(1) Eine Gruppe von Adverbien modifizieren Verben so stark, dass keine Tätigkeit, sondern der Wunsch, das Bedürfnis, der Zwang o.Ä. nach dieser Tätigkeit ausgedrückt wird bzw. das Gegenteil davon [1-3]; aus dem Täter wird ein 'Erwäger' (Schlüssel für Fokus und Funktion {/ft} {7-3.2.2 (6)}). Diese Adverbien entsprechen semantisch den europäischen Modalverben, sind aber keine Verben, da sie keine Flexion besitzen. Außerdem besitzen sie weder Aktiv- noch Passivformen, das Genus wird vom Verb abgeleitet. Hinzu kommt, dass ihnen eigene Argumente fehlen; die Argumentstruktur wird durch das Verb bestimmt, auch wenn diese durch das Adverb verändert werden kann. Wir nennen diese Adverbien Potenzialadverbien (pang-abay na pangmarahil, abgeleitet von marahil 'vielleicht', Schlüssel {DP}); sie sind als eine Untergruppe der Modaladverbien zu sehen. Verneinte Konstruktionen mit Potenzialadverbien werden mit hindị gebildet [4].
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(2) Die Zuordnung der Potenzialadverbien zu den Adverbien ist
damit zu begründen, dass sie keine Verben sind (damit auch keine Hilfsverben), jedoch in
der Regel 'ad verbum' verwendet werden. Syntaktisch ähneln sie
den anderen Adverbien
{10A-411}; jedoch besitzt ihre Syntax
Besonderheiten. Diese Besonderheiten sind nicht so groß, dass man gezwungen wäre, für diese
kleine Gruppe von Wörtern eine eigene Wortart (etwa
Modalwörter) einzurichten {10A-412
}.
Oben wurde dargestellt, dass Potenzialadverbien Verbphrasen zugeordnet sind, die sie syntaktisch und semantisch erheblich beeinflussen. Da die Tätigkeit nicht wirklich ausgeführt wird, wird statt einer Zeitform in der Regel der Infinitiv verwendet {*}. Potenzialadverbien stehen vor dem Verb, zwischen ihnen und dem Verb können Kurzwörter stehen. Zwischen Potenzialadverb und Verb steht eine Ligatur, die jedoch im Einzelfall entfallen kann; die Potenzialadverbien sind Subjunkte {5-2.1 (2)}. Eine besondere Eigenschaft der Potenzialadverbien ist, dass nichtpronominale Argumente des Verbs zwischen Potenzialadverb und Verb gestellt werden können. Wegen der Analogie zum Interklit bezeichnen wir diese Konstruktionen als Interpotenzial {10-4.1.1}.
{*} Ausnahmen: Futur kann statt Infinitiv stehen {10-4.1.3 [19]}. Futur bei huwag {10A-413}. Zeitformen {10-4.3 [5 6]}.
(3) An dieser Stelle haben wir zu erwähnen, dass Potenzialadverbien nicht nur mit Verben verwendet werden können. Die gleichen Wörter bilden auch Konstruktionen, bei denen sie sich wie Substantive [5-7], Adjektive [8] oder Adverbien [9] verhalten; siehe Übersicht im Anhang {10A-414} und siehe die Abschnitte {10-4.2} und {10-4.3}. Zusätzlich sind im Anhang syntaktische Konstruktionen der Potenzialadverbien ayaw {10A-415}, kailangan {10A-416} und gustọ {10A-417} zusammengestellt.
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(4) Die Potenzialadverbien sind bezüglich ihrer Syntax in zwei
Gruppen einzuteilen {10A-418
}. Eine Gruppe besitzt nominales Verhalten
{10-4.1.2}. In dieser Gruppe wird die Syntax des Satzes
durch das Potenzialadverb erheblich beeinflusst, falls das Verb ein Aktivverb ist. Bei
nichtnominalem Verhalten ist dies nicht der Fall {10-4.1.3}. Ist das Verb ein Passivverb und der Erwäger bereits ein
Objunkt, tritt in keinem Fall eine Änderung der Syntax ein.
