(1) Adverbien (Schlüssel {D}, {10A-101}) sind eine sehr inhomogene Wortart in der filipinischen Sprache {10A-102 Θ}. So gibt es einsilbige, häufig enklitische Kurzwörter wie na und pa, jedoch auch aus Wortfamilien abgeleitete Wörter wie kamakalawạ. Ein großer Teil der Adverbien gehört zu den Inhaltswörtern, während der Rest Alleinwörter sind. Zusätzlich können nahezu alle Adjektive adverbial verwendet werden.
Der filipinische Name für Adverb ist pang-abay, wörtlich übersetzt heißt das 'Gefolgewort'. Adverbien können nicht nur Verben, sondern auch Adjektiven und anderen Adverbien zugeordnet werden können. Sie können ebenfalls unabhängig im Satz stehen und in seltenen Fällen das Prädikat bilden. Falls der Satz ohne Verb ist, gibt die lateinische Bezeichnung 'ad verbum' in der Bedeutung 'zum Verb gehörig' wenig Sinn. Wenn wir den Begriff Adverb weit fassen, können wir auch Wörter, die in anderen Sprachen zu der Wortart Partikel gehören (Beispiel: oo), als Adverbien betrachten. Im Gegensatz zu Adjektiven können Adverbien nicht attributiv verwendet werden.
Nach ihrer semantischen Funktion können die Adverbien (Übersicht {10A-103}) in temporale, kausale und modale Adverbien eingeteilt werden. Modale Adverbien besitzen Untergruppen. Eine davon sind die Potenzialadverbien {10A-414}, die semantisch den modalen Hilfsverben der europäischen Sprachen entsprechen; sie sind abhängig einem Verb zugeordnet. Wir haben keine lokativen Adverbien gefunden. Einige Interrogativa (z.B. ba, bakit) sind ebenfalls Adverbien {12-2.3}.
(2) Eine Phrase, deren Kernwort ein Adverb ist, bezeichnen wir als Adverbphrase (Schlüssel {P-D}, pariralang pang-abay, {10A-101 T}). Adverbphrasen sind Inhaltsphrasen und gehören damit zu den morphologischen Phrasen der filipinischen Sprache. Adverbien, die Phrasen bilden, gehören zu den Inhaltswörtern. Keine Phrasen bilden Adverbien, die Kurzwörter und damit Alleinwörter sind. Der semantische Begriff Adverbialphrase wird von uns nicht verwendet {5-3 (4)}.
(3) In den folgenden Abschnitten betrachten wir zunächst die Kurzwortadverbien (sie sind syntaktisch Alleinwörter und morphologisch Stammwörter, {10-2.1} und {10-2.2}). Da sie keine Phrasen und damit keine Adverbphrasen bilden, behandeln wir ihr syntaktisches Verhalten zusammen mit dem anderer Kurzwörter in Kapitel {11}.
Anschließend wird zunächst die morphologische Bildung der Adverbien, die Inhaltswörter sind und Kernwort von Adverbphrasen sind, betrachtet {10-2.3}. Ihre Syntax wird in den Abschnitten über Adverbphrasen dargestellt {10-3}.
Da Verneinungen mit dem Adverb hindị gebildet werden, fügen wir einen allgemeinen Abschnitt über Verneinung in der filipinischen Sprache an {10-5}. Es schließt sich ein Abschnitt über Gesprächswörter an {10-6}.
(4) Adverbien (soweit sie Inhaltswörter sind) stehen in einem engen
Zusammenhang mit Adjektiven. Beide Wortarten werden bei
{
Aganan 1999 p. 21} zu einer Gruppe panuri
zusammengefasst.
Es erhebt sich die Frage, ob Adjektive und Adverbien als zwei verschiedene Wortarten
voneinander zu trennen sind {10A-104
Θ}. Nach unserer Definition können Adjektive attributiv Substantiven
zugeordnet werden, Adverbien im Allgemeinen jedoch nicht {6-7.5}. Prädikativ können beide verwendet werden
{2-4.8} (außer Adverbien, die Alleinwörter
sind).
