Gusto kong pag-aralan ang Filipino wird übersetzt mit 'Ich möchte gern Filipino lernen'. Sehen wir uns den Satz etwas genauer an:
| Das Geschehen steht im Mittelpunkt der Sprache, nicht der Täter. |
| Gusto kong pag-aralan ang Filipino. | Ich möchte Filipino lernen. | |
| Gusto kong makausap si Gina. | Ich möchte gern Gina sprechen (am Telefon). | |
| Gusto mong makausap si Gina. | Du möchtest gern Gina sprechen. | |
| Gusto mo bang makausap si Gina? | Möchtest du gern Gina sprechen? | |
| Gusto ni Inge na makausap si Gina. | Inge möchte Gina sprechen. | |
| Gusto mo ba ng isa pang kape? | Möchtest du noch einen Kaffee? | |
| Oo, pero kaunti lang. | Ja, aber nur wenig. | |
| Ayaw ko na. | Nein danke. | |
| Salamat. | Danke. | |
| Salamat po. | Danke (Höflichkeitsform). | |
| Gusto ko ng isang kilong bigas. | Ich möchte ein Kilogramm Reis. | |
| Anong gusto mo? | Was möchtest du? | |
| Anong gusto ni Paola? | Was möchte Paola? | |
| Gusto niyang pumunta sa palengke. | Sie möchte zum Markt gehen. | |
| Gusto mo ba ng isang kendi? | Möchtest du ein Bonbon? | |
| Oo, gusto ko. | Ja, möcht ich gern. |
gusto
gusto gehört zu den Potenzialadverbien, die etwa dem Inhalt nach deutschen Hilfsverben
entsprechen. Da Filipino aber nicht wie Deutsch der indo-europäischen Sprachfamilie
angehört, sondern der austronesischen Sprachfamilie, ist gusto grammatisch etwas
völlig anderes als ein Hilfsverb. Wir werden solchen Unterschieden noch häufiger
begegnen.
Das Wort gusto ist eines der vielen spanischen Lehnwörter im
Filipino, daher hat es die gleiche Wurzel wie das deutsche Es nach seinem Gusto
haben.
ko
ko ist das NG-Pronomen
(entspricht hier inhaltlich, aber nicht grammatisch dem Genitiv im Deutschen) des
persönlichen Fürwortes
ako 'ich'. Es ist gleichzeitig inhaltlich das
besitzanzeigende Fürwort ko 'mein'. gusto ko
kann also übersetzt werden 'wünschend von mir' oder
'Wunsch mein'. Wenn man jedoch die filipinische Grammatik - und
nicht deren deutsche Übersetzung - betrachtet, ist ko etwas deutlich anderes, das
wir eine Objunktphrase
nennen.
pag-aralan
pag-aralan ist ein Zeitwort, das vom Wortstamm aral abgeleitet ist.
Auch im Deutschen haben wir Wortstämme, von denen Wörter verschiedener Wortarten und
unterschiedlicher
Bedeutung abgeleitet werden (Beispiel: geben - umgeben - Umgebung - Begebenheit - freigiebig).
Dies ist im Filipino noch weit mehr ausgeprägt, so dass das Verständnis der Wortfamilien noch
wichtiger ist als im Deutschen. Das vereinfacht am Ende das Erlernen der Sprache: Die
Ableitung erfolgt nach genauen Regeln mit nur sehr wenig Ausnahmen, so dass man mit Erlernen
eines neuen Wortstammes eine ganze Anzahl Wörter automatisch lernt. Als Beispiel sei auf
die Wortfamilie aral in unserem
Wörterbuch verwiesen. Selbstredend
muss man die Ableitungsregeln kennen, um unbekannte Wörter verstehen und sogar selbst
bilden zu können.
Angehängtes -ng
Im obigen Beispiel wird an das Wort ko die Endung
..-ng angehängt. Das geschieht häufig, um zwei eng zusammengehörige
Wörter zu verbinden. Wir bezeichnen dies als die
-ng/na Ligatur (Bindung).
| Die filipinische Sprache von Armin Möller http://www.germanlipa.de/fil_lern/fil_lern1.htm 03. Juli 2010 |