Bezüglich ihres nominalen Verhalten lassen sich die Potenzialadverbien in einer Skala anordnen {10A-414}. maaari verhält sich niemals nominal, am anderen Ende steht nais mit stets nominalem Verhalten. Überwiegend nichtnominal ist z.B. dapat. Die Potenzialadverbien alạm und gustọ tendieren in zunehmenden Maße zu nominalem Verhalten.
(5) In den folgenden Abschnitten betrachten wir die Syntax der Potenzialadverbien und kommen zu dem Ergebnis, dass sie alle in ein - wenn auch recht komplexes - System passen. Dies ist erstaunlich, wenn wir die Morphologie dieser Gruppe von Wörtern betrachten. Neben den zwei spanischen Lehnwörtern gustọ und puwede besteht die Gruppe aus mindestens fünf Wörtern ohne Affigierung. Das Potenzialadverb maaari entspricht einer Verbform, kailangan hat die Struktur eines affigierten Substantives (obwohl es den dazu gehörigen Stamm ilang vermutlich nicht gibt) und huwạg steht in morphologischer Verbindung zu hindị. Dieser sehr unterschiedliche morphologische Hintergrund hat keinen offensichtlichen Zusammenhang mit der Syntax der Potenzialadverbien.
(1) Konstruktionen mit Potenzialadverbien und Verben zeigen ein besonderes Verhalten, das wir als Interpotenzial bezeichnen (panggitahil, Schlüssel {IP}). Zwischen Potenzialadverb und Verb können Objunkte und das Subjekt gesetzt werden, wir sprechen von Objunktinterpotenzial (Schlüssel {IPC}) bzw. Subjektinterpotenzial (Schlüssel {IPS}). Diese Phrasen behalten ihre Bestimmungswörter, und vor das Verb wird eine Ligatur gesetzt, die nicht entfallen kann [1-7 10 12a]. Wir können diese Ligatur als die an das Ende der Interpotenzialphrase geschobene Ligatur der Subjunktphrase des Potenzialadverbs betrachten. Bei einem Subjektinterpotenzial steht das Subjekt vor dem Prädikat. Da das Prädikat kein Bestimmungswort ay erhält, sind diese Sätze Nicht-Regelsätze {13-2.3.1}; sie bleiben einfache Sätze {10A-441 Θ}.
Der Subjektinterpotenzial kann unabhängig von der semantischen Funktion des Subjektes gebildet werden [1-5]. Beim Objunktinterpotenzial gibt es Einschränkungen; er wird nur für den Erwäger gebildet [6 7], jedoch nicht für den potenziellen Täter [8a|8b] oder das Tatobjekt [9a|9b].
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(2) Werden Interpotenzial und Interklit in einem Satz gleichzeitig gebildet, so stehen Interklitpronomen vor den Interpotenzialphrasen [10]; wie bei Interklitkurzwörtern untereinander {11-3.3} gilt hier ebenfalls die Regel "kurz vor lang". Die Ähnlichkeit von Interpotenzial und Interklit ist auffallend. Jedoch sind die Phrasen beim Interpotenzial weniger beweglich als beim Interklit. In mit hindị verneinten Sätzen kann der Subjektinterklit vor dem Potenzialadverb stehen [11], während das Subjekt eines Interpotenzial nach dem Potenzialadverb stehen muss [12].
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Eine theoretische Bewertung des Interpotenzial nehmen wir in {10-4.4 Θ} vor.
(1) Eine Gruppe der Potenzialadverbien zeigt ein Verhalten, das wir als nominales
Verhalten bezeichnen (gawịng makangalan,
Schlüssel
{DP/N}). Ist das Verb ein Aktivverb, wird
die Syntax erheblich geändert; das Subjekt (der zum Erwäger gewordene Täter) wird zu
einem Objunkt, das dem Potenzialadverb zugeordnet und damit Teil des Prädikates wird
[1|2 3 4]. Der
Satz wird subjektlos. Falls das Aktivverb bereits ein Objunkt besitzt (in der Regel das
potenzielle Tatobjekt), besitzt der Satz nun zwei Objunkte (in Satz [3] ist
bata
der Erwäger und manggạ das potenzielle Tatobjekt). Damit rücken diese
Potenzialadverbien in die Nähe von Substantiven mit einer oder zwei Objunktphrasen
{10A-412
}.