In der filipinischen Sprache können Adverbien und Konjunktionen nicht streng voneinander abgegrenzt werden. Der Grund dafür ist, dass unabhängige und abhängige Teilsätze prinzipiell den gleichen Aufbau besitzen. Eine Anzahl Konjunktionen kann formal als Adverbien betrachtet werden. Zu dieser Gruppe gehören Inhaltswörter (z.B. Wörter, die als Interklitbezugswort dienen können), aber auch Alleinwörter.
In der Einleitung haben wir Adverbien gegen Adjektive dadurch abgegrenzt, dass Adverbien nicht als Attribute von Substantiven verwendet werden können {10A-104 Θ}. Diese Definition verringert die Zahl der echten Adverbien. So stehen in unserem Wörterbuch etwa achtzig Adverbien fast sechshundert Adjektive gegenüber, von denen ein großer Teil als Adverb verwendet werden kann. Von den achtzig Adverbien entfallen etwa dreißig auf Alleinwörter (davon fast zwanzig enklitische Kurzwörter) und etwa fünfzig auf Inhaltswörter. Davon sind je etwa zwanzig Stammwörter und affigierte Adverbien und der Rest Adverbien mit Stammdoppelung und zusammengesetzte Adverbien. Eine Liste der Adverbien, die nicht gleichzeitig Adjektiv sind, befindet sich im Anhang {10A-201}.
Eine Gruppe von Adverbien sind enklitische Kurzwörter [1-3] (Schlüssel {D/EC}); sie gehören zu den Alleinwörtern. Von besonderem Interesse sind die aspektalen Adverbien na und pa [1] {10-2.1.1}. Die Höflichkeitsadverbien po und ho sind eine Besonderheit der filipinischen Sprache [2] {10-2.1.2}. Die Syntax der enklitischen Adverbien ist die der enklitischen Kurzwörter {11-3}.
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(1) Die enklitischen Kuzwörter na und pa sind aspektale Adverbien {7-6.2.6}. Zusammen mit ihren Verneinungen hindi̤ na [hɪn'di:.nʌ] und hindi̤ pa [hɪn'di:.pʌ] können vier Aspekte ausgedrückt werden [1-4] {10A-2111}. Diese Aspektbeschreibungen sind nicht auf Verben beschränkt, sie können für Existenzphrasen [5-8], Adjektive [9] und Substantive [10] verwendet werden; sie werden sehr häufig vorgenommen [11 12].
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(2) Die Kurzwörter na und pa können mit dem Suffix -ng der Ligatur zu nang oder pang verknüpft werden [14-19], wobei das dabei entstehende nang nicht mit anderen [nʌŋ] ausgesprochenen Wörtern zu verwechseln ist {5-3.4}.
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Die Höflichkeitswörter po und ho (salitạng pamitagan) sind eine Besonderheit der filipinischen Sprache. Sie sind enklitische Kurzwörter und können als Adverbien betrachtet werden. Im Gespräch mit Respektspersonen werden diese Höflichkeitswörter in jedem Satz verwendet [1-3], in längeren Sätzen sogar mehrfach [1]. ho ist weniger förmlich als po [3].
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Neben enklitischen Kurzwörtern gibt es eine Anzahl filipinischer Stammwörter, die als Alleinwörter Adverbien sind. Wir können die deutlich proklitischen Adverbien (Schlüssel {D/PC}) von den Adverbien trennen, die nicht deutlich proklitisch sind. Letztere gehören zu den sonstigen Kurzwörtern (Schlüssel {D/S}, {11-5}). Wie alle Alleinwörter, bilden beide Gruppen keine Phrasen, besitzen keine Attribute und können nicht enklitisches Bezugswort sein. Dazu gehören z.B. kahit, das deutlich proklitisch ist und ulị als sonstiges Kurzwort. Nichtkanonisch verwendetes ang betrachten wir als proklitisches Alleinwort {2-2.5 (2)}, ebenso mga in der Bedeutung von 'etwa, ungefähr' {6-6.3 (4)}. Weitere Adverbien und Beispielsätze in {10A-221}.
Neben den oben beschriebenen Alleinwörtern gibt es Adverbien, die Inhaltswörter sind. Sie können ein Bestimmungswort erhalten, Attribute besitzen und enklitsches Bezugswort sein. Als Inhaltswörter bilden sie Phrasen. In den folgenden Abschnitten betrachten wir ihre morphologische Bildung: Stammwörter {10-2.3.1}, Adverbien mit Affixen {10-2.3.2}, Adverbien mit Doppelung {10-2.3.3}, zusammengesetzte Adverbien {10-2.3.4} und Indefinitadverbien {10-2.3.5}. In den Abschnitten {10-3} wird die Syntax der Adverbphrasen behandelt.
