Wir lernen Filipino - Sprachkurs - Lektion 14

14.1 Wala akong pera. Existenzsätze

Den Titelsatz 'Ich habe kein Geld' hört man oft in den Philippinen. Wenn ein Filipino Geld hat, gibt er es schnellstens aus, und dann sagt er wieder - siehe oben. Uns interessiert weniger das Fehlen des Geldes, sondern das Vorhandensein einer grammatischen Besonderheit, mit der Fehlen oder Vorhandensein ausgedrückt werden. Solche Sätze werden Existenzsätze genannt.

Die bisher betrachteten Sätze haben die Existenzphrase als Prädikat, und der "Besitzer" ist das Subjekt. Seltener sind Existenzsätze, in denen die Existenzphrase das Subjekt bildet. Nicht alle Existenzsätze besitzen ein Subjekt.

Außerdem können Existenzphrasen als Beifügung zu Substantiven dienen.


14.2 Sätze zum Lernen

Da die obigen Beispiele alle "aus dem Leben gegriffen" sind (vielleicht mit Ausnahme der Gedichtzeile), können sie gut als Sätze zum Lernen dienen. Wir fügen hinzu, dass mayroọn und walạ die Antworten auf Fragen nach dem Vorhandensein sind.

May tubig ba? Mayroọn. - Wal.  Gibt es Wasser? Ja. - Nein.
Magandạ ka ba? Oo. - Hind.  Bist du hübsch? Ja. - Nein. (Mit oo oder hindị werden Fragen nach Eigenschaften beantwortet.)

14.3 Grammatik

Die filipinische Sprache besitzt drei Existenzwörter: mayroọn mit der Kurzform may; dazu kommen walạ und marami {Syntax 4-3}.

Mit Existenzwörtern (Ausnahme ist die Kurzform may, die stets ohne Ligatur verwendet wird) werden oft Interklitkonstruktionen gebildet {Syntax 11-6.7}.

In der Regel bildet die Existenzphrase das Prädikat des Satzes, seltener sein Subjekt {Syntax 2-4.6 (3)}. Auch kann die Existenzphrase ein Substantiv als Attribut ergänzen {Syntax 6-7.6}.

Eine Verbform kann das Kernwort der Existenzphrase bilden {Syntax 4-4.3}.



Die filipinische Sprache von Armin Möller   http://www.germanlipa.de/fil_lern/14.htm   20. März 2011

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