Gusto kong pag-aralan ang Filipino. wird übersetzt mit 'Ich möchte gern Filipino lernen'. Sehen wir uns den Satz etwas genauer an:
| Das Geschehen steht im Mittelpunkt der Sprache, nicht der Täter. |
| Gusto kong makausap si Ligaya. | Ich möchte gern Ligaya sprechen (am Telefon). | |
| Gusto mo ba ng isa pang kape? | Möchtest du noch einen Kaffee? | |
| Oo, pero kaunti lang. | Ja, aber nur wenig. | |
| Ayaw ko na. | Nein danke. | |
| Salamat. | Danke. | |
| Salamat po. | Danke (Höflichkeitsform). | |
| Gusto ko ng isang kilong bigas. | Ich möchte ein Kilogramm Reis. | |
| Anong gusto mo? | Was möchtest du? | |
| Anong gusto ni Paola? | Was möchte Paola? | |
| Gusto niyang pumunta sa palengke. | Sie möchte zum Markt gehen. | |
| Gusto mo ba ng isang kendi? | Möchtest du ein Bonbon? | |
| Oo, gusto ko. | Ja, möchte ich gern. |
In diesem ersten Abschnitt der Grammatik wollen wir an den nachfolgenden Beispielen deutlich machen, dass sich Filipino an vielen Stellen im Sprachaufbau und -verständnis grundsätzlich von der deutschen Sprache unterscheidet. Wir wollen hier noch keine grammatischen Einzelheiten lehren, sondern an Hand der Beispiele ein Gefühl dafür vermitteln, dass der philippinische Mensch Denken und Erleben mit eigenen Mitteln in seiner Sprache ausdrückt, und damit mit anderen Mitteln, als wir sie gewohnt sind. Das gilt auch dann, wenn Lehnwörter aus europäischen Sprachen verwendet werden.
gusto
gusto gehört zu den Potenzialadverbien {10-4}, die etwa dem Inhalt nach deutschen Modalverben
entsprechen. Da Filipino aber nicht wie Deutsch der indoeuropäischen Sprachfamilie
angehört, sondern der austronesischen Sprachfamilie, ist gusto grammatisch etwas
völlig anderes als ein Verb. Das Wort gusto ist eines der vielen spanischen
Lehnwörter im Filipino, daher hat es die gleiche Wurzel wie das deutsche
'es nach seinem Gusto haben'.
ko
ko ist das NG-Pronomen (entspricht hier inhaltlich, aber nicht grammatisch
dem Genitiv im Deutschen) des persönlichen Fürwortes
akọ 'ich'. Es ist gleichzeitig inhaltlich das
besitzanzeigende Fürwort ko 'mein'. gusto ko
kann also übersetzt werden 'wünschend von mir' oder
'Wunsch mein'. Wenn man jedoch die filipinische Grammatik - und
nicht deren deutsche Übersetzung - betrachtet, ist ko etwas deutlich anderes, das
wir eine Objunktphrase nennen (Lektion 10).
Angehängtes -ng
Im obigen Beispiel wird an das Wort ko die Endung
..-ng angehängt. Das geschieht häufig, um zwei eng zusammengehörige
Wörter zu verbinden. Wir bezeichnen dies als die -ng/na Ligatur (Bindung),
die keine Entsprechung in der deutschen Sprache hat (Lektion 12).
pag-aralan
pag-aralan ist ein Zeitwort, das vom Wortstamm aral abgeleitet ist.
Auch im Deutschen haben wir Wortstämme, von denen Wörter verschiedener Wortarten und
unterschiedlicher
Bedeutung abgeleitet werden (Beispiel: geben - umgeben - Umgebung - Begebenheit - freigiebig).
Dies ist im Filipino noch weit mehr ausgeprägt, so dass das Verständnis der Wortfamilien noch
wichtiger ist als im Deutschen. Das vereinfacht am Ende das Erlernen der Sprache: Die
Ableitung erfolgt nach genauen Regeln mit nur sehr wenig Ausnahmen, so dass man mit Erlernen
eines neuen Wortstammes eine ganze Anzahl Wörter automatisch lernt. Als Beispiel sei auf
die Wortfamilie aral in unserem
Wörterbuch verwiesen. Selbstredend
muss man die Ableitungsregeln kennen, um unbekannte Wörter verstehen und sogar selbst
bilden zu können.
ang
Das Wort ang ist wohl das deutlichste Beispiel für die grundsätzlichen Unterschiede
zwischen Filipino und europäischen Sprachen. In vielen Fällen kann es mit
'der, die, das' übersetzt werden, hat aber in der filipinischen
Sprache eine völlig andere Funktion als die Artikel im Deutschen, wir verweisen auf
Lektion 6.
| Die filipinische Sprache von Armin Möller http://www.germanlipa.de/fil_lern/1.htm 28. März 2011 |