Wir können mehrere Gruppen dieser Adverbien, die Stammwörter und Inhaltswörter sind, unterscheiden; sie zeigen unterschiedliches syntaktisches Verhalten.
(1) Von Verben und anderen Wortarten können mit Präfix pa- Adverbien gebildet werden [1], obwohl die meisten dieser Formen adverbial verwendete Adjektive sind [2 3] {10A-104 Θ}. Ferner bildet das Präfix maka- Adverbien, die eine Häufigkeit anzeigen [4]. Hinzu kommen einige Adverbien, die mit anderen Affixen gebildet werden [5 6 7|8]. Das Adverb mamayạ wird mit dem Adjektivpräfix ma- gebildet, jedoch nicht als Adjektiv verwendet [9].
(2) Werden perfektive Gerundien in Gerundphrasen verwendet, die nur aus dem Gerundium bestehen, so erscheint das Gerundium wie ein Adverb [10]. pagka- und pagkaka- sind Affixe, die bei der Bildung der perfektiven Gerundien verwendet werden {7-6.5.1}.
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Eine Anzahl von Adjektiven, die durch Stammdoppelung (inuulit) gebildet sind, wird auch als Adverbien verwendet (Beispiel sunọd-sunọd). Es gibt jedoch durch Stammdoppelung gebildete Adverbien, die keine Adjektive sind: araw-araw, dahan-dahan, dalị-dalị, mayạ-mayạ, sabạy-sabạy.
Beispiele für zusammengesetzte Adverbien sind bukas-makalawạ, habang-buhay, habang-daạn und gayunmạn.
Interrogativadverbien {12-2.3} können die Adverbien kahit und man als Attribut hinzugefügt werden {6-4.4.1}. Dadurch entstehen Indefinitadverbien (Schlüssel {DF}) [1-5], die sich syntaktisch von anderen Adverbien nicht unterscheiden. So bildet in [1 2 4] das Indefinitadverb ein Subjunkt, obwohl in diesen Fällen keine Ligatur stehen kann. In [1 4] wird das prädikative Adjektiv ergänzt {10-3.1.2} und in [2] das prädikative Verb {10-3.1.1}. In [3 5] bildet das Indefinitivadverb eine unabhängige Disjunktphrase {10-3.2}.
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Adjektive können ohne morphologische Veränderung in Adverbphrasen verwendet werden und unterscheiden sich dann syntaktisch kaum von "echten" Adverbien. Wir geben ihnen den Schlüssel {D/J}. Sie stehen unabhängig im Satz [1] oder ergänzen ein Verb [2], selten eine andere Phrase [3]. In der Regel werden Adjektive nicht verwendet, um Adjektive und Adverbien zu ergänzen. Partizipien werden nur selten adverbial verwendet {7-6.4.2}.
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(1) Die Inhaltsphrase, deren Kernwort ein Adverb ist, bezeichnen wir als Adverbphrase [1 2] (Schlüssel {P-D}, pariralang pang-abay {10A-101 T}). Hinzu kommen die Phrasen, deren Kernwort ein als Adverb verwendetes Adjektiv bildet [3] (Schlüssel {P-D/J}). Abhängige Adverbphrasen können Verben {10-3.1.1}, aber auch anderen Inhaltsphrasen zugeordnet sein {10-3.1.2}. Besonders zu erwähnen sind die Verben zugeordneten Potenzialadverbien {10-4.1}. Adverbphrasen können unabhängig im Satz stehen {10-3.2}.
(2) Viele Adverbphrasen bestehen nur aus einem Adverb [1-3 4a]. Adverbien können durch Substantive ergänzt werden, also Attribute besitzen [4b 5 6] {10A-301}. Die Anbindung erfolgt häufig mit einer Ligatur, die Attribute der Adverbphrasen sind Subjunkte [4b 5-7]. In Satz [7] wird ein Adverb durch eine subjunktive Existenzphrase ergänzt. Ausdrücke wie [8] betrachten wir als Adverbphrasen, bei denen dem Adverb attributiv ein verkürzter Nebensatz mit der Konjunktion nang zugeordnet ist. Als Sonderfall sind Konstruktionen mit lalo zu betrachten [9]. In Satz [10] ergänzt ein Ligatursatz das Adverb. In Adverbphrasen steht das Adverb am Phrasenanfang.