Ist das Verb ein Passivverb und der Täter/Erwäger bereits ein Objunkt, tritt keine Änderung der Syntax ein [5 6]. Vorzugsweise werden mit nominalen Potenzialadverbien Passivverben verwendet, bei denen der Täter/Erwäger ein Objunkt ist [6]. Eine Änderung der Syntax mit Verlust des Subjektes kann so vermieden werden. Das ist dann nicht möglich, wenn es kein alternatives Passivverb gibt (Beipielsatz [2] matulog). In [3] wird der subjektlose Satz mit Aktivverb verwendet, um die nicht vorhandenen manggạ nicht in den Fokus setzen zu müssen {2-3.1}.
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Nahezu ausschließlich nominal verhalten sich die Potenzialadverbien ayaw, alạm, ibig, gustọ, nais. Hinzu kommen mit Einschränkungen kaya, ugali und hilig. Nominal und nichtnominal wird kailangan verwendet.
Der Standardsatz mit Potenzialadverb mit nominalem Verhalten entspricht den Satzmustern [7 8] (die entsprechend der Argumentstruktur des Verbs abgewandelt sein können). Zwischen Potenzialadverb und Verb steht in der Regel eine Ligatur [2-6].
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(2) In [9-13] wird ein Objunktinterpotenzial gebildet; das den Erwäger darstellende Objunkt wird zwischen Potenzialadverb und Verb gestellt {10-4.1.1}. Das Objunkt vor dem Verb erhält eine Ligatur.
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In obigen Sätzen und in [14] ist der Erwäger auch der potenzielle Täter. In Sätzen mit nominalem Potenzialadverb und Aktivverb ist das Subjekt verloren gegangen [2-4]. Diese Sätze können ein neues Subjekt erhalten, um neben dem Erwäger auch einen vom Erwäger abweichenden potenziellen Täter darzustellen [15]; dieses Subjekt kann einen Interpotenzial bilden [16]. In Sätzen mit Passivverb kann der potenzielle Täter durch ein zusätzliches Objunkt ausgedrückt werden [17a 18]. In diesen Sätzen wird regelmäßig der Erwäger vor das Verb gestellt, also ein Objunktinterpotenzial gebildet. Der potenzielle Täter kann keinen Objunktintepotenzial bilden [17b]. Stehen mehrere Phrasen zwischen Potenzialadverb und Verb, so ist der Erwäger die erste [16].
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(3) Potenzialadverbien können als Interklitbezugswort dienen; daher wird mit ihnen oft ein Potenzialinterklit gebildet, der Objunktinterklit, Subjektinterklit oder beides sein kann {11-6.6}. Ein Objunktinterklit mit dem Erwäger als Interklitkurzwort wird nahezu regelmäßig gebildet [19-24], während andere Funktionen (Täter oder Tatobjekt) ausscheiden [25c 30a].
Subjektinterklit ist beschränkt möglich, wenn das Pronomen der potenzielle Täter ist [28 29a]. Subjektinterklit mit Demonstrativpronomen als Tatobjekt wird abgelehnt [31a 32a], wenn nicht gleichzeitig ein Interklit für den Erwäger gebildet wird [23].
Nach dem Interklitkurzwort (bzw. den Kurzwörtern) können weitere Argumente als Interpotenzial vor das Verb gestellt werden [25-28]. In der Regel ist das der Erwäger, der vorzugsweise direkt nach dem Potenzialadverb steht. Damit können diese Konstruktionen problematisch werden [29] oder im Fall eines NG-Pronomens ungrammatikalisch [30a]. Interessant ist, dass Satz [33a] von Muttersprachlern als nahezu ungrammatikalisch bezeichnet wird, obwohl der vergleichbare Satz [25a] voll akzeptiert wird.
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(4) In den obigen Beispielen ist das Potenzialadverb Bestandteil des Prädikates. Wegen der Symmetrie von Prädikat und Subjekt können diese getauscht werden (sofern der Satz ein Subjekt besitzt). Davon wird vorwiegend in Fragesätzen Gebrauch gemacht [34], seltener in Aussagesätzen [35]. In den Sätzen [34 35] sind Prädikat und Subjekt getauscht; das Potenzialadverb ist Teil des Subjektes. Dabei wird es nicht zu einem Substantiv {10-4.2}.
