Adjunktphrasen verwendet werden. Wir nennen diese Formen SA-Pronomen, sie sind in der Tabelle {6-5} den anderen Formen gegenübergestellt. Besonders zu erwähnen sind die Demonstrativpronomen dito, diyạn und doọn. Sie werden häufig lokativ verwendet (und daher oft als Adverbien angesehen), stehen jedoch ebenso in nicht lokativem Zusammenhang. Entsprechendes gilt für das Interrogativpronomen saạn, das die SA-Form von anọ ist (und daher kein Interrogativadverb), vergleichbar mit dem Paar kanino und sino.
Die SA-Pronomen zeigen ein komplexeres Verhalten als die NG-Pronomen. Zunächst gibt es keine phonologischen Hinweise für eine Verschmelzung mit sa, wenn man davon absieht, dass möglicherweise der Anlaut k von einigen SA-Pronomen damit in Verbindung gebracht werden könnte, den auch die SA-Artikel kay, kinạ besitzen. Die SA-Pronomen werden teilweise zusammen mit sa verwendet (Schlüssel {MA MA.P..}), teilweise entfällt sa (Schlüssel {MA.P..}). Es gelten folgende Regeln.
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Veraltet ist der Gebrauch von SA-Personalpronomen mit nasa [8], und SA-Demonstrativpronomen werden nicht mit nasa verwendet {4-2.2.1 [9]}.
(1) SA- oder NG-Pronomen werden verwendet, um Possessivbeziehungen in Nominalphrasen auszudrücken. Das Pronomen kann vor oder nach dem Bezugswort stehen. Die filipinische Sprache besitzt keine besonderen Possessivpronomen (panghalịp na paari), SA- und NG-Pronomen erfüllen diese Aufgabe.
In Possessivbeziehungen werden die SA-Pronomen voranstehend verwendet [1-3] {6-7.6 (2)}. Sie erhalten wie Adjektive eine Ligatur und sind als Subjunkte zu betrachten. Die NG-Pronomen sind enklitisch und stehen in der Regel als Objunkte nach dem Kernwort der Nominalphrase ohne Ligatur [4-8] {6-8.1}. Da sie dem ersten Nicht-Kurzwort der Phrase nachgestellt werden, können sie vor das Kernwort zu stehen kommen [9] (Objunktinterklit {11-6.5}). Besitzt dieses erste Nicht-Kurzwort eine Ligatur, überträgt es sie auf das enklitische Pronomen. Die Sätze [7 8] zeigen, dass auch die NG-Formen der Demonstrativpronomen in Possessivbeziehungen verwendet werden, während die adjektivischen ANG-Formen wie itọng bahay oder bahay na itọ keine Possessivbeziehung ausdrücken. {6-7.3}. Die vorangestellten SA-Pronomen in Possessivbeziehungen werden in der heutigen Umgangssprache seltener verwendet und häufig durch die enklitischen NG-Pronomen ersetzt [10|11]. In der gehobenen und geschriebenen Sprache sind beide Ausdrucksformen gebräuchlich {*} {6A-481}.
{*} Die nachgestellten NG-Pronomen entsprechen dem Prinzip der Rechtsverzweigung in der filipinischen Sprache.
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(2) Einige Pronomen (z.T. mit Stammdoppelung) werden adjektivisch verwendet, wobei von einer reflexiven Beziehung gesprochen werden kann [11-13].
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(3) Vorangestellte SA-Pronomen und nachgestellte NG-Pronomen haben in Besitzbeziehungen die gleiche semantische Funktion. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es scheinbar voran- und nachgestellte Possessivpronomen gibt (die meisten Schulgrammatiken behandeln sie so). In Wirklichkeit handelt es sich um Adjunkt- bzw. Objunktphrasen, die semantisch die gleiche Funktion erfüllen, jedoch syntaktisch verschieden sind.
Die komplizierten Beziehungen zwischen Bestimmungswörtern und Pronomen möchten wir hier nochmals zusammenfassend darstellen.
Die folgende Tabelle versucht die Situation schematisch wiederzugeben:
|
| Subjekt | Prädikat | Objunkt | Adjunkt | Adjunkt | |||
| Best.Wort {11-2.1} | Satz- anfang |
ang | --- | * | sa | nasa | |
| Nicht SA | ang | ay | ng | sa | nasa | ||
| Artikel {6-2.3} |
Plural | ang mga | ay mga | ng mga | sa mga | nasa mga | |
| Person | S | si ang .. si |
{ay} si {ay} .. si | ni ng .. si |
kay sa .. si |
nasa kay | |
| P | sinạ ang .. sinạ |
{ay} sinạ ay .. sinạ | ninạ ng .. sinạ |
kinạ sa .. sinạ |
nasa kinạ | ||
| Personal- Pronomen {6-4.1} | 1 | S | akọ | {ay} akọ | ko | {sa} akin | nasa akin |
| 2 | S | ka ikạw | {ay} ikạw | mo | {sa} iyọ | nasa iyọ | |
| 21 | S S | kitạ | |||||
| 3 | S | siyạ | {ay} siyạ | niyạ | {sa} kanyạ | nasa kanyạ | |
| 1 | 2 | katạ | {ay} katạ |
nita |
{sa} kanitạ |
nasa kanitạ | |
| 1I | P | tayo | {ay} tayo | natin | {sa} atin | nasa atin | |
| 1E | P | kamị | {ay} kamị | namin | {sa} amin | nasa amin | |
| 2 | P | kayọ | {ay} kayọ | ninyọ | {sa} inyọ | nasa inyọ | |
| 3 | P | silạ | {ay} silạ | nilạ | {sa} kanilạ | nasa kanilạ | |
| Demonstr.- Pronomen {6-4.2} |
1 | - | itọ | {ay} itọ | nito | dito | [nanditọ] {*} |
| P | ang mga itọ | {ay} mga itọ | ng mga itọ | sa mga itọ | |||
| 2 | - | iyạn | {ay} iyạn | niyạn | diyạn | [nandiyạn] {*} | |
| P | ang mga iyạn | {ay} mga iyạn | ng mga iyạn | sa mga iyạn | |||
| 3 | - | iyọn yaọn |
{ay} iyọn {ay} yaọn | niyọn niyaọn |
doọn | [nandoọn] {*} | |
| P | ang mga iyọn | {ay} mga iyọn | ng mga iyọn | sa mga iyọn | |||
| Interrog.- Pronomen {12-2.1} | Person | - | --- {12-4.3} | sino | nino | {sa} kanino | |
| P | sinu-sino | ninu-nino | {sa} kani-kanino | --- | |||
| Sache | - | ano | --- {12-4.4} |
saạn | nasaạn | ||
| P | anụ-anọ | saạn-saạn | --- | ||||
{*} Verbformen {8A-113}.
Zum Fehlen von gesonderten Pronomen für Subjunkte und Disjunkte siehe {6A-402 Θ}.
| Die filipinische Sprache von Armin Möller http://www.germanlipa.de/filipino/sy_N.htm 12. April 2010 |