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(3) Entsprechend ihrer Zugehörigkeit und Anbindung gehören Adverbphrasen zu zwei verschiedenen Funktionsphrasen. Adverbien, die einer anderen Phrase syntaktisch angehören und daher eine Ligatur besitzen oder erhalten können, sind Subjunkte. Adverbphrasen, die syntaktisch unabhängig im Satz stehen und mit Bestimmungswort nang oder ohne Anbindung verwendet werden, sind Disjunkte. Wir können nachfolgendes Schema aufstellen, das in den nächsten Abschnitten erläutert wird.
| Adverbphrase | ||||
| Syntaktisch | Semantisch | Funktionsphrase | ||
| Abhängig | Abhängig | Vorangestellt | Subjunkt mit oder ohne Ligatur | {10-3.1.1 (1)} |
| Abhängig | Abhängig | Nachgestellt | Subjunkt mit oder ohne Ligatur | {10-3.1.1 (2)} |
| Unabhängig | Abhängig | Nachgestellt | Disjunkt mit nang | {10-3.1.1 (2)} |
| Unabhängig | Abhängig | Nachgestellt | Disjunkt ohne nang | {10-3.1.1 (2)} |
| -- | -- | Adverb bildet keine nachgestellten Phrasen. | {10-3.1.1 (2)} | |
| Unabhängig | Unabhängig | Vorangestellt | Disjunkt ohne nang | {10-3.2} |
| Unabhängig | Unabhängig | Nachgestellt | Disjunkt mit nang | {10-3.2} |
| Unabhängig | Unabhängig | Nachgestellt | Disjunkt ohne nang | {10-3.2} |
Wir betrachten Adverbien bzw. Adverbphrasen, die als Attribut der Inhaltsphrase des Prädikates zugeordnet sind; das Adverb bildet eine von einem Verb, Adjektiv oder Nomen abhängige Phrase. Wir unterscheiden zwischen semantischer und syntaktischer Abhängigkeit. Alle Adverbphrasen in den folgenden zwei Abschnitten sind semantisch der Inhaltsphrase des Prädikates untergeordnet. Eine syntaktische Abhängigkeit ist dann vorhanden, wenn die Adverbphrase im Prinzip mit einer Ligatur verbunden wird, also ein Subjunkt bildet. Syntaktisch getrennt ist die Adverbphrase, wenn sie ein Disjunkt bildet. Im nächsten Abschnitt {10-3.1.1} betrachten wir die größte Gruppe dieser Konstruktionen, bei der das Adverb dem prädikativen Verb zugeordnet ist. Dann folgt ein Abschnitt {10-3.1.2} für Adjektive und Nomina als Prädikat. Dort betrachten wir auch die Fälle, in denen Adjektiv oder Nomen nicht Prädikat sind.
(1) Steht das Adverb direkt vor dem Verb, ist eine semantische und syntaktische Abhängigkeit vorhanden [1a 2]. Die syntaktische Zuordnung zum Prädikat wird besonders deutlich, wenn vor dem Adverb das Bestimmungswort des Prädikates ay steht [2]. Diese untergeordneten Adverbphrasen sind Subjunkte, die im Prinzip mit der Ligatur angebunden werden [1 2 6]. Im Einzelfall kann die Ligatur entfallen, wenn das Wort na zu verwenden wäre {10A-3111 [11a|b]} {5-2.2 (1)}. Nach bestimmten Adverbien steht wegen einer Unverträglichkeit niemals eine Ligatur [3] {5-2.2 (2)}. Weiterhin gibt es Konstruktionen von adverbial verwendetem Adjektiv und Verb im Infinitiv, in denen keine Ligatur steht [4] {7-6.2.5 [6-8]}. Trotzdem zählen wir diese Phrasen zu den Subjunkten, weil eine besonders enge Bindung zwischen Adverb und Verb besteht. Häufig wird mit vorangestellten Adverbien ein Interklit gebildet, der nahezu stets eine Ligatur besitzt ([5], jedoch [3]).