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(1) Bei nichtnominalem Verhalten (gawịng di-makangalan, Schlüssel {DP/NN}) wird das Subjekt durch das Potenzialadverb nicht verändert [1|2 3 4]. Nahezu ausschließlich nichtnominal verhalten sich maaari, puwede, huwạg und dapat. Nichtnominal und nominal wird kailangan verwendet. Aktiv- und Passivverben werden gleichermaßen mit nichtnominalen Potenzialadverbien verwendet. Aus semantischen Gründen kann bei diesen Potenzialadverbien nicht zwischen Erwäger {*} und potenziellem Täter unterschieden werden.
{*} Für nichtnominale Potenzialadverbien ist der Begriff 'Erwäger' nicht sehr glücklich. Ein Begriff wie 'Vermöger' passt besser für diese Gruppe, jedoch nicht gut für nominales Verhalten. Deshalb belassen wir es bei Erwäger für beide Gruppen.
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(2) Auch bei nichtnominalem Verhalten können Argumente des Verbs zwischen Potenzialadverb und Verb gestellt werden, also ein Interpotenzial gebildet werden. Subjektinterpotenzial ist stets möglich (Erwäger in [5], Tatobjekt in [6]). Objunktinterpotenzial ist auf den Erwäger beschränkt [7]; für das Tatobjekt kann er nicht gebildet werden [8a]. Mit hindị verneinte Sätze werden mit nichtnominalen Potenzialadverbien häufig gebildet [9 10]. In Satz [10] wird deutlich, dass im Interpotenzial das Argument nicht vor das Potenzialadverb gestellt werden darf, während in dem entsprechenden Interklitsatz diese Einschränkung nicht gilt [15].
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(3) Nichtnominale Potenzialadverbien können einen Potenzialinterklit bilden, wenn der Erwäger ein Personal- oder Demonstrativpronomen ist [11 12a 12c 13 14] {11-6.6} oder das Pronomen als Subjekt das Tatobjekt ist [12b 12c]. Bei Personalpronomen wird dieser Interklit nahezu regelmäßig gebildet. Das oder die Interklitpronomen stehen in der Regel vor dem Potenzialadverb, wenn vor diesem ein geeignetes Interklitbezugswort steht [14-16].
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(4) In der Regel werden Potenzialadverben mit einer Ligatur verbunden [2-4], auf die jedoch verzichtet werden kann [17|18], wenn das Wort na verwendet werden müsste. Die Ligatur des Interpotenzial kann nicht entfallen. Satz [19] ist ein Beispiel dafür, dass das Futur in bestimmten Fällen statt des Infinitivs steht. Satz [20] ist eine allgemeingültige Aussage und besitzt daher keinen Erwäger, der das Subjekt bilden könnte.
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(5) In den obigen Beispielen ist das Potenzialadverb Bestandteil des Prädikates. Wegen der Symmetrie von Prädikat und Subjekt können diese getauscht werden {2-2.3}. Davon wird vorwiegend in Fragesätzen Gebrauch gemacht [21 22], seltener in Aussagesätzen [23].
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Eine Anzahl von Potenzialadverbien können wie oder als Substantive verwendet werden (Schlüssel {N/DP}, {10A-421 Θ}). Diese sind Potenzialadverbien mit nominalem Verhalten, sie können unterschiedliche syntaktische Konstruktionen bilden, und es gibt häufig subjektlose Sätze.
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(4) Bestimmte Gruppen von Nominalphrasen werden jedoch nicht oder nur selten mit substantivisch gebrauchten Potenzialadverbien gebildet (z.B. mit vorangestellten SA-Pronomen), selbst wenn es Potenzialadverbien mit nominalem Verhalten sind {10A-426}. Wie bereits oben gesagt, werden Potenzialadverbien mit nichtnominalem Verhalten nicht als Substantive verwendet.