Zu dieser Gruppe von Adverbien gehören die Potenzialadverbien, sie werden dem Verb vorangestellt und können eine Ligatur besitzen, sind also Subjunkte {10-4.1}.
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(2) Werden Adverb und Verb durch andere Phrasen getrennt (enklitische und Interklitkurzwörter bewirken keine Trennung), so wird die syntaktische Verbindung und damit die syntaktische Abhängigkeit unterbrochen, obwohl eine semantische Abhängigkeit erhalten bleiben kann. Eine Verbindung durch eine Ligatur als Subjunkt ist nicht mehr möglich; die Phrase wird zum syntaktisch unabhängigen Disjunkt, das dessen Bestimmungswort nang erhalten kann [1b 9-13]. Einige Adverbien bilden nachgestellte Disjunkte ohne nang [14c].
(3) Eine besondere Situation entsteht, wenn das Adverb unmittelbar auf das Verb folgt. Hier ist die Bildung eines Subjunktes syntaktisch stets möglich. Doch werden diese Bildungen nur beschränkt vorgenommen [1c 7 8a]; in der Regel wird ein Disjunkt mit Bestimmungswort nang vorgezogen ([1d 13], jedoch [8b]).
{Θ} Wir haben keine Erklärung dafür gefunden, warum Disjunkte hier deutlich vorgezogen werden. Hinzu kommt, dass die weniger bevorzugten Subjunkte dem Prinzip der Rechtsverzweigung folgen, während wegen der syntaktischen Unabhängigkeit der Disjunkte dieses Prinzip hier nicht relevant ist.
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(4) Auch Phrasen mit Existenzwörtern können dem Verb attributiv zugefügt werden {4-3 (5)}. Sie verhalten sich dann wie Adverbien [15-17].
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Adverbien können die Inhaltsphrase des Prädikates ergänzen, wenn dieses kein Verb ist [1-3]. Das Adverb erhält eine Ligatur, bildet also ein Subjunkt und ist damit ein phrasenbildendes Inhaltswort. Bei der Komparation der Adjektive wird zur Bildung des Komparativs ein vorangestelltes Adverb verwendet [4-6] {9-3 (2)}. Dies kann das spanische Lehnwort mas {D/PC/Es/L0} sein [4] oder auch andere Adverbien wie higịt, das kein Kurzwort ist, da eine Ligatur mit na gebildet wird [5]. Konstruktionen wie [6] sind Adjektive, die ein adverbial verwendetes Adjektiv als Attribut besitzen; sie erhalten stets eine Ligatur. Während in [1-7] das Adverb ein Adjektiv ergänzt, ist es in [8] einem Substantiv zugeordnet.
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Adverbphrasen und adverbial gebrauchte Adjektive können als unabhängige Phrasen im Satz stehen. Sie sind semantisch unabhängig, und wegen ihrer syntaktischen Unabhängigkeit sind sie Disjunkte {5-3}. Vorangestellte Disjunkte erhalten kein Bestimmungswort, bei Nachstellung können wir drei Gruppen von Adverbien unterscheiden.
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In unserem Strukturmodell ist die Adverbphrase eine Inhaltsphrase und kann wie folgt dargestellt werden.
| Adverbphrase ist Subjunkt | |||
| [1] | Attribut in Verbphrase {10-3.1.1} | ||
| [2] | Potenzialadverb {10-4} | ||
| [3] | Attribut in Adjektivphrase {10-3.1.2} | ||
| [4] | Attribut in Adjunktphrase (Prädikat) {10-3.1.2} | ||
| [5] | Attribut in Existenzphrase (Prädikat) {10-3.1.2} | ||
| [6] | Attribut in Nominalphrase {10-3.1.2 [8]} | ||
| Adverbphrase ist Disjunkt | |||
| [7] | Unabhängig im Satz {10-3.2} | ||
| Adverbphrase enthält neben Adverb | |||
| [8] | Subjunkt als Attribut {10-3} | ||
| [9] | Verkürzter Nebensatz mit nang {10-3} | ||
Beschränkt können Adverbien das Prädikat bilden {2-4.8}.
Da Alleinwörter keine Phrasen bilden, sind entsprechende Adverbien in obiger Aufstellung nicht enthalten.
| Die filipinische Sprache von Armin Möller http://www.germanlipa.de/filipino/sy_D_1.htm 17. April 2010 |