Potenzialadverbien mit nichtnominalem Verhalten können in beschränktem Umfang als Adjektiv [1] oder als echtes Adverb in Sätzen ohne Verb [2-4] verwendet werden. In Sätzen mit Verb als Prädikat betrachten wir Potenzialadverbien als echte Adverbien, wenn Vorgänge in der Vergangenheit oder Zukunft kommentiert werden [5 6].
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Bei {
Aganan 1999 p. 75}
werden Phrasen wie in Satz [1] pariralang
modal genannt.
Unsere grundsätzliche Annahme über Potenzialadverbien besteht darin, dass wir sie als Adverbien betrachten, die Verben modifizieren. Daraus folgt, dass sie zusammen mit den Argumenten des Verbs einfache Sätze mit nur einem Prädikat bilden {10A-441 Θ}. Diese Annahme wird dadurch unterstützt, dass sich die Argument- und Funktionsstruktur von Sätzen mit Potenzialadverbien prinzipell nicht von anderen Konstruktionen mit Verben unterscheidet.
Potenzialadverbien stehen vor dem Verb. Damit unterscheiden sie sich von anderen Adverbien, die dem Verb folgen können oder am Satzende stehen können. Eine weitere Besonderheit ist, dass zwischen Potenzialadverb und Verb nichtpronominale Argumente des Verbs gesetzt werden können. Dieser Interpotenzial ist auf Objunkte und das Subjekt beschränkt. Deulich besteht hier eine Analogie zum Interklit; der Interpotenzial kann im Prinzip mit den gleichen Argumenten der Verben gebildet werden, die den Interklit bilden. In abgewandelter Form gilt die Interklit-Prioritätsregel "kurz vor lang"; Interklitpronomen stehen vor Phrasen mit Bestimmungswörtern. Gleich Sätzen mit Subjektinterklit sind Sätze mit Subjektinterpotenzial Nicht-Regelsätze, in denen das Subjekt vor dem Prädikat steht, ohne dass nichtkanonische Reihenfolge vorliegt.
Folgt man der Darstellung in {10-4.1.1}, so zeigt der Objunktinterpotenzial eine Besonderheit. Die Möglichkeit, ihn zu bilden, hängt nicht nur von der Syntax der Phrase ab, sondern auch von ihrer semantischen Funktion als Argument des Verbs. Bei nominalem Verhalten kann dafür eine Erklärung gegeben werden. Da der Erwäger stets ein Objunkt ist, kann ein davon abweichendes Objunkt an der gleichen Stelle im Satz für Verwirrung sorgen und wird deshalb verworfen. Bei nichtnominalem Verhalten in Sätzen mit nur einem Objunkt versagt diese Erklärung.
In Sätzen mit Potenzialadverbien wird der Täter zum Erwäger. Der potenzielle Täter kann als weiteres Argument dem Verb zugefügt werden. Wir sehen eine Analogie zu den Verben der Veranlassung {8-4}, bei denen der Täter zum Initiator wird und der ausführende Täter ein zusätzliches Argument bilden kann.
Verben in Sätzen mit Potenzialadverbien stehen meist im Infinitiv. Wir erklären dies damit, dass die Tätigkeit nicht wirklich ausgeübt wird (und nicht aufgrund einer grammatischen Abhängigkeit wie bei verbundenen Verben {7-7.5}). Damit in Einklang steht, dass in bestimmten Fällen auch Zeitformen verwendet werden.
Ergänzend werden nominale Potenzialadverbien als Substantive verwendet und nichtnominale als Adjektive und Adverbien. Einige Konstruktionen mit nominalen Potenzialadverbien können als zusammengesetzte Sätze betrachtet werden, bei denen das zum Substantiv gewordene Potenzialadverb das Subjekt des übergeordneten Satzes bildet und das Verb das Prädikat des untergeordneten Satzes. Wie bei anderen Ligatursätzen, sind auch hier die Übergänge zwischen einfachem und zusammengesetztem Satz fließend.
Ein Vergleich der Konstruktionen mit Potenzialadverbien und verbundenen Verben wird in {13-5.5.3 Θ} vorgenommen.
| Die filipinische Sprache von Armin Möller http://www.germanlipa.de/filipino/sy_D_2.htm 17. April 